Nicht diese, sondern den Frühling besang Hannes Fuhrer bei «Chum Lueg». Frühling lässt sich gut als Anfang verwenden, fand der Klub. Als passende Fortsetzung wählte er «Bärgfriede» von Oskar Friedrich Schmalz. Nach der Bergnatur wandte sich der Klub den Menschen zu. In «Wermi Troscht u Liebi schänke» widmet sich der Komponist Ueli Zahnd den menschlichen Begegnungen. Zu Ruedi Bieris «Füdlibürger», dem dritten Auftritt des Klubs, heitern sich die Mienen des Publikums sichtlich auf.

Selten können Jodlerklubs ein ganzes Konzertprogramm allein durchziehen. Meist wollen sie das gar nicht, weil sie dem Publikum Abwechslung bieten wollen. Vielleicht müssen sie das, um überhaupt genügend Publikum generieren zu können. Da hilft es schon, wenn man Kleinformationen aus den eigenen Reihen hat. Das trifft beim «Waldrösli» zu. Da trat die Vizedirigentin Erika Herren auch als Solojodlerin auf. Überzeugend vermittelte sie dabei, dass Hannes Fuhrers als Terzett konzipiertes «Ds Lache» auch für einen Solovortrag genutzt werden kann. Dazu wurde sie auf dem Schwyzerörgeli begleitet von Iris Antenen. Auf diese bewährte Örgelibegleitung vertraute sie zusammen mit Beatrice Iseli auch bei den beiden Duettvorträgen. Als Duett Erika und Bea gefielen sie mit Ueli Zahnds «I ha dr Früelig gseh» besser als mit Hannes Fuhrers «Abezyt».

Nicht als Kontrast aber doch als kleinen Gegenpol suchte der Klub ein männliches Duett. Das fand er in den Gebrüdern Thalmann. Dieses wunderbar harmonierende Duett aus dem Entlebuch wurde auf dem Akkordeon begleitet von Cécile Thalmann, der Frau von André. In ihren ersten Auftritt packten sie «So chunnts guet» von Jakob Ummel und «Ä Schwizer si» von Arthur Schöpfer.

Direkt von der Jagd gekommen

Wortwörtlich – wenn auch zufällig – nahmen sie die Titel des zweiten Auftritts. Direkt aus der Jagd musste André seinen Bruder beordern, um sich eiligst auf den Weg nach Recherswil zu machen. Besser hätten da die beiden Titel «De Jägersma» von Ruedi Renggli und «Nütz di Zyt» von Arthur Schöpfer nicht passen können. Ausserdem sind zumindest Beat Thalmann die Jagdausdrücke in Rengglis Jodel nicht Fremdwörter. Die beiden überzeugten auch bei ihrem dritten Auftritt mit «Dr Tubacksack» und «Sunntigmorge» von Adolf Stähli. Für die letzte Darbietung stand der Klub natürlich wieder selber auf die Bühne. Dabei hat der Vortrag von «Morgegruess» von Fritz Egli weniger gut gefallen als jener von «Mach s Beschte drus» von Ueli Zahnd. Das ist zwar nicht logisch, aber verständlich. Es war ja das Wettlied des Klubs beim Jodlerfest in Brig. Das Glas Wein, mit dem die um ein Weinfass gruppierten Jodler an der entsprechenden Stelle des «Winzerliedes» anstiessen, war verdient. Dieses Lied von Fritz Hofer nutzten die Waldrösli als Zugabe. Später am Abend gab es der Tradition entsprechend den Gesamtchor mit den sangesfreudigen Besuchern des Konzerts.