Biberist
«Vielleicht ist die Stadt Solothurn neidisch, denn unsere Guggen lassen die Post abgehen»

An der 20. Wasserämter Streetguggenparty auf dem Papieri-Areal in Biberist nahmen zwölf Guggen teil. Vier Guggen-Präsidenten erzählen von ihrem Fasnachtsalltag.

Nadine Schmid
Drucken
Teilen
Gugge-Präsidenten (von links): Res Aeschbacher (Schrottofoniker), Manuela Wyss (Ventil Blöterler), Roy Liechti (Baukebieger), Ändu Misteli (Brummbachsumpfer).

Gugge-Präsidenten (von links): Res Aeschbacher (Schrottofoniker), Manuela Wyss (Ventil Blöterler), Roy Liechti (Baukebieger), Ändu Misteli (Brummbachsumpfer).

Hanspeter Bärtschi

Die Wasserämter Streetguggenparty ist der Anlass, an dem sich die Guggen im grösseren Stil treffen. Bereits zum Start am frühen Abend war das Papieri-Areal in Biberist zur 20. Ausgabe mit Guggen und Zuschauern gut gefüllt. An dieser Party haben die Guggen mal Zeit, einander zuzuhören, was ausgenutzt wird. «Viele Guggen bleiben von Anfang bis Schluss», erklärte Res Aeschbacher, Präsident der Schrottofoniker (Bätterkinden).

Er und die drei Präsidenten der Guggen Ventil Blöterler (Biberist), Brummbachsumpfer (Horriwil) und Baukis (Kriegstetten) haben sich auf Anfrage zu einem Gespräch zusammengefunden. Sie erzählen, wie sie Fasnacht machen, was sie begeistert, und auch auf die Solothurner Fasnacht kommen sie zu sprechen.

Da werden die vier ernster; nur am Samstag ist es ihnen erlaubt, die Stadt zu betreten. Aeschbacher: «Die Fasnacht in den Gemeinden ist keiner Kontrolle unterworfen, sie ist wilder. In Solothurn ist alles sehr kontrolliert und strukturiert. Sie öffnