Leberberg

Was hat die BLS mit der Strecke Solothurn-Moutier vor? Jetzt liegen die Sanierungspläne auf

Die Haltestelle "im Holz" der Solothurn-Moutier-Bahn wird behindertengerecht und deshalb ersetzt.

In fünf Gemeinden sind die Akten für die Sanierung der Bahnstrecke zwischen Solothurn und Oberdorf aufgelegt. Diese sind umfangreich und beinhalten mehrere Berichte und viele Pläne.

Im April 2021 soll mit der Sanierung der Bahnstrecke zwischen Solothurn und Moutier gestartet werden. Für die Sanierung des Weissensteintunnels muss die Bahnstrecke zwischen Oberdorf und Gänsbrunnen teilweise gesperrt werden. Die BLS (Bern-Lötschberg-Simplon-Bahn) will die Streckensperrungen auch nützen, um die Fahrleitungen auf der ganzen Linie zu erneuern, sechs Bahnhöfe zu modernisieren und zwei Viadukte instandzusetzen. Zurzeit liegen die Planunterlagen für die beiden ersten Lose auf.

Die Unterlagen sind umfangreich und in mehrere Kisten verpackt. Sie beinhalten den technischen Bericht, den Umweltverträglichkeitsbericht, mehrere Teilberichte und viele weitere Pläne. Konkret liegen die Unterlagen für die Südstrecke (Los 1) und die Kunstbauten Süd (Los 2) auf. Die Gesamtkosten für diese Arbeiten werden mit 27,62 Mio. Franken angegeben. Die Kosten für das Gesamtprojekt belaufen sich auf 145 Mio. Franken.

Die Südstrecke der Solothurn-Moutier-Bahn (SMB) ist rund 10 Kilometer lang und durchquert Solothurn, Langendorf, Bellach Lommiswil und Oberdorf. Mit der Umsetzung des Angebotskonzeptes 2025 werden die Personenzüge zwischen Solothurn und Moutier im Stundentakt verkehren. Eine Verdichtung zwischen Solothurn und Gänsbrunnen ist in der Hauptverkehrszeit morgens, mittags und abends geplant. Laut dem technischen Bericht soll die Fahrbahn im Kanton Solothurn in sechs Teilabschnitten erneuert werden. Die Fahrbahnerneuerung umfasst je nach Abschnitt den Unter- und Oberbau, zum Teil wird der Schotter ersetzt oder auch nur gereinigt. Weiter folgen die Erneuerung der Entwässerung, des Kabeltrasses und des Banketts. Auch die komplette Erneuerung der Bahnstromanlage und der Automation ist Bestandteil des Projektes.

Neues Wartehaus für Lommiswil «im Holz»

Zusätzlich wird die Station «im Holz» in Lommiswil behindertengerecht umgebaut. Das bestehende Perron wird zurückgebaut und durch ein neues 110 Meter langes Perron ersetzt. Der sogenannte sichere Bereich für die Fahrgäste beträgt auf der gesamten Länge mindestens zwei Meter. Das heutige Wartehäuschen, sowie der Velounterstand, werden zurückgebaut und durch ein Normwartehaus ersetzt. Das selbe Wartehaus wird auch für die anderen Stationen verwendet. Zum Perron hin wird ein Vordach über die gesamte Gebäudebreite angeordnet. Auf eine weitere Überdachung der Perronanlage wird aufgrund des geringen Personenaufkommens an der Haltestelle «im Holz» verzichtet.

Der behindertengerechte Zugang wird westseitig mittels einer Rampe mit sechs Prozent Gefälle stufenfrei umgesetzt. Zusätzlich ist hinter dem Wartehaus ein Zugang mittels Stufen vorgesehen, der denjenigen dient, die das Velo parkieren möchten. Der Zugang der Bahnkunden zur Haltestelle erfolgt von Westen über die Allmendstrasse und die Eichrütelistrasse. Letztere ist, wie bisher, bis zum Bahnhof asphaltiert und in der Weiterfolge als Forstweg mit Mergelbelag ausgeführt. Aufgrund der grösseren Perronbreite und des neuen Wartehauses, ist eine leichte Verschiebung der Eichrütelistrasse notwendig. Im Projekt für die Erneuerung der Haltestelle sind keine Auto-Parkplätze, aber sechs Veloplätze vorgesehen.

Das einspurige Geisslochviadukt wurde von 1906 bis 1907 gebaut und quert den Geländeeinschnitt des Busletenbachs nördlich der Gemeinde Bellach. Das Bauwerk des Geisslochviadukts bestand ursprünglich aus einem westlichen Natursteinviadukt mit zwei Gewölben (Seite Moutier), einer dreiteiligen Fachwerkbrücke mit Randspannweiten von 25 Meter und einer Mittelspannweite von 35 Meter, sowie einem östlichen Natursteinviadukt mit drei Gewölben (Seite Solothurn). Nach der Rutschung des Geländes im Frühling 1908 wurde das östliche Widerlager umgebaut und mit drei leichten Einfeldträgern aus Stahl mit je 15,9 Meter Spannweite ergänzt. Das Geisslochviadukt wurde 2013 visuell und materialtechnologisch untersucht. Im Rahmen dieser Untersuchungen wurde die Tragsicherheit und Gebrauchstauglichkeit der Stahlbrücken der Hauptbrücke, sowie der Vorlandbrücken und des Natursteinmauerwerks überprüft. Die Untersuchungen, sowie die rechnerische Überprüfung zeigen, dass diese den heutigen Anforderungen und gültigen Normen nicht mehr genügen. Zudem haben die Stahlbrücken bezüglich Ermüdungssicherheit das Ende der technischen Nutzungsdauer erreicht. Bereits vorher war bekannt, dass sich das Viadukt beim östlichen Widerlager seit Jahren kontinuierlich gesetzt hat. Bis 1997 wurden rund 70 Millimeter gemessen. Mit der Erneuerung des Geisslochviadukts soll das Natursteinmauerwerk instandgesetzt und verstärkt, sowie mit einem neuen Schottertrog abgedichtet werden. Zudem sollen die Stahlbrücken durch zwei neue Stahl-Beton-Verbundbrücken ersetzt werden, wobei diese im Bereich des ehemaligen Rutschhanges bis tief auf den Fels fundiert werden.

