Das Thema Begegnungen als malerische Auseinandersetzung begleitet Margarita Flad (Balsthal) seit geraumer Zeit. Es nimmt seinen Anfang als Ablösung vom Thema Landschaft und gleichzeitig im Wechsel von der Aquarell- zur Acryltechnik, vom Pinsel zum Spachtel. Nach wie vor geht es der Künstlerin neben einer vorwiegend geometrisierend verfremdenden Formensprache in der Darstellung von Menschengruppen um Farbstimmungen, den Prozess des Farbauftrags und verschiedene Bildkonzepte. So setzt ein homogen heller Bildgrund die Figuren in plakativen Kontrast, während mit einer Zwei- oder Mehrteilung des Grundes bereits das Problem der Kontrastverwaltung aufgerollt wird.

Die Wahl eines bestimmten Themenkreises wie auch der Farbpalette ist von der momentanen Stimmung der Künstlerin abhängig; denn die unbedingte Freiheit, jederzeit die gerade passende Arbeitsweise wählen zu können ist für das künstlerische Schaffen von Margarita Flad oberstes Gebot. Selbst stilistische Experimente gründen darin. Einige grossformatige Darstellungen von Gruppen wie die kubistisch geschichteten oder einige pointillistisch gestaltete erheben sich gerade durch diese abrupten Stilbrüche zu Highlights der Ausstellung.

Schaffensperioden bilden Gruppen. Seien es Begegnungen per se, Tanzszenen oder dicht gedrängte bunte Menschenketten. Frühere Ideen werden von Margarita Flad wieder in neuer Form aufgegriffen und in die Spannungsreihe von figurativer, expressiver und abstrahierender Darstellung gesetzt. Bei den Zeichnungen mit der Glasfeder mit Indigotusche kommt der Wandel schon technisch bedingt noch deutlicher zum Ausdruck.

Arbeiten mit Witz

Holzskulpturen und Holzbilder unter dem Sammelbegriff Befindlichkeiten sind das langjährige Thema des Bildhauers Kurt Hostettler aus Derendingen. Zum dritten Mal ist er im NäijereHuus mit witzigen Arbeiten aus Kantholz präsent. Die fein geschliffenen Skulpturen bestehen vor allem aus Kopf, wobei die Gestaltung nach unten sukzessive ausläuft. Im Fokus stehen überdimensional und unterschiedlich gestaltete Augen, welche gelegentlich auch in verschiedene Richtungen schauen. Weitere kleine durchgestaltete Figuren in Holz und zwei liegende Kleinskulpturen in Marmor sind im Garten aufgestellt. Eine Serie Zeichnungen (Kugelschreiber/Acryl auf Sperrholz) mit humorvollen Szenen ergänzen die Arbeiten.

Margarita Flad & Kurt Hostettler, bis 31. Mai, NäijereHuus, Hersiwil, Drei Höfe. Öffnungszeiten: Sa/So 14–17, Mi 15–18, Fr 18–20 Uhr.