Der Rest-Gemeinderat hielt die erste Sitzung nach dem spontanen Rücktritt des Gemeindepräsidenten Franz Schreier ab. Dessen Begründung für den plötzlichen Ausstieg lautete nach der letzten Gemeinderatssitzung: «Das Klima im Gemeinderat war derart schlecht, dass ich dies nicht mehr brauche. Vor allem der Vizegemeindepräsident stand in ständiger Opposition zum Gemeinderat.»

Die Geschäfte ordnen und die Zukunft vorbereiten standen nun also für den Rest-Gemeinderat zuoberst auf der Prioritätenliste. Und natürlich die «Verdauung» des Rücktritts. Vizegemeindepräsident Pascal Kissling tat dies pragmatisch und formell korrekt: «Der Gemeinderat bedauert den Rücktritt von Franz Schreier. Wir müssen nach vorne schauen. Deshalb stimmen wir der Demission zu. Das ist sicher auch im Sinne von Franz.» Dank ihm sei die Gemeinde gut aufgestellt. «Was Franz Schreier noch zu danken sein wird.»

Gemeinderatskollege Hansjörg Kipfer erklärte, der Rücktritt habe überrascht, er sei auf dem linken Fuss erwischt worden. Schreier habe einen guten Job gemacht, aber: «Es ist sein Entscheid, wir müssen diesen akzeptieren.»

Die Demission wurde einstimmig angenommen.

Ersatzwahl im Februar 2017

Der Rücktritt des Gemeindepräsidenten bedingt eine Ersatzwahl. Obwohl sich die Legislatur zu Ende neigt, muss die Ersatzwahl vor der Gemeinderatswahl am 21. Mai 2017 stattfinden, sei ihm vom Kanton beschieden worden, so Pascal Kissling. Der nächstmögliche Termin ist der 12. Februar 2017. Der letztmögliche Termin für eine Anmeldung für das Amt des Gemeindepräsidenten ist Montag der 9. Januar, 17 Uhr. «Wir haben keine Parteien in der Gemeinde, also müssen wir die Werbetrommel rühren», so der Vizegemeindepräsident im Gemeinderat. Pascal Kissling hatte schon weitergedacht und präsentierte dem Gemeinderat den Vorschlag, eine nichtständige Kommission mit der Durchführung der Gemeindepräsidenten- und der anschliessenden Gemeinderatswahl zu beauftragen.

Diese Kommission sollte 3 bis 6 Personen umfassen und eine Vertretung des Gemeinderates, 1 bis 2 Mitglieder des Wahlbüros sowie 2 bis 3 Mitglieder aus dem Dorf aufweisen. «Wir sind fixiert auf unsere Aufgaben, müssen die Arbeit von Franz Schreier unter uns aufteilen, daher finde ich es gut, wenn wir diese Wahlen von einer externen Kommission besorgen lassen», so Kissling. Er hatte auch bereits Kontakt mit Attila Lardori, Grenzwächter und seit drei Jahren im Dorf wohnhaft, der helfen wolle und sich für das Präsidium der Kommission interessiere.

Den Einwand von Peter Rindlisbacher, dass Lardori möglicherweise die Horriwiler zu wenig kenne, entkräftete Kissling mit dem Hinweis, dass der Grenzwächter mit einer Horriwilerin verheiratet ist und zusätzlich mit der Präsidentin des Wahlbüros eine bestens vernetzte Frau in der Kommission mitwirken werde. Der Gemeinderat stimmte in der Folge einstimmig für diese Lösung.

«Ausgeschlossen», so Pascal Kissling auf Nachfrage, ist eine Kandidatur von ihm für das Amt des Gemeindepräsidenten. Der Oberarzt an der «Insel» unter Herzspezialist Thierry Carrel dürfte neben Beruf, Familie (3 Kinder) und Hobbys kaum Zeit für das Amt finden. Er stellt sich aber zur Verfügung, bis zum Ende der Legislatur das Amt ad interim zu führen, was ebenfalls einstimmig gutgeheissen wurde. Zwei Visionen begleiten sein Engagement. Er wolle die Gemeindestrukturen stärken mit der Einbindung neuer Kräfte. Zweitens soll Politik wieder Freude bereiten.

Und noch eine Kommission

Das, laut Alt-Gemeindepräsident, schlechte Klima im Gemeinderat bildete sich unter anderem auch in der Auseinandersetzung um den Gestaltungsplan Dorfzentrum Nord. An der letzten Sitzung wurde dieser vom Gemeinderat zurückgezogen. Der Plan soll nochmals überarbeitet werden unter Einbezug einer öffentlichen Mitwirkung. Auch hier schlug Kissling die Bildung einer speziellen Kommission vor, die eine für alle Seiten akzeptierbare Lösung erarbeitet, dabei die Verkehrssicherheit beachtet, eine Lösung für das Bürgergemeindeland oder die Dachformen findet und eine Gesamtbetrachtung der Erschliessung vornimmt.

Die Kommission soll 6 bis 8 Mitglieder aufweisen und aus 1 Gemeinderat, 1 bis 2 Vertreter der Baukommission, 1 Vertreter der Bürgergemeinde und 3 bis 5 Einwohnerinnen oder Einwohnern bestehen. Auch hier stimmte der Gemeinderat nach einer kurzen Diskussion über die Grösse der Kommission einstimmig zu.