Oberdorf

Von Einbrechern bedroht und gefesselt: War es ein gezielter Überfall?

Die 56-Jährige, die am Dienstag in ihrem Haus in Oberdorf überfallen wurde, ist die Schwester des peruanischen Präsidenten.

Die 56-Jährige, die am Dienstag in ihrem Haus in Oberdorf überfallen wurde, ist die Schwester des peruanischen Präsidenten.

Der Überfall auf eine Frau und ihre Tochter in einem Einfamilienhaus in Oberdorf könnte auch einen familiären Hintergrund haben. Das Opfer der spanisch sprechenden Einbrecher ist die Schwester des peruanischen Staatspräsidenten.

In Oberdorf wurden am Dienstag zwei Personen in einem Haus überfallen. Dies vermeldete die Polizei am Mittwoch. Dabei wurden zwei Frauen (Mutter und erwachsene Tochter) von zwei bis drei Männern in der Wohnung gefesselt.

Die Einbrecher durchsuchten anschliessend die Liegenschaft. Währenddessen gelang es den beiden Opfern, sich ins Freie zu begeben und die Nachbarschaft zu alarmieren. Mindestens einer der Täter führte eine Faustfeuerwaffe mit sich. Die Einbrecher flüchteten mit einer Beute von wenigen Hundert Franken.

Schnell stellte sich die Frage, ob die Gemeinde Oberdorf wieder in das Visier von Einbrechern geraten ist. Schon vor Jahren fand, laut Anwohnern, eine Einbruchserie in Oberdorf statt. Nun zeigen Recherchen von Tele M1, dass der Einbruch am Nachmittag um 15.50 Uhr, in ein Haus mitten in einem Einfamilienhausquartier auch einen anderen, einen familiären Hintergrund haben könnte.

Schwester von peruanischem Staatspräsidenten überfallen

Schwester von peruanischem Staatspräsidenten überfallen

In einem Einfamilienhaus in Oberdorf überfallen Unbekannte zwei Frauen. Es handelt sich um die Schwester und die Nichte eines Staatspräsidenten. Zufall?

Das Opfer der spanisch sprechenden Einbrecher ist die Schwester des peruanischen Staatspräsidenten. Die verwitwete Frau lebt seit über 30 Jahren in der Schweiz und ist wie ihre Tochter bestens integriert. In diesem Jahr starb ihr erwachsener Sohn in tragischer Art und Weise bei einem Verkehrsunfall in der peruanischen Hauptstadt Lima. In peruanischen Medien wurde die Mutter im letzten Jahr öfters zitiert im Zusammenhang mit Schweizer Bankkonten und einem Landkauf, welche die Medien der Präsidentengattin zuordnen wollten.

Polizeisprecher Andreas Mock bleibt auf Nachfrage sachlich. Auf Spekulationen wolle er sich nicht einlassen. Dass die Geschädigten gezielt aufgesucht wurden, will er weder bestätigen noch in Abrede stellen. Die Ermittlungen der Polizei und der Staatsanwaltschaft gingen in alle Richtungen.

Es liege auf der Hand, dass ein solcher Vorfall die Bewohnerinnen und Bewohner verunsichere. Aufgrund erster Erkenntnisse glaube er nicht, dass sich der gleiche Fall wiederhole. «Wir setzen alles dran, die Motive herauszufinden und die Täter zu ermitteln.» Jeder Hinweis aus der Bevölkerung zu den Personen oder zum Fahrzeug sei wertvoll. (uby)

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