Balm bei Messen
Wegen mangelnder Sicherheit am Hang wurde Schutzwaldprojekt erstellt

An der Kantonsstrasse zwischen Balm bei Messen und Lüterswil-Gächliwil ist die Gefahr für Rutschungen am Hang sehr gross. Ein Schutzwald könnte diese verringen. Deshalb fordert der Forstbetrieb Bucheggberg Massnahmen mithilfe eines Schutzwaldprojekt.

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Ein Schutzwaldprojekt soll die Gefahr für Rutschungen verringern. (Symbolbild)

Ein Schutzwaldprojekt soll die Gefahr für Rutschungen verringern. (Symbolbild)

Solothurner Zeitung

Die Kantonsstrasse zwischen Balm bei Messen und Lüterswil-Gächliwil musste schon mehrmals nach Vorkommnissen gesperrt und saniert werden. Am steilen Hang werden die Schichten der unteren Süsswassermolasse (Mergeln) von der oberen Meeresmolasse (grobkörniger Sandstein) überdeckt. Der unten liegende Mergel ist schlechter wasserdurchlässig, als der darüber liegende Sandstein. Daher sind Wasseraustritte zwischen den beiden Schichten häufig. Zusammen mit der steilen Hangneigung führt dies zur Ausbildung von Gleitflächen im Untergrund.

Wegen dieser natürlichen Umstände besteht immer eine gewisse Gefährdung durch Rutschungen im Bereich der Kantonsstrasse. In Rutschgebieten übernehmen Waldungen in den Einzugs- und Anrissgebieten eine Schutzwirkung, indem das Wurzelwerk eine mechanische Armierung des Bodens bewirkt, sodass der Bodenwasserhaushalt stark beeinflusst und der rasche Oberflächenabfluss mit möglichen Erosionseffekten reduziert wird.

Schutzwald ausgeschieden

Aus diesem Grund wurde oberhalb und unterhalb der Kantonsstrasse ein Schutzwald mit einem Perimeter von 16,51 Hektaren ausgeschieden. Beim Waldbestand im Schutzwaldperimeter handelt es sich hauptsächlich um ein einschichtiges mittleres-starkes Baumholz mit vielen instabilen Bäumen. Wenn die Baumbestände nicht aufgelockert und auf eine stabile Struktur hin verbessert werden, kann der Schutzwald die Schutzfunktionen nicht nachhaltig erfüllen. Ein Schutzwald ist in aller Regel ein stabiler und stufig aufgebauter Wald, der die Gefahr von Rutschungen zu reduzieren vermag.

Der Schutzwald von Messen liegt im SilvaProtect-Perimeter des Bundes. Damit ist die Voraussetzung gegeben, dass waldbauliche Massnahmen, welche die Schutzfunktion nachhaltig und längerfristig verbessern, von Bund und Kanton unterstützt werden können. Aus diesem Grund hat der Forstbetrieb Bucheggberg ein Schutzwaldprojekt erstellt.

Ziel ist es, dass es mehr Sicherheit vor Personen- und Sachschäden gibt. Die beitragsberechtigten Kosten betragen 160 000 Franken. Die Massnahmen sollen von 2016 bis 2020 ausgeführt werden. 128 000 Franken (80 Prozent) werden durch das Amt für Wald, Jagd und Fischerei übernommen. 20 Prozent der Projektkosten übernimmt das Amt für Tiefbau, weil es Nutzniesserin der gesicherten Kantonsstrasse ist. Der Regierungsrat hat die Massnahmen genehmigt. (rm/rrb)

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