Die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte diskutierten lang und teilweise heftig. Am Schluss fiel der der Entscheid aber einstimmig. Der Betrag von 17,42 Mio. Franken für die Erweiterung der Schulbauten soll ins Budget 2018 aufgenommen werden.

Noch unklar ist, ob ein Betrag aufgeführt wird, oder ob nach HRM2 eine Aufteilung in die drei Teilprojekte nötig ist. Um die Investition in den Schulraum stemmen und die darauffolgende Verschuldung möglichst schnell abbauen zu können, soll der Steuerfuss auf 119 Prozent (heute 115) angehoben werden.

Schuldenbremse könnte einsetzen

Rolf Truninger (Präsident Finanzkommission) hatte vorher den Finanzplan für die Jahre 2017 bis 2027 vorgestellt und dringend für eine Etappierung der Schulraumerweiterung plädiert. Er machte vor allem auf die Schuldenbremse aufmerksam, die wegen der stark steigenden Verschuldung in Langendorf zu tragen kommen könnte. Die Finanzkommission hat mit dem Finanzplan diverse Szenarien ausgearbeitet. Die Berechnungen wurden mit Steuersätzen von 115, 117 und 119 ausgeführt. «Wenn wir eine höhere Verschuldung verhindern wollen, dann müssten wir den Steuerfuss auf 130 Prozent erhöhen. Aber das will wohl niemand», machte Truninger klar. Ebenso klar sei, dass in den Jahren nach 2022 zurückhaltend investiert werden müsse.

Truninger bezeichnete die Schulraumerweiterung als «finanziellen Stabhochsprung» und plädierte dafür, sich lieber den «Dreisprung» vorzunehmen, was wiederum der Etappierung in drei Teilprojekte entsprechen würde. Das Problem liege darin, dass Langendorf zwar ein gutes Einkommen, aber zu wenig Eigenkapital habe.

Wir brauchen beides

Alle Fraktionen zeigten sich erfreut über die Arbeit der Finanzkommission, die sehr solide sei und die Folgen der Investitionen anschaulich aufzeige. Ebenso war man sich aber in den Fraktionen einig, dass eine Etappierung der Arbeiten nicht möglich sei. Vor allem die beiden grösseren Projekte: Schulhaus und Neubau Doppelturnhalle, liessen sich nicht trennen. «Ich bin überzeugt, dass wir das schaffen», erklärte Ivan Flury (SP). Und Gisela Schultis (SP) fügte an: «Ich verstehe den Wunsch der Etappierung aus finanzpolitischer Sicht. Aber aus Sicht der Schule und bautechnisch gesehen, macht das Aufteilen kaum Sinn.» Gemeindeverwalter Kurt Kohl und Simon Schäfer (Mitglied Finanzkommission) zeigten sich zudem überzeugt, dass die Schuldenbremse nicht zum Problem werde. In begründeten Fällen könne man mit den kantonalen Behörden verhandeln, um eine Ausnahme zu bewirken.

Projekt ist ausgewogen

Vorgängig der Budget-, Steuer und Finanzdebatte stellten die Architekten Benedikt Graf und Andreas Jenni und Reto Vescovi (Kontextplan) die Schulraumerweiterung – wie sie der Gemeindeversammlung vorgelegt werden soll – vor. Das Projekt habe sich entwickelt, so Vescovi. Die alte Turnhalle zu erhalten und die Doppelturnhalle auf der bestehenden Zivilschutzanlage aufzubauen, mache Sinn. Graf machte auf Schwierigkeiten im Bauprojekt aufmerksam: Die Hanglage beispielsweise und damit verbunden das Hangwasser, das es zu berücksichtigen gebe. Andreas Jenni ging vor allem auf die Finanzen ein. Die vorliegende Kostenschätzung sei mehrfach gesichert und entspreche dem Niveau des detaillierten Kostenvoranschlages. «Ich habe ein gutes Gefühl. Das Projekt ist ausgewogen und schlüssig, auch wenn wir einige Abstriche machen mussten, damit die Kosten eingehalten werden können.»