«2040 ist das Attisholz-Areal rund 25 Jahre organisch gewachsen und hat sich zu einem Ort für Wohnen, Arbeiten, Gewerbe, Bildung, Forschung, Leben, Erleben und Geniessen transformiert», schilderte Patrick Senn, Gesamtprojektleiter des Attisholz-Areals, die Vision der Halter AG. Zusammen mit Christian Erb, Leiter Energie und Gebäudetechnik, informierten die beiden Experten der Areal-Eigentümerin Halter AG Immobilien am Montagabend über die Philosophie der Firma. Im Zentrum stand dabei insbesondere die Nachhaltigkeit des Bauens. Neben dem Riedhölzer Gemeinderat liessen sich auch zahlreiche Mitglieder verschiedener Kommissionen informieren.

Es soll ein lebendiger Ort mit eigener Identität werden, mit industrieller Vergangenheit und Historie, offen für alle Bevölkerungsgruppen, sozial durchmischt, mit einer Breite an Angeboten für Leute in allen Lebensphasen. Die Dimensionen sind gross, verdichtetes Bauen zentral: «Das Attisholz-Areal würde in der Stadt Zürich etwa drei Tramstationen beinhalten», so Senns Vergleich der Grössenordnung. Zudem verdeutlichte er, dass man eine moderne, nachhaltige Lebensraumentwicklung verfolge. Ziel sei es, etwas Gebrauchtes zu etwas Neuem zu transformieren – «Evolution, nicht Revolution», unterstrich Senn und erläuterte das schrittweise organische Wachstum. «Das Attisholz-Areal bietet eine einzigartige Chance für ein nachhaltiges Generationenprojekt», so der Fachmann.

Wie viel zusätzliche Energie?

Die beiden Experten machten zudem auf das grosse energetische Potenzial des Areals aufmerksam. Durch Zusammenführen des Areals können Energien quer ausgenutzt werden, eine integrale Betrachtung von Wärme und Kälte steigere die Effizienz enorm. «Wir sind hier sehr prominent mit potenziellen Quellen versorgt», unterstrich Erb und nannte im gleichen Atemzug die Aare, aber auch ARA, Kebag und Biogen, welche sich in unmittelbarer Nähe befinden. Synergien sollen genutzt werden.

Anhand anderer bisher realisierter Projekte stellten die Fachleute ihre ausgeklügelten Systeme vor: Ein Heizungsnetz, das im Sommer als Kältenetz läuft oder eine Kältemaschine, deren Abwärme in den Wärmeverbund fliesst. Solche Konzepte erhöhen die Flexibilität und die Energieeffizienz.

Durch das Zusammenführen von Energien an einem Punkt können sämtliche Abwärmen aus der Kälteproduktion zuerst als Wärme genutzt werden, es entstehen wirtschaftliche und ökologische Vorteile. «Das ergibt eine ganz andere ökologische Performance, als wenn jeder für sich schauen würde», so Erb. Wenig Energie verbrauchen, die standortgebundenen Abwärmequellen nutzen und schliesslich alternativ produzieren, darin bestehe das Credo.

Ausserdem konkretisierte Erb einen zweiten Aspekt: «Es geht nicht nur darum, wie viel Energie ein Haus verbraucht, sondern auch darum, wie viel Energie aufgewendet wurde, um dieses Gebäude zu bauen», so Erb. Je länger ein Gebäude genutzt wird, umso besser wird seine Gesamtbilanz – auch Attisholz-Bauten könne man weiternutzen.

Soll man wirklich renovieren?

An der eigentlichen Gemeinderatssitzung führte der vom Vorstand der GSU (Gemeinsame Schule Unterleberberg) beantragte Kredit von 55'000 Franken für die Sanierung des Hauswarthauses beim Sekundarschulzentrum zu Diskussionen. Nachdem das Hauswartehepaar den Mietvertrag gekündigt hatte und im Dezember nach Günsberg zog, beabsichtigt der Vorstand nun, das leerstehende Haus zu renovieren und an Private weiterzuvermieten. Da das Haus leer stehe, sei jetzt der richtige Zeitpunkt dafür, so der Vorstand.

In der Diskussion wurde schnell klar, dass sich einige Ratsmitglieder auch Alternativen vorstellen könnten. Wäre das Objekt nicht vielleicht interessant für Mieter, die lieber einen tieferen Mietpreis zahlen und dafür nicht frisch gestrichene Wände und neue Türen erwarten? Ausserdem brachte Gemeindepräsidentin Jasmine Huber ein, dass die Sozialen Dienste mittlerer und unterer Leberberg (SDMUL) auf der Suche nach Raum seien.

In diesem Haus könnte doch optimal eine asylsuchende Familie untergebracht werden. Huber unterstrich den sozialen Auftrag, den die Gemeinde von Gesetzes wegen habe und sagte: «Wenn nicht einmal wir unserem eigenen Sozialdienst Raum zur Verfügung stellen können, wer dann?» Hubersdorf lehne eine Vermietung des Hauses an SDMUL allerdings ab, berichtete die Gemeindepräsidentin weiter, sie habe diesbezüglich bereits im Dezember angeklopft. Trotz gewisser Vorbehalte genehmigte der Gemeinderat den Kredit schliesslich mit fünf Ja-Stimmen bei zwei Gegenstimmen. Allerdings wurde den Delegierten die klare Botschaft mitgegeben, dass SDMUL beigezogen werden solle.

Ausserdem beschloss der Gemeinderat, zuhanden der eidgenössischen Elektrizitätskommission (ElCom) Beschwerde einzureichen, und zwar aufgrund der Strompreiserhöhung und möglicher Quersubventionierungen durch die AEK. Ratsmitglied Martin Reber erklärte, dass man ein Zeichen setzen wolle und sich nicht einfach mit allem einverstanden erkläre. Bei fünf Befürwortungen, einer Gegenstimme und einer Enthaltung sprach sich der Rat klar dafür aus. Als Grundlage dient dabei die Beschwerde der Gemeinde Feldbrunnen-St. Niklaus, die bereits eingereicht wurde.