Selzach
Während vier Jahren stand es leer – jetzt feiert die «Grabachern» Neueröffnung

Nach vier Jahren Pause soll wieder neues Leben in die Gemäuer des Restaurants Grabachern in Selzach einkehren. Für den kommenden Samstag ist die Wiedereröffnung angesagt.

Urs Byland
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Bianca Weibel und Mischa Schwarzentrub hoffen auf viele Gäste im Grotto.

Bianca Weibel und Mischa Schwarzentrub hoffen auf viele Gäste im Grotto.

Hanspeter Bärtschi

Eine lange Zeit ist es her, seit die «Grabachern», das Restaurant ausgangs Selzach bei der Abzweigung nach Altreu, Gäste beherbergte. Am nächsten Samstag ist wieder so weit. Gepachtet hat das Restaurant ein Wirtepaar. Bianca Weibel wird sich um de Gäste kümmern und Mischa Schwarzentrub übernimmt die Küche.

Beim Ortstermin ist das Restaurant noch nicht ganz bereit. Einige Malerarbeiten wurden bereits ausgeführt, aber überall muss noch etwas Hand angelegt werden. Und die neue Beleuchtung wird noch länger auf sich warten lassen. «Die Lampen brauchen einige Wochen, bis sie geliefert werden, aber wir haben eine Zwischenlösung. Das wird schon», bleibt der 38-jährige Mischa Schwarzentrub gelassen. «Das wichtigste ist mit der Kaffeemaschine ja angekommen.»

Aber ein Café soll die «Grabachern» nicht werden. Sie soll das werden, was sie bis vor vier Jahren war. «Gut bürgerliche und internationale Küche», sagt Schwarzentrub. Die internationale Küche ist auf seine Vergangenheit zurückzuführen. Er arbeitete in Betrieben in Mexico und Ecuador. «Wir wollen nicht auf Gourmetküche machen, aber die Teller dürfen sich ruhig abheben. Es soll nicht eine 08/15-Küche sein.»

Als Ergänzung wird auch der Pizzaofen beim Eingangsbereich in Betrieb genommen. «Aber wir sind keine Pizzeria.» Das Fleisch wird hauptsächlich beim Dorfmetzger eingekauft. Und auch Vegetarier sollen auf der Karte passende Menüs finden. In der «Grabachern» soll künftig eine Grundkarte angeboten werden, die fünf, sechs Mal im Jahr mit Saisonkarten ergänzt wird.

Grotto und «Znüni-Hits»

Stolz ist das Wirtepaar auf ihr Grotto im 200-jährigen Gewölbekeller. Dort wollen sie am Mittag und Abend die Gäste empfangen. «Die Besucher wollen wahrscheinlich eher im Grotto bedient werden, als in der Gaststube.» Montag und Dienstag bleibt das Restaurant geschlossen.

Mischa Schwarzentrub kocht gemeinsam mit einem gelernten Koch und einer Küchenhilfe, so das Ziel. Im Service wird Bianca Weibel anfangs von vier Aushilfen unterstützt. Speziell will man am Morgen «Znüni-Hits» anbieten in der Hoffnung, vom Durchgangsverkehr auf der Bielstrasse profitieren zu können. Schwarzentrub hofft aber auch auf die treuen Stammgäste von seinem letzten Arbeitsort in Oberbipp oder auf die Uhrenstädter, stammt er doch von Grenchen. «Wir haben schon viele positive Rückmeldungen erhalten.»

Unterschiedliche Karrieren

Bianca Weibel (33 Jahre alt) hat nach der Lehre in der «Sonne» in Bremgarten beim Aufbau des Restaurants im Palais Besenval geholfen. Sie wechselte in die «Krone» Solothurn und ging anschliessend ins «Limpach’s» Aetigen. 2013 wurde sie Mutter einer Tochter, jobbte an diversen Orten, bis sie von Schwarzentrub an dessen Arbeitsort in Oberbipp eingestellt wurde.
Abenteuerlich ist die Vergangenheit von Schwarzentrub. Die Lehre absolvierte er im «Löwen» Messen. Es folgte das Militär (Fourier), der «Bären» Utzenstorf und das «Attisholz» von Jörg Slaschek.

Anschliessend reiste er nach Mexico und arbeitete ein Jahr in der City, wo er an einer Kochschule unterrichtete, ein Jahr in Acapulco und ein Jahr in Ixtapa-Zihuatanejo. Dort konnte er für die Kette eines Fünfsterne-Betriebs im ganzen Land reisen und deren Karte standardisieren. Es folgten zwei Jahre Ecuador. Ein Headhunter lockte ihn in die Hauptstadt Quito. Später arbeitete er auf einem Golfplatz und dirigierte 14 Verpflegungspunkte mit 181 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zurück in der Schweiz arbeitete er im «Jungfrau» Mürren, zwei Jahre in Unterägeri und fünf Jahre in Oberbipp. «Wenn es draussen hudelt, wünsche ich mich nach Mexico zurück.»

Schnell einig geworden

«Wir suchten längere Zeit», erklärt Mischa Schwarzentrub. Sie wollten nicht mehr angestellt werden, sondern selbstständig sein. «Entweder waren aber die Betriebe zu gross oder zu klein», ergänzt Bianca Weibel. «Dann sind wir auf die ‹Grabachern› gestossen. Ich schrieb dem Besitzer am Montag, am Mittwoch konnten wir sie bereits anschauen gehen, und eine Woche später sassen wir beim Besitzer in Luzern im Büro und haben den Vertrag unterschrieben.» Sie hätten etwas auf dem Lande gesucht. «Wir sind ja auch vom Land. Wir fühlen uns hier daheim», sagt die in Wangen an der Aare aufgewachsene Bianca Weibel. «Und wir können uns mit dem Betrieb identifizieren», so Schwarzentrub.

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