Chemikalien
WC-Abwasser im Inkwilersee: Situation hat sich leicht beruhigt

Nachdem Ende Juli WC-Abwasser des Openair Etziken in den Inkwilersee gelangte und zahlreiche Fische wegen zu wenig Sauerstoff starben, hat sich die Situation nun leicht beruhigt.

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Die Chemikalien, die im See landeten, sorgten dafür, dass Sauerstoff verbraucht wurde. Die Fische starben. (Archiv)

Die Chemikalien, die im See landeten, sorgten dafür, dass Sauerstoff verbraucht wurde. Die Fische starben. (Archiv)

Tele M1

Die Situation im Inkwilersee hat sich leicht beruhigt, wie Philipp Staufer (Amt für Umwelt, Abteilung Wasser) auf Anfrage erklärt. Man wisse in der Zwischenzeit, welche Chemikalien nach dem Openair durch den Etzikerkanal in den See gelangten. «Es handelt sich dabei vor allem um quartäre Ammoniumverbindungen.» Diese seien zwar problematisch, aber nicht giftig.

Tatsächlich färben diese Verbindungen das Wasser blau und sie verbrauchen Sauerstoff. Genau dieser fehlt im Inkwilersee wegen der lange andauernden Wärme sowieso. Da es kaum geregnet hat, fehlt dem See zudem das Frischwasser. Und die sogenannte Primärproduktion stieg an. Das heisst, dass sich die Pflanzen im See stärker vermehrten als im Sommer sonst üblich. Zusätzlich gab es viel Wind. Das alles zusammen hat die Sauerstoffsituation im See negativ beeinflusst.

Alles abgepumpt

Das Wasser mit den Rückständen der chemischen Toiletten sei rechtzeitig abgefangen worden. «Es war in den beiden Absetzbecken und ganz wenig gelangte in den Mündungsbereich des Kanals.» In der Zwischenzeit sei alles Abwasser und das Sediment in den Becken abgepumpt worden. «Es wird jetzt in der ARA gereinigt», so Staufer. Die Fische die im See verendeten, seien nicht wegen des Openair-Abwassers gestorben, sondern wegen der zu tiefen Sauerstoff-Konzentration.

Wenn die Tage kürzer werden, könnte sich die Situation nochmals verschlechtern. «Wir sind gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort vorbereitet. Im äussersten Notfall können wir Trinkwasser in den See einspeisen», so Staufer. Die vor nicht allzu lange Zeit eingebaute Tiefenwasserleitung funktioniere nur, wenn genügend Frischwasser in den See gelangt. Dann fliesst das sauerstoffarme Wasser vom Seegrund ab in den Seebach. Der Regen, der am Wochenende fallen sollte, werde die Situation für die Fische sicher verbessern. «Klar ist aber, dass sie Stress haben zurzeit», so Staufer. (rm)