Lommiswil
Vorschlag zur Sanierung des Schulhauses gefiel nicht allen

Die ausserordentliche Gemeindeversammlung in Lommiswil beschliesst eine Urnenabstimmung über die Schulhaus-Sanierung. Diese kostet 1,5 Millionen Franken.

Gundi Klemm
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Das Schulhaus muss behindertengerecht gemacht und energetisch saniert werden. Das Geschäft wird an der Urne entschieden.

Das Schulhaus muss behindertengerecht gemacht und energetisch saniert werden. Das Geschäft wird an der Urne entschieden.

Hanspeter Bärtschi

Wer in der von 41 Stimmberechtigten besuchten Gemeindeversammlung geglaubt hatte, das Geschäft Sanierung Schulhaus I sei ein Spaziergang, erlebte stattdessen ein ernsthaftes Tauziehen. Es endete mit einem von Adolf von Burg formulierten Rückweisungsantrag, den die Versammlung aber mit 22 zu 13 verwarf. Sechs Personen hatten nicht mitgestimmt.

Zuvor hatten Gemeindepräsidentin Erika Pfeiffer und die beiden Architekten Urs Eng und Stephan Portmann den Umfang der Eingriffe in das historische Gebäude aus dem Jahr 1923 vorgestellt. Der Auftrag des Gemeinderates an sie hatte gelautet, das Gebäude behindertengerecht und energetisch zeitgemäss auszustatten sowie den Schulraum zu optimieren.

Rolf Voegeli hatte als Mitglied der vierköpfigen Arbeitsgruppe die Funktionen des alten Schulhauses vorgestellt. Im Parterre befinden sich die beiden Kindergärten, im ersten Stock die Gemeindeverwaltung, im zweiten Obergeschoss die Schule für Werken 1 und 2 und im Keller Musikzimmer sowie Gemeindearchiv. Ohne denkmalpflegerische Auflagen beurteilt der Kanton das Haus als erhaltenswert.

Der Gemeinderat plante mit Grundsatzentscheid 2014 eine Sanierung, um alle dokumentierten Schäden zu beheben und auch die überalterte Leitungsinfrastruktur und die Sanitärbereiche zu modernisieren. Die schadhafte Heizanlage soll – finanziert durch einen separaten Nachkredit – bereits in der kommenden Periode ersetzt werden, indem die Schulanlagen I und II mit der Schnitzelheizung der Dorfhalle verbunden werden. Die Planer erläuterten alle Massnahmen, die neben der Isolation des Dachstocks vor allem den nordseitigen Anbau eines Personenlifts und einen Ausbau im Erdgeschoss für Garderobe und WC vorsehen.

«Rucksäckli» kritisch bewertet

Ein Votant, dem die nordseitig ans Schulhaus anstossende Liegenschaft gehört, ärgerte sich über den mit nur 3,5 Meter nicht durchgehend eingehaltenen Grenzabstand und bezeichnete wie weitere Sprecher die vorgesehenen symmetrisch angeordneten Aus- und Anbauten als «Verschandelung» der historischen Nordfassade mit dem charakteristischen Uhrentürmchen auf dem Dach. «Eine solche Verunstaltung passt nicht», hiess es zu den spasshaft als «Rucksäckli» bezeichneten Erweiterungen von mehreren Seiten, die auch Vorschläge zum Einbau des Liftes als Innenanlage samt Hebebühne im Keller skizzierten. Portmann wies auf die Beengtheit des Raums und vor allem die beiden Treppen im Eingangsbereich hin, die sich nur mit zusätzlichen Treppenliften überwinden liessen.

Vor allem habe die Planung in vielen Bereichen «mit angezogener Handbremse» gearbeitet, um zusätzlichen Aufwand einzusparen. Ein im Ort zugezogener Pflegefachmann rief in Erinnerung, wie eine für öffentliche Gebäude vorgeschriebene, eigenständige Zugänglichkeit für behinderte Personen ohne zusätzliche Hilfe aussehen sollte. Aus seiner Sicht stelle dieser Entwurf für eine mit Aussenrampe erreichbare Liftanlage, die vom Keller bis ins Dach reicht, eine ideale Lösung dar.

Mit Blick auf die Kosten von 1,538 Millionen Franken verhakten sich etliche Anwesende an Einzelpositionen wie etwa der Erneuerung der 34 Jahre alten Fenster. Die Gemeindepräsidentin machte dem ein Ende, indem sie auf deren Zugigkeit verwies. Zuvor hatte sie die finanzielle Tragbarkeit der Investition für die aktuell 1491 Einwohner zählende Gemeinde mit einem Eigenkapital von 1,85 Millionen Franken und gleichbleibendem Steuerfuss von 127 Prozent erläutert. Ein weiterer Beteiligter bedauerte, dass nicht zwei Erneuerungsvarianten – mit Blick auf den Lifteinbau – zur Abstimmung vorlägen. «Wir brauchen dringend eine bauliche Lösung, die für jetzt 40 Kinder unseren Kindergarten anpasst», appellierte Schulleiter Hans-Peter Hadorn an die Versammlung, die sich für die Urnenabstimmung des Geschäfts am 25. September entschied. Die Planer sehen vor, dass der Baustart am 1. März 2017 stattfinden könnte.

Kompostplatz bleibt erhalten

Das Kantonalamt für Umwelt hatte verfügt, dass der bestehende, unbefestigte Kompostplatz der Gemeinde mit Frist bis 23. September den gesetzlichen Auflagen entsprechen müsse. Gemeinderat Roger Jutzeler stellte die Massnahmen vor, um im Sinne der Bevölkerung den Sammelplatz weiter betreiben zu können. Befestigt mit einem Teerbelag zur Entwässerung und Befestigung für 120 000 Franken als Nachkredit zulasten der Abfallrechnung wird das von Einwohnern kostenlos und individuell zusammengetragene Grüngut in einem Container gesammelt und neu einer professionellen Kompostieranlage zugeführt.

Bisher übernahmen Landwirte das Kompostiermaterial, das häufig in seiner Qualität zu wünschen übrig liess. Mehrheitlich stimmte die Versammlung dem Antrag zu, den Platz zu erhalten und damit im bisher üblichen Gebührenrahmen zu bleiben. Ein Kenner der Abfallwirtschaft warnte jedoch, dass der Aufwand insgesamt zunehmen werde, auch wenn der Gemeinderat von vorerst gleichbleibenden Kosten ausgeht.