Spricht man die Recherswiler Theatergruppe auf ihren 20-jährigen Erfolg an, so äussern sie sich spontan: «Wir spielen das, was die Leute sehen wollen.» Freuen dürfen sich die Zuschauer ohne Zweifel auch im Jubiläumsjahr. Die Groteske, «Dr Schoukelstuehl», faszinierte Regisseur Guido Gsponer schon seit geraumer Zeit. Gefehlt haben aber junge, spielfreudige Personen. Also, machte sich die bestehende Crew auf die Suche.

Erfolgreich, spielen doch heuer 14 vom Theatervirus befallene Personen im Alter von 15 bis 65 Jahren mit. Guido Gsponer selber holt im Jubiläumsjahr zum 17. Mal Spitzenleistungen aus den Amateurspielern heraus. «Das Stück fordert, in Bezug auf die Technik – die Bühne ist zweigeteilt - und auf das anspruchsvolle Stück», sagt er. Die Charaktere müssten betont und der Groteske entsprechend sogar ein bisschen überspannt sein. Aber gewisse Grenzen brauche es trotzdem.

Geistesblitz hat sich bewährt

Für einmal ist der Hauptakteur des Stücks kein ekliger Chef, kein untreuer Ehemann und kein ausgeflippter Teenager, vielmehr ist es ein Schaukelstuhl. Vergeblich versucht die Familie Büchler, das währschafte, eiserne, alte Stück loszuwerden. Immer findet es – auf groteske Weise – nach Hause zurück. Die Kulisse, die alljährlich die Schreinerei der Strafanstalt Thorberg nach den Plänen der Recherswiler abändert, verwandelt sich geschickt in ein Wohnzimmer, ein Fundbüro oder einen Polizeiposten.

Die Gründung der Theatergruppe geht auf einen Geistesblitz von Yvonne Luginbühl zurück. Uschi Jäggi, die sie mit dieser Idee überfiel, sagte spontan: «Ich bin dabei.» Also klopften die beiden Frauen an Recherswils Haustüren an, und nach zwei Wochen hatten sie 18 Personen für sich gewonnen. Nur wenig später, am 5. September 1995, gründeten diese den Verein. Die ersten beiden Aufführungen fanden am Unterhaltungsabend des Jodlerklubs «Waldrösli» statt. Seit dem Frühling 1998 führt die Theatergruppe – mittlerweile mit sechs Vorstellungen – ihre eigenen Theaterabende durch.

Eine bestandene Crew

Yvonne Luginbühl und Uschi Jäggi, die beide eine langjährige Vorstandstätigkeit verzeichnen, erinnern sich an brenzlige und humorvolle Geschehnisse der letzten 20 Jahre. Etwa, als eine Person, die zum ersten Mal spielte, aus Nervosität in der Pause in Ohnmacht fiel. Der herbeigerufene Arzt habe sie aber wieder spielfähig kuriert. Oder etwa vom Hundsschmalz, der einer stimmlosen Person wieder zum Sprechen verhalf. Und nicht zuletzt an das unvergessene Stück «Charleys Tante», in welchem ein richtiger Pool zum Bühnenbild gehörte. Sichtlich dürfen die Aktiven auch auf eine bestandene Crew im Hintergrund zählen, die alles im Griff zu haben scheint. «Die Spielenden können sich so voll auf ihre Rollen konzentrieren», erwähnt Guido Gsponer den grossen Vorteil. Bänz Gasche, seit zehn Jahren Präsident des heute 40 Mitglieder zählenden Vereins, bringt das Rezept der optimal funktionierenden Theatergruppe auf den Punkt: «Wir sind auch ausserhalb der Spielsaison gerne zusammen, und wir verstehen uns prächtig.»

Aufführungen in der Igu-Halle Recherswil: Mi, 8., Fr, 10., Sa, 11., Mi, 15., Fr, 17. und Sa, 18. April, jeweils um 20 Uhr. Bar und Theaterstube ab 19 Uhr. Vorverkauf unter 076 527 05 37.