Halten
Wanderndes Kino ermöglicht einmaliges Erlebnis auf dem Land

Die Tour des wandernden «roadmovies» führt durch drei Solothurner Gemeinden. Auf Kinobesuch in Halten.

Anina Mathivannan
Merken
Drucken
Teilen
Selten waren so viele Zuschauer wie in Halten bei einem «roadmovie».

Selten waren so viele Zuschauer wie in Halten bei einem «roadmovie».

Anina Mathivannan

Weniger als 3000 Einwohner, kein eigenes Kino, aber eine Primarschule: Das sind die Bedingungen, die ein Dorf erfüllen muss, um sich bei «roadmovie» anzumelden. Schon zum 14. Mal begibt sich das wandernde Kino auf den Weg durch Schweizer Kleingemeinden. Diesen Herbst hält es drei Mal im Kanton Solothurn: in Halten, Subingen und Drei Höfe. Am Donnerstag fand die erste Solothurner Ausgabe statt in Halten.

Grosses Kino für Jung und Alt

Das Besondere an «roadmovie» ist die ausschliessliche Präsentation von Schweizer Filmen und eine filmische Schulung für Schüler und Schülerinnen. In diesem Sinne finden bei jedem Halt nachmittags eine Schüler- und abends eine öffentliche Vorführung statt. Für die Schüler der Kreisschule Halten, Oekingen und Kriegstetten und den Haltner Kindergarten wurden einige Schweizer Kurzfilme, wie etwa «One two tree» oder «Cats and dogs», präsentiert – mit anschliessenden Diskussionen zum Zeichentrickfilm und weiteren filmischen Elementen.

An der Abendvorstellung erwartete die Besucher der Eröffnungsfilm der diesjährigen Solothurner Filmtage: «Die göttliche Ordnung». Petra Volpes Meisterwerk begeisterte auch auf dem Land. Nicht nur während der halbstündigen Pause, sondern auch danach gab das spät eingeführte Schweizer Frauenstimmrecht zu reden. Moderiert wurden beide Vorstellungen von «roadmovie»-Mitglied Marcel Hörler. Auch zwei Sondergäste waren vor Ort: Regula Begert und Doris Tóth, die als Aufnahmeleiter und Location Scouts selbst beim Film mitgewirkt haben.

Auch für die erwachsenen Wanderkinobesucher wurde der Abend anschliessend lehrreich. Die beiden Frauen aus dem Film erzählten nämlich von ihrer Arbeit, etwa wie sie den Drehort gefunden haben, und beantworteten Publikumsfragen.

Der Kinoeintritt war, wie immer bei «roadmovie», kostenlos, doch es wurden Kollekten gesammelt. Der von Bund, Kantonen, Gemeinden und Stiftungen finanzierte Verein ermöglicht seit 14 Jahren dort, wo es keine Kinos gibt, Begegnungen zwischen Filmschaffenden und dem Publikum. Bar, Kuchenstand, Abendessen, Glace-, Kaffee- und Kuchenverkauf wurden von Haltner Vereinen und die Hallendekoration von der Schule übernommen. Nicht nur Kino also, sondern ein Ort der Begegnung.

Stopps in Solothurn Di, 24. 10., Drei Höfe, «Unerhört jenisch»; Mo, 30. 10., Subingen, «Die göttliche Ordnung».