Die Kirche war bis auf den letzten Platz besetzt. Dementsprechend durfte die Stiftung Cerebral bei einer kurzen Zeremonie vor Konzertbeginn einen symbolischen Check im Betrag von 4000 Franken für den erwarteten Reingewinn des Anlasses entgegennehmen.

Mit einem tollen vierstimmigen Beitrag von Howard Blake eröffneten die vier Sänger das Konzert. Harmonisch fügten sich die Stimmen perfekt ineinander. Erst bei den folgenden Titeln wurden die unterschiedlichen Färbungen der einzelnen Stimmen erkennbar. Deutlich trat das im zweiten Teil bei Schuberts «Ave Maria» zutage. Besonders viel Applaus bekamen die vier für ihr a capella gesungenes «Good News». Für dieses Lied verliessen sie die improvisierte Bühne. Mit einer brennenden Kerze schritten sie singend langsam durch den Mittelgang. Diesen Sonderapplaus quittierte Damian Meier mit der Bemerkung: «Ja - sie können auch ohne Mikrofon singen».

Einen ähnlich beeindruckenden Beitrag lieferte Daniel Camille Bentz mit einer Improvisation. Dazu verwendet er einen lateinischen Text aus «Quempas». Auch er schritt dabei feierlich den Mittelgang der Kirche ab.

Seit 2009 gemeinsame Auftritte

Wer sind die vier Tenöre, die mit ihren Auftritten als «I Quattro» Kirchen und Konzertsäle füllen. Zusammengefunden haben sich die «I Quattro» 2009 für die Sendung «Die grössten Schweizer Hits» des Schweizer Fernsehens. Damals setzte sich die Gruppe aus den vier Tenören Simon Jäger, Damian Meier, Matthias Aeberhard und Roger Widmer zusammen. Widmer hat später die Gruppe verlassen. Für ihn ist Daniel Camille Bentz dazu gestossen. Er hat sowohl sein Lehrdiplom, wie sein Konzertdiplom an der Hochschule der Künste Zürich erworben. Erfahrungen sammelt er am Operettentheater Salzburg, an der Staatsoper Stuttgart und am Stadttheater Bern. Zwar ist er der Jüngste der Gruppe, aber er war er schon bei einer Japan-Tournee dabei.

Nicht viel älter ist der Senior der Gruppe Simon Jäger-Vogel. Er ist im Freiamt aufgewachsen. Er begann seine Ausbildung mit einem Studium in Schulmusik. Diesem fügte er 2002 das Lehrdiplom und 2004 das Konzertdiplom für Gesang an der Musikhochschule Luzern an.
Damian Meier ist in Oberdorf aufgewachsen. Als Mitglied und Solist der Solothurner Singknaben begann sich seine Laufbahn früh abzuzeichnen. Er erwarb sein Lehrdiplom für Gesang an der Hochschule der Künste in Bern das er mit Meisterkursen ergänzte. Von seinen Erfahrungen bei Musicalauftritten und TV- Shows profitiert auch die Gruppe.

Auch Matthias Aeberhard ist im Kanton Solothurn aufgewachsen. Nach dem Internationalen Opernstudio Zürich wirkte er am Luzerner Theater. Heute lebt er als freischaffender Konzert- und Opernsänger am Bodensee.

Selbstverständlich forderte das Publikum eine Zugabe. Die Sänger lieferten sie zurückblickend aber gleichzeitig vorausschauend auf ihre Tourneen. Die ersten Auftritte im kommenden Jahr wollen doch beworben werden. Für die zweite Zugabe wurde «Stille Nacht» in einer viersprachigen Version gewählt. Die romanische, die italienische und die französische Version sangen die Tenöre einzeln. Wer in der Lage sei mitzusingen, sei eingeladen das zu tun. Ernsthaft haben die Tenöre natürlich nur die Mitwirkung bei der zuletzt gewählten deutschen erwartet. Damit behielten sie recht. Aber Ehrfurcht blieb spürbar.