Die Sozialregion BBL (Biberist-Bucheggberg-Lohn-Ammannsegg) wirkt nach aussen wie eine zerstrittene Familie. Die Liebe zwischen den beiden Ehepartnern Biberist und Bucheggberg flackert auf Sparflamme, die Kinder Asylbereich, Sozialdienst, Soziallhilfe sowie Kindes- und Erwachseneschutz wirken auch nicht wie sich liebende Geschwister. Mittendrin steht Lohn-Ammannsegg, ob als integrierende Grossmutter oder doch eher halb vergessenes Stiefkind, ist nicht genau abschätzbar.

Der Konflikt zwischen den Bucheggberger Gemeinden und Biberist schwelt schon länger. Innerhalb der Bevölkerungs- und Zivilschutzregion gab es immer wieder Vorwürfe und Streitigkeiten, die auch nach der nun beschlossenen Auflösung nicht komplett aus dem Weg geräumt sind. Ähnlich sieht es in der Sozialregion aus. Die momentane Diskussion um das Asylwesen zeigt deutlich: Innerhalb der BBL-Familie wird nicht die gleiche Sprache gesprochen.

Die Bucheggberger bemängeln vor allem den aufgeblähten Verwaltungsapparat in Biberist. Sie trauern alten Zeiten nach, in denen die Sozialhilfe noch in der Verantwortung jedes einzelnen Dorfes lag. In den kleinen Strukturen war es einfacher, Sozialhilfeempfänger oder Asylbewerber zu betreuen. Man wusste genau, wohin das Geld floss, das ausbezahlt wurde. In Biberist, mit seinen bald 9000 Einwohnern ist dies schwieriger. Man hat den Eindruck, dass die Sozialhilfe vorwiegend vom Schreibtisch aus geleistet wird.

Ob es gut ist, dass Asylbewerber mit einer EC-Karte ihr Geld am Bancomaten selbst beziehen können, ohne Rechenschaft ablegen zu müssen, wozu sie es brauchen, darüber kann man diskutieren. Ebenso fraglich ist, ob Frau Abgottspon Freude hat, wenn alle im Dorf wissen, dass sie Sozialhilfe bezieht, weil sie nach 20 Jahren ihre Arbeit verloren hat.

Es gäbe noch viele Beispiele. Sie zeigen das Hauptproblem der Sozialregion BBL: Den Mentalitätsunterschied zwischen Biberist und dem Bucheggberg. Es war denn auch keine Liebesheirat, sondern eine aus Vernunftgründen arrangierte Ehe, die die Partner zusammenführte. Wenn die Liebe fehlt, wird es schwierig. Jede Partei zieht sich zurück, beharrt auf ihren Grundsätzen. Dabei wäre es wichtig, gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Das wiederum heisst, dass man aufeinander zugehen müsste. Den Versuch wagen sollte, sich anzunähern. Aber genau das fehlt. Gemeinsame Sitzungen sind reine Zeitverschwendung, wenn die Sitzungsteilnehmer stur auf ihrer allein seelig machenden Meinung beharren.

Die Sozialregion BBL braucht entweder einen Therapeuten, oder dann einen Scheidungsanwalt. Im jetzigen Zustand werden der Sozialdienst, seine Angestellten, aber auch die Sozialkommission zwischen den Fronten aufgerieben.

 rahel.meier@azmedien.ch