Subingen

«Was Jugendliche für die Welt von morgen benötigen»: Lehrer erhalten informatische Bildung

Im Schulhaus der Oberstufe in Subingen fand das Behördenseminar statt. (Archivbild)

Im Schulhaus der Oberstufe in Subingen fand das Behördenseminar statt. (Archivbild)

Das zwölfte Behördenseminar an der Oberstufe Wasseramt Ost in Subingen widmete sich dem digitalen Wandel im Schulunterricht.

Schon in naher Zukunft wird kaum ein Beruf ohne Kenntnisse im Computerbereich auszuüben sein. Um ihre Schülerschaft dafür zu befähigen, vermitteln Schulen zunehmend informatorische Bildung – angepasst an das Alter der Heranwachsenden. Wie gut das gelingt, hängt auch von der Ausbildung der Lehrkräfte ab.

Alex Repenning, Leiter Informatische Bildung an der Fachhochschule Nordwestschweiz, nahm seine 65 Zuhörenden aus dem Kreis der Schulbehörden und Schulleitungen mit auf den anforderungsreichen Weg von der «Schreckensvision Digitalisierung» hin zu sinnvoller Anwendung und Integration ins Unterrichtsgeschehen. Statt der früher gepriesenen fachlichen Spezialisierung könne jetzt mit dem Werkzeug Computer eine Verknüpfung von Wissen zwischen den einzelnen Disziplinen stattfinden. Repennings Leitthema lautete: «Denken mit dem Computer.»

In der grundlegenden Ausbildung der Lehrpersonen sind, wie er am Beispiel von spielerisch benutzten Programmen ausführte, die drei Elemente Abstraktion, Automation, um Programme schreiben zu können und Vorgänge zu simulieren, und schliesslich deren Analyse nötig. Problemlösungen können mithilfe des Computers erarbeitet werden. In massgeschneiderten Kursen wird Studierenden dieses Grundwissen vermittelt. «Im internationalen Vergleich ist die Schweiz zwar gut unterwegs, aber permanenter Wissenstransfer ist nötig», so Repenning.

Qualifizierung der Lehrkräfte

Ein ermutigendes Beispiel, wie eine Gesamtplanung Digitalisierung für die Schullaufbahn junger Menschen aussehen kann, lieferten Stephan Hug, Direktor der Schulen Zuchwil, und Manuel Kissling als dortiger Fachleiter Informatik. Seit 2002 beschäftigen sich die Schulverantwortlichen mit der Umsetzung der Frage: «Was Jugendliche für die Welt von morgen benötigen.» In Zuchwil wurde für die 870 Schülerinnen und Schüler ein System aufgebaut, das auf von Gemeinderat und Gemeindeversammlung bewilligten Konzepten beruht.

In der infrastrukturellen Ausrüstung mit 600 Laptops, einer grösseren Serveranlage und per Firewall gesichertem Internetzugang war und ist eine kontinuierlich verfeinerte Qualifizierung der Lehrpersonen mit Basis-, Crash- und Fortschrittskurs verbunden. Ihnen steht ein den Bedürfnissen entsprechender ständiger technischer und pädagogischer Support zur Seite, der 180 Stellenprozente umfasst.

Wichtig sei, so beide Referenten, gemäss Lehrplan 21 alle Fächer zu vernetzen. Die eigenen Geräte können die Jugendlichen mit nach Hause nehmen, wenn ein Drittel der Kosten vom Elternhaus bezahlt wird. Als wichtig erachtet man in Zuchwil die Kommunikation mit der Öffentlichkeit und die regelmässige Information der Eltern.

Zusammenarbeit im Schulkreis

«Für eine Zusammenarbeit im Schulkreis ist nun wichtig, die politischen Entscheidungsträger sowie Schulbehörden rasch mit ins Boot zu holen», betonte Matthias Pfeiffer, der die Vision ICT/Strategie 2023 der regionalen Arbeitsgruppe vorstellte. Kurz tangiert wurde das mögliche zeitliche Vorgehen, Kostenfolgen und angestrebte Synergieeffekte im Schulkreis.

In moderierten Workshops wurden zudem vier Fragestellungen zum gemeinsamen Weg der Primarschulen und der Oberstufe in der informatischen Bildung besprochen und später im Plenum als «Blitzlichter» präsentiert.

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