Das Geissloch-Viadukt wird saniert

Das einspurige Geisslochviadukt wurde von 1906 bis 1907 gebaut und quert den Geländeeinschnitt des Busletenbachs nördlich der Gemeinde Bellach. Das Bauwerk des Geisslochviadukts bestand ursprünglich aus einem westlichen Natursteinviadukt mit zwei Gewölben (Seite Moutier), einer dreiteiligen Fachwerkbrücke mit Randspannweiten von 25 Meter und einer Mittelspannweite von 35 Meter, sowie einem östlichen Natursteinviadukt mit drei Gewölben (Seite Solothurn). Nach der Rutschung des Geländes im Frühling 1908 wurde das östliche Widerlager umgebaut und mit drei leichten Einfeldträgern aus Stahl mit je 15,9 Meter Spannweite ergänzt. Das Geisslochviadukt wurde 2013 visuell und materialtechnologisch untersucht. Im Rahmen dieser Untersuchungen wurde die Tragsicherheit und Gebrauchstauglichkeit der Stahlbrücken der Hauptbrücke, sowie der Vorlandbrücken und des Natursteinmauerwerks überprüft. Die Untersuchungen, sowie die rechnerische Überprüfung zeigen, dass diese den heutigen Anforderungen und gültigen Normen nicht mehr genügen. Zudem haben die Stahlbrücken bezüglich Ermüdungssicherheit das Ende der technischen Nutzungsdauer erreicht. Bereits vorher war bekannt, dass sich das Viadukt beim östlichen Widerlager seit Jahren kontinuierlich gesetzt hat. Bis 1997 wurden rund 70 Millimeter gemessen. Mit der Erneuerung des Geisslochviadukts soll das Natursteinmauerwerk instandgesetzt und verstärkt, sowie mit einem neuen Schottertrog abgedichtet werden. Zudem sollen die Stahlbrücken durch zwei neue Stahl-Beton-Verbundbrücken ersetzt werden, wobei diese im Bereich des ehemaligen Rutschhanges bis tief auf den Fels fundiert werden.

Die im Jahr 1907 erstellte Strassenüberführung nördlich von Lommiswil dient der Erschliessung der nördlich des Bahngleises bewirtschafteten Felder, sowie als Zufahrt für den Hof beim Fuchsenwald. Das Bauwerk der Strassenüberführung besteht aus einem rund 4,5 Meter breiten Natursteingewölbe, mit einem Bogenradius von zirka drei Metern. Dazu kommen beidseits zwei Mauern, welche ebenfalls mit Natursteinen erstellt sind. Die baulichen Eingriffe für die Sanierung beschränken sich auf die Instandsetzung der Mauerwerksfugen, der Erstellung einer Abdichtung des Natursteingewölbes, sowie der Erneuerung der Geländer und Berührungsschutzgitter. Zur Abdichtung des Bauwerks wird über dem Natursteingewölbe eine Stahlbetonplatte erstellt.

Rodungen, belasteter Standort und Neophyten

Um die Arbeiten auszuführen, werden acht Installationsplätze entlang der Strecke erstellt. Das Land für diese Plätze wird zum Teil vorübergehend erworben und den Besitzern nach Abschluss der Arbeiten wieder im ursprünglichen Zustand übergeben. Am Standort Geisslochviadukt sind für die Sanierung des Bauwerkes temporäre Rodungen auf einer Fläche von 5685 Quadratmeter notwendig. Die gerodeten Flächen werden nach Bauende wieder aufgeforstet.

Beim Bahnhof Lommiswil ist zudem ein belasteter und untersuchungsbedürftiger Standort bekannt. Die dort nötigen Arbeiten werden diesem Umstand angepasst.

Bei einem Bauprojekt dieser Grösse müssen heutzutage auch die Auswirkungen auf Flora und Fauna untersucht werden. Im Gleisbereich und in den nahegelegenen Gebieten konnte die national geschützte Mauereidechse nachgewiesen werden. Für deren Schutz werden aber keine speziellen Massnahmen ergriffen, da die Eidechsen genügend Rückzugsflächen finden, die nicht von den Arbeiten tangiert werden. Nachgewiesen wurden weiter auch der Mäusebussard und der Bläuling. Auch für diese beiden Arten müssen keine speziellen Massnahmen ergriffen werden.

Besondere Vorsicht ist bei den Bauarbeiten geboten, weil diverse Neophyten im Projektperimeter nachgewiesen wurden. Es sind das einjährige Berufskraut, Kirsch-Lorbeer, die kanadische Goldrute, die armenische Brombeere, Robinie und der asiatische Staudenknöterich. Diese müssen sorgfältig entsorgt werden, damit sie sich nicht weiter verbreiten.

Hinweis: Die Planunterlagen können noch bis zum 5. November auf dem Stadtbauamt in Solothurn und in den Gemeindeverwaltungen in Bellach, Langendorf, Lommiswil und Oberdorf angesehen werden.

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