Flumenthal

Von sechs ist jetzt gerade noch ein Bahnübergang offen

Die Anlagen der Aare Seeland mobil in Flumenthal und Attiswil werden aus sicherheitstechnischen Gründen saniert. Aber auch, weil sie bereits vergleichsweise alt sind.

Seit dem 24. September wird rund um den bisherigen Bahnhof der Aare Seeland mobil in Flumenthal mit Hochdruck gearbeitet. Das alte Bahnhofgebäude ist in der Zwischenzeit abgerissen worden. Es muss der neuen Haltestelle und seinem Vorplatz weichen, welche südseitig des Geleises zu stehen kommen.

Mit dem Umbau in Flumenthal – und gleichzeitig auch in Attiswil – wird die Doppelspur, die im Jahr 2011 zwischen den beiden Dörfern bereits erstellt wurde, vervollständigt. Das heisst unter anderem, dass in Flumenthal ein Gleis rückgebaut wird, da es nicht mehr benötigt wird. Gleichzeitig wird in Attiswil in Richtung Osten die zweispurige Kreuzungsstelle verlängert.

Bahnübergänge sanieren

Auslöser der Bauarbeiten ist unter anderem, dass sogenannte ungesicherte Bahnübergänge wegen ihrer hohen Unfallgefährdung bis Ende 2014 hätten saniert werden sollen (siehe auch Kasten). Zudem sind die Bahnanlagen in Flumenthal und Attiswil die ältesten auf der Strecke und sanierungsbedürftig. Bis die Bauarbeiten in Flumenthal starten konnten, dauerte es aber etwas länger. Nach der Planauflage hagelte es Einsprachen, und es dauerte rund zweieinhalb Jahre, bis die verschiedenen beteiligten Partner eine Lösung fanden, die einigermassen befriedigt.

«Mit dem Umbau werden Schiene und Strasse komplett voneinander getrennt», erklären Daniel Nadig (Leiter Infrastruktur und Bau bei der Aare Seeland mobil) und Jean-Pierre Kipfer (Geschäftsführer der EBB AG, Engineering Bahn Bau). Tatsächlich wird sich dies nach Abschluss der Arbeiten sogar visuell bemerkbar machen, da zwischen Geleise und Baselstrasse eine rund 30 Zentimeter hohe Betonmauer gebaut wird.

Gleich sechs Bahnübergänge werden in Flumenthal geschlossen. Sie befanden sich alle entlang der Baselstrasse auf einer Länge von rund 300 Metern. Das bedingt, dass mehrere Liegenschaften neu erschlossen werden müssen. Auch die neue Haltestelle ist künftig nur noch von der Rötistrasse her erreichbar. «Der Weg wird für einige etwas weiter, aber nach den gültigen Richtlinien ist die Länge für die Fussgänger tolerierbar», erklärt Kipfer.
Als einziger Übergang verbleibt jetzt noch derjenige an der Kirchgasse. Dieser war bis heute nur mit Blinklichtern und sogenannten Andreaskreuzen ausgerüstet. Bis zum 24. Oktober wird dort eine Vollschrankenanlage gebaut.

60 Meter langes Perron

Die neue Haltestelle wurde bewusst so gestaltet, dass sie sich gut in das bestehende Ortsbild einpasst. Ein kleiner Platz mit Bäumen und Grün vervollständigt das Bild. Das Perron misst neu 60 Meter und der Zustieg wird niveaugleich möglich sein. Damit werde das Behindertengleichstellungsgesetz umgesetzt. «Das dient aber auch allen anderen Fahrgästen», so Daniel Nadig. Zurzeit fährt die asm mit 40 Meter langen Zugskompositionen.

Man erwarte aber eine Steigerung der Anzahl der Fahrgäste und lege die neuen Bahnhöfe deshalb auf 60 Meter aus. Die Intensivbauphasen in Flumenthal und Attiswil wurden bewusst in die Herbstferienzeit gelegt. «So müssen wir die Bahnlinie nur einmal unterbrechen.» Ausserdem spüre man die Ferienzeit, es würden deutlich weniger Fahrgäste befördert. Als Letztes hofft man, dass auch einige der Anwohner in den Ferien sind und so die Unannehmlichkeiten durch die Bauarbeiten leichter zu ertragen sind.

Schwierige Platzverhältnisse

In der Zeit vom Juli bis zum 23. September wurden vorwiegend Vorbereitungsarbeiten ausgeführt. Am 24. September wurde die alte Gleisanlage zurückgebaut; zurzeit wird der neue Gleisunterbau erstellt. «Wir liegen gut im Zeitplan, auch dank des guten Wetters», meinen Nadig und Kipfer übereinstimmend. Speziell seien die Platzverhältnisse in Flumenthal. «Es ist sehr eng», so Kipfer. Der beauftragte Bauunternehmer habe sich darum dazu entschlossen, mit Kränen zu arbeiten.

«Das Material wird von obenher antransportiert. Man muss sich das vorstellen, wie wenn ein Helikopter die Sachen bringen würde.» Trotzdem ist die Baselstrasse nur einspurig befahrbar. Auch auf dem Fuss- und Veloweg in Richtung Riedholz muss man Behinderungen in Kauf nehmen. «Wir haben viele Sicherheitsleute vor Ort, die den Verkehr regeln.» Auf der Baustelle selbst arbeiten bis zu 25 Leute pro Tag.

Sind die Gleisearbeiten abgeschlossen, müssen die Schrankenanlagen und alle Signale eingebaut werden. Auch die Fahrleitungen werden wieder montiert. Am Montagmorgen, 24. Oktober, sollten die Fahrgäste ihre Reise dann wieder per Bahn geniessen können.

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