Martin Rüfenacht (Gemeindepräsident Horriwil und Präsident der Gemeindepräsidentenkonferenz Wasseramt) legte sich als ehemaliger Pfadfinder mächtig ins Zeug und warb bei seinen Präsidiumskolleginnen und -kollegen für das Bundeslager 2021. Tatsächlich sucht die Pfadibewegung Schweiz für die Sommerferien einen Lagerplatz in der Grösse von rund 1,2 km2 für rund 25 000 Pfadfinder. Gesucht sind grosse, ebene Wiesen, auf denen Zelte aufgebaut werden können. Es sollte ein natürliches Angebot an Wäldern, Wiesen, Flüssen und Seen für Aktivitäten vorhanden sein. Ebenso touristische Angebote für Ausflüge und Wanderungen.

«Pfadi Schweiz tut sich schwer damit, einen Lagerplatz zu finden», so Rüfenacht. Rücksprachen mit den Verantwortlichen vonseiten der Pfadfinder hätten gezeigt, dass die Bewerbung einer Region, wie es das Wasseramt ist, durchaus Chancen hätte. Die Lagerplätze könnten in verschiedenen Gemeinden verteilt werden, meinte Rüfenacht. Eine unverbindliche Anfrage beim Waffenplatz in Wangen an der Aare habe gezeigt, dass die dort stationierte Rettungsschule durchaus Unterstützung bieten würde. «Sicher könnten wir auch unseren Zivilschutz mit einbeziehen.»

Eine Bewerbung als Standort heisse nicht, dass das Bundeslager im Wasseramt durchgeführt werde. «Aber eine unverbindliche Bewerbung abzugeben, kostet uns nichts.» Dem stimmten die Gemeindepräsidenten zu. «Der Gedanke ist interessant und wir vergeben uns nichts mit der Bewerbung», meinte Etienne Gasche (Oekingen). Auch Bruno Eberhard (Deitingen) fand, das wäre «eine cooles Projekt, das uns positive Publizität geben würde». Rüfenacht wurde demzufolge damit beauftragt eine «unverbindliche» Bewerbung abzugeben.

Angehörige entlasten

Rund ein Jahr lang setzten sich Hardy Jäggi (Recherswil), Martin Rüfenacht (Horriwil) und Markus Sieber (Lohn-Ammannsegg) mit dem Thema «pflegende Angehörige» auseinander. Pflegende Angehörige würden oft an ihre Grenzen kommen und es sei dringend nötig, sie zu unterstützen. Vor einem Jahr referierte Daniel Preisig (ehemaliger Hausarzt) in der Gemeindepräsidentenkonferenz zu diesem Thema.

Er ist Stiftungsrat der Jakob-Urben-Stiftung, die eine Studie dazu in Auftrag gegeben hatte. Die Studie kam zum Schluss, dass es wichtig wäre, eine praxisnahe Broschüre zum Thema Angehörigenpflege zusammenzustellen, in der sämtliche Angebote im Wasseramt aufgelistet sind. Wünschenswert wäre es zudem, eine Erstanlaufstelle für pflegende Angehörige zu schaffen.

Die Broschüre liegt nun vor. Sie wurde in Zusammenarbeit mit den diversen Anbietern wie beispielsweise den Spitexvereinen, dem Rotkreuz-Fahrdienst, dem Entlastungsdienst, aber auch den Altersheimen, die Tagesplätze oder Ferienbetten anbieten, erarbeitet. Die Broschüre fasst alle bekannten Angebote in den verschiedenen Bereichen zusammen. Am Schluss werden die Adressen, Telefonnummern und Internetadressen gemeinsam aufgelistet.

«Alle Arbeiten, die bisher geleistet wurden, hat die Jakob-Urben-Stiftung bezahlt», erklärte Hardy Jäggi. Nun gehe es um den Druck. Diese Kosten müssten die Wasserämter Gemeinden selbst tragen. In der Reihe der Gemeindepräsidenten einigte man sich darauf, vorerst 10 000 Stück drucken zu lassen und die Broschüre in den Gemeindeverwaltungen, bei den Sozialdiensten, den Spitexvereinen, aber allenfalls auch in den Hausarztpraxen aufzulegen. Gemeinden, die dies möchten, können die Broschüre zudem auch online aufschalten. Jäggi rechnet damit, dass die Broschüre im Oktober verteilt werden kann.

Wieder ein Prix d’Honneur?

Veronika Roos, die neue Geschäftsführerin der Solothurner Filmtage, hat sich in der GPK Wasseramt vorgestellt. Sie hat kurz auf die letzten Filmtage zurückgeblickt. Dabei erwähnte sie das neue Ticketingsystem, das nun gut funktioniere. «Wir haben letztes Jahr etwas mehr Einzeltickets verkauft und deshalb auch mehr eingenommen, als budgetiert war.»

Die Solothurner Filmtage möchten den Prix d’Honneur auch nächstes Jahr wieder vergeben und hoffen auf die Unterstützung der Wasserämter Gemeinden. «Der Preis hat immer ein grosses Medienecho», so Roos. Es sei einer der wenigen Preise, die Filmschaffende erhalten, die sonst immer im Hintergrund arbeiten. In diesem Sinn freut sie sich auf die 54. Solothurner Filmtage und die Begegnungen von Kultur und Politik, von denen die Veranstaltung ebenfalls lebe.

Philipp Heri (Gerlafingen) wollte von seinen Wasserämter Kollegen wissen, wie sie sich verhalten, wenn es um die Anstellung von Lehrlingen geht. Er sprach das Fairplay-Regulativ des Kantons Solothurn an, das vorsieht, Bewerbungen ab August zu prüfen, Vorstellungsgespräche im September zu führen und zusagen erst im Oktober zu machen. «Es halten sich immer weniger Lehrbetriebe an diese Vorgaben und die besten Schulabgänger haben oft schon vor den Sommerferien eine Zusage erhalten», meinte Stefan Hug (Zuchwil) dazu. Diese Erfahrung bestätigte Kuno Tschumi (Derendingen). «Wir halten uns deshalb auch nicht mehr an die Vorgaben. Sonst haben wir nur noch Bewerbungen von denjenigen, die bei anderen Stellen abgelehnt wurden.»

Kurz andiskutiert wurde auch die Tatsache, dass der Kanton seinen Angestellten für 2019 einen Teuerungsausgleich von 1 Prozent ausrichten wird. Viele Wasserämter Gemeinden haben ihre Lohnregulative an den GAV des Kantons gekoppelt. «Wir werden unserem Personal den Teuerungsausgleich deshalb wohl auch ausbezahlen», meinten die Präsidenten dieser Gemeinden.