Am Mittwochabend fand in Aetingen ein Informationsanlass für die Mitglieder des Golfclubs Limpachtal statt. Die Genossenschaft Migros Aare übernimmt den Platz im Verlauf des Julis. Jochen Müller, Leiter des Direktionsbereichs Freizeit der Migros Aare, sagt, was die neue Besitzerin mit Golf Limpachtal vorhat.

Jochen Müller, waren Sie überrascht, dass der Verkauf so hohe Wellen geworfen hat?

Jochen Müller: Wir waren nicht überrascht. Wir haben damit gerechnet, dass es Reaktionen gibt. Es gab übrigens deswegen nicht mehr und nicht weniger Kündigungen als in anderen Jahren. Aber natürlich gibt es unter den Mitgliedern viele Fragezeichen. Viele Fragen konnten aber bereits beantwortet werden. Die Golfer fühlen sich weiterhin verbunden mit Golf Limpachtal. 

Die Identifikation der Limpachtaler mit ihrem Club ist sehr hoch. Ist das am Moossee, wo Sie einen Golfclub betreiben, auch der Fall?

Das ist eine andere Geschichte. Der Golfclub Limpachtal ist ein Familienbetrieb, und er wurde durch die Aktienmitglieder geprägt. Das ist etwas anderes als bei anderen Golfclubs der Migros. Diesen Umstand werden wir berücksichtigen in Zukunft.

Warum haben Sie den Golfplatz Limpachtal übernommen?

Rudolf Schnorf, der bisherige Besitzer, suchte eine Nachfolgelösung. Er hat den Kontakt mit uns aufgenommen. Am Anfang waren wir überrascht über diese Anfrage. Wir waren aber seit Beginn der Gespräche in intensivem Kontakt. Ich versuchte zu verstehen, was die ursprüngliche Motivation für den Verkauf ist, und ob wir Gemeinsamkeiten haben. Wir haben festgestellt, dass die beiden Unternehmen gar nicht so weit auseinanderliegen. Die Idee von Rudolf Schnorf, und das sagt schon der Name, ist «Public Golf», also Golf für alle. Das ist auch bei uns so. Zudem ist die Mitgliederstruktur ähnlich. Es gibt je zwei Typen: Im Limpachtal die Aktionäre und die Klubmitglieder, am Moossee Klubmitglieder und freie Golfer, die jeweils unterschiedlich behandelt werden.

Unterschiede haben Sie nicht entdeckt?

Es gibt auch Unterschiede. Vor allem was die Grösse, den Standort und die Frequenz betrifft. Ich bin aber überzeugt, dass wir eine gute Lösung finden werden für die bestehenden Mitglieder.

An wen richtet sich das Angebot künftig?

Limpachtal bleibt eine Public-Golf-Anlage. Unser Ziel ist es, die Anlage weiterhin erfolgreich zu führen. Dazu gehört, dass wir die bestehenden Mitglieder überzeugen. Aufgrund von möglichen Synergien auf der Management-Ebene können wir den Betrieb optimieren und Mittel investieren.

Wo konkret?

Nun müssen wir den Platz zuerst erwerben und dann schauen, wo der Bedarf ist. Wenn es einen Grund zur Investition gibt, werden wir diese tätigen und bei Bedarf mit den Mitgliedern besprechen.

Viele Golfer befürchten, dass der Platz nach der Übernahme von zu vielen Spielern genutzt wird.

Es ist verständlich, dass die Spieler den Vergleich zu Moossee ziehen. Dort haben wir aber eine andere Situation, das kann man nicht vergleichen. Insbesondere die Grösse macht den Unterschied. Im Limpachtal haben wir keinen Grund für eine Vergrösserung. Falls es die Absicht gibt, mehr Löcher zu bauen, muss diese von den bestehenden Mitgliedern kommen.

Ein späterer Ausbau ist nicht geplant?

Das ist kein Thema, der Bedarf besteht nicht. Wir übernehmen eine gut funktionierende 18-Loch-Anlage. Sollte es soweit kommen, muss dies mit den Mitgliedern besprochen werden. Wir pflegen bei der Migros Aare sehr offene Kontakte zu unseren Mitgliedern.

Wie viel hat die Migros für die Aktien bezahlt?

Über den Kaufpreis haben wir Stillschweigen vereinbart.

Warum haben Sie das Land nicht übernommen? Sehen Sie darin kein Risiko?

Überhaupt nicht, das ist identisch beim Moossee. Falls eine Übernahme ein Thema wird, dann erst 2038. Bis dahin bezahlen wir den Baurechtszins. Wir können den Betrieb in den nächsten 25 Jahren sicher gestalten. Das ist ein sehr wichtiger Aspekt für unsere Übernahme.

Was passiert mit den 44 Spielrechtsaktien, die die Migros gekauft hat?

Sie gehören der Migros, so wie die anderen Aktien auch. Theoretisch könnten sie verkauft werden. Aber derzeit ist noch nicht klar, ob sie auf den Markt kommen.