Derendingen

Wärme wird nachbarschaftlich ausgetauscht

Das Druckerei-Gebäude in Derendingen. zvg

Das Druckerei-Gebäude in Derendingen. zvg

Die Druckerei Vogt-Schild Druck AG und das Industrielackwerk Brönnimann AG teilen sich die Restwärme der Rollenoffsetdruckmaschine. So wird auch viel Heizöl gespart.

Auf den ersten Blick haben die Druckerei Vogt-Schild Druck AG und das Industrielackierwerk Brönnimann AG praktisch nichts gemeinsam. Doch die beiden Firmen aus Derendingen sind Gebäudenachbarn.

Trotz einer sehr guten Beziehung sei es dennoch schwierig, Synergien zwischen den beiden Traditionsunternehmen zu finden, so Marco Blum, Sicherheits- und Umweltbeauftragter bei der Vogt-Schild Druck AG. Wäre da nicht die Wärme. Der Trocknungsofen der Rollenoffsetdruckmaschine erzeugt sehr viel nutzbare Wärme.

Mit einem Teil der Restwärme wird seit längerer Zeit die interne Gebäudeheizung betrieben. An wärmeren Tagen muss das Gebäude jedoch nicht geheizt werden. Die freigesetzte Wärme aus dem Trocknungsofen kann deshalb nicht vollumfänglich genutzt werden.

Druckerei beliefert Lackierwerk

Das Industrielackierwerk Brönnimann benötigt auch im Sommer viel Wärme. Die chemische Vorbehandlung der Teile erfolgt teils in grossen Bädern, die beheizt werden müssen.

Mit dem Einbau eines Wärmetauschers, Leitungen und Ventilen sowie der Anpassung einer bereits bestehenden Steuerung können nun beide Unternehmen profitieren und trügen damit einen wesentlichen Teil zum Umweltschutz bei, so Blum. «Wir sparen rund 50 000 Liter Heizöl pro Jahr.»

Und Marc Kurt, Geschäftsführer der Brönnimann AG, ergänzt: «Seit dem Start der Wärmeübergabe Anfang September haben wir keinen Liter Heizöl mehr verbraucht. Diese Anlage hilft uns massgeblich, die CO2-Reduktionsziele deutlich zu übertreffen.»

Bereits 2014 hatte die Vogt-Schild-Druckerei das Projekt Grundwassernutzung fertiggestellt. Mit der getätigten Investition von mehr als einer Million Franken für die Kühlung aller Produktions- und Klimaanlagen habe mithilfe von Grundwasser der eigene Stromverbrauch um jährlich rund acht Prozent reduziert werden können. Dies entspreche dem jährlichen Verbrauch von mehr als 70 Einfamilienhäusern.(mgt)

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