Familie Antener hat auf dem Aareinseli einen Teil der geplanten Obstplantage realisiert. Sie soll zum künftigen landwirtschaftlichen Ertrag beisteuern. Ein Ertrag, der höher sein muss als die Einkünfte des gastronomischen Nebenbetriebes.

Die Obstplantage wurde aber ohne vorgängiges Bauverfahren erstellt, das hat die Gemeindeverantwortlichen erbost. Sie haben ein nachträgliches Baugesuch veröffentlicht, inklusive der bereits 2014 publizierten, im Bauverfahren aber noch hängigen Bauten für die Erweiterung des gastronomischen Betriebes.

Sollte die Obstplantage widerrechtlich sein, ist das gesamte Zukunftsprojekt der Familie Antener infrage gestellt. Zum Baugesuch trafen vier Einsprachen von Selzach, Lüsslingen-Nennigkofen, Pro Natura Solothurn und Vogelschutzverband Solothurn ein.

Sohn Adrian will künftig die Obstplantage unterhalten. Seine Eltern Vreni und Simon Antener hoffen auf ein gutes Ende im Verfahren mit den Behörden.

Sohn Adrian will künftig die Obstplantage unterhalten. Seine Eltern Vreni und Simon Antener hoffen auf ein gutes Ende im Verfahren mit den Behörden.

Bauen ausserhalb der Bauzone

Die Einsprachen werden vom Kanton behandelt, weil es sich um Bauten ausserhalb der Bauzone handelt. Dort steht man am Anfang eines möglicherweise langwierigen Prozesses. Zu beurteilen ist beispielsweise, ob eine Obstplantage auf dem Aareinseli möglich ist. Beurteilt werden muss aber auch der Einwand der Einsprecher, mit den revidierten Rahmenbedingungen habe sich die Ausgangslage geändert.

Konkret: Werden die bereits 2014 publizierten Bauten für die Erweiterung des gastronomischen Betriebes, die ohne Einsprache auf eine Bewilligung warten, durch die Obstanlage tangiert? «Wir werden die Einsprachen vertieft behandeln, das dauert», sagt Bernardo Albisetti, Departementssekretär im Bau- und Justizdepartement.

«Sache von Familie Antener»

Klar ist laut Albisetti aber: «Die in den Medien verbreitete Idee eines runden Tisches ist nicht Sache des Kantons.» Normalerweise müsse der Investor, in diesem Fall die Familie Antener, dafür sorgen, dass die Einsprachen vom Tisch kommen. «Wir sind Behörde und müssen die Einsprachen behandeln.» Die Idee eines runden Tisches oder eines Mediators sei laut Albisetti eine Option für den Investor, um ebendiese Einsprachen vor einer Beurteilung der Instanz zu erledigen.