Recherswil
Wahl der Umbauvarianten wird aufgeschoben

Der Gemeinderat von Recherswil will eine fundierte Kostenaufstellung für die Erweiterung der Schulanlagen. Zur Diskussion steht ein komplett neuer Kindergarten beim Primarschulhaus, oder den Ausbau des bisherigen am Standort Winkel.

Marlene Sedlacek
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Soll der neue Kindergarten direkt neben dem Primarschulhaus Recherswil gebaut werden?

Soll der neue Kindergarten direkt neben dem Primarschulhaus Recherswil gebaut werden?

Oliver Menge

Eigentlich hätte der Gemeinderat dem Volk an der Gemeindeversammlung zwei Varianten der Schulraumplanung vorstellen und dann an der Urne darüber abstimmen lassen wollen. Der Gemeinderat selber hatte sich nicht abschliessend auf eine Variante einigen können. Knackpunkt ist der Kostenunterschied von einer Million Franken.

Maria Rothenbühler (CVP), Ressortleiterin Bildung, vertritt die Meinung der Lehrerschaft: «Eine Sanierung des bestehenden Kindergartens kommt aus pädagogischen Gründen nicht infrage», sagte sie. Sie bemängelte auch, dass die Projekte noch nicht reif seien, um dem Volk zur Abstimmung vorgelegt zu werden.

1.Variante sieht vor, auf dem Schulhausareal einen Kindergarten zu bauen, die 2. sieht den Kindergarten am Standort Winkel ausgebaut.

1.Variante sieht vor, auf dem Schulhausareal einen Kindergarten zu bauen, die 2. sieht den Kindergarten am Standort Winkel ausgebaut.

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Sie würde eine Infoveranstaltung begrüssen, an der detailliert über die Vor- und Nachteile orientiert werde. Gemeinderat Peter Wüthrich (SVP) ortete hinter den Überlegungen der Lehrerschaft die Angst, das Volk könnte nur auf die Kosten schauen und deshalb die günstigere Variante bevorzugen.

«Es ist Aufgabe der Arbeitsgruppe und der Schulleitung, die Leute zu sensibilisieren, wie wichtig der pädagogische Aspekt ist», forderte er. Der Gemeinderat einigte sich schliesslich darauf, an der kommenden Gemeindeversammlung auf einen Kreditantrag von 400'000 Franken für die erste Planungsphase zu verzichten.

Stattdessen schlug Gemeindepräsident Hardy Jäggi vor, eine seriös erarbeitete Kostenaufstellung beider Varianten in Auftrag zu geben. Dafür will er einen Kredit von 50'000 Franken beantragen. Die Abstimmung über den Gesamtkredit und der Entscheid für eine der beiden Varianten werden in einem Jahr erfolgen.

Grundgebühren für Wasser

Die Bürger und Bürgerinnen können sich auf niedrigere Grundgebühren für Wasser und Abwasser freuen. Das Vermögen der Spezialfinanzierungen ist mit 505'600 beziehungsweise 326'100 Franken relativ hoch. Der Gemeinderat beschloss auf Antrag der Baukommission, diese Reserven durch eine Reduktion der Gebühren abzubauen. Die Grundgebühr für Wasser wird von 70 auf 50 Franken gesenkt. Bei der Abwasserbeseitigung von 125 auf 75 Franken.

Gefahr durch Bäume?

34 Bewohner und Bewohnerinnen der Westringstrasse und des Tannenwegs haben sich per Brief an den Gemeinderat gewandt. Sie fürchten um die Sicherheit der Wohnzone, die an den Hölzliwald anschliesst. Deshalb beantragen sie, die Bäume am Ostrand des Wäldchens zu fällen, die höher als 30 Meter sind. Als Waldbesitzerin ist die Gemeinde Recherswil für dessen Pflege verantwortlich. Hardy Jäggi wird eine Begehung mit dem Kreisförster veranlassen. Dieser soll das Sicherheitsrisiko beurteilen und nötigenfalls die Bäume fällen lassen, die eine Gefahr darstellen.

Voraussichtlich ab März wird die Gemeindeverwaltung Unterstützung erhalten. Die Wahl zur Besetzung dieser 50-Prozent-Stelle ist erfolgt. Dies im Zusammenhang mit der Aufhebung des Bausekretariats, welches mit der Anstellung eines vollamtlichen Bauverwalters überflüssig wird. Zur Schaffung dieser 100-Prozent-Stelle muss der Souverän an der Gemeindeversammlung allerdings noch seine Zustimmung
geben.

Die Gemeindeverwaltung wird vom 21. Dezember bis zum 3. Januar geschlossen bleiben. «Dann läuft sowieso nicht mehr viel», begründete Jäggi. Wer eine Tageskarte für diese Zeit erstehen möchte, sollte diese bis spätestens am 18. Dezember am Schalter abholen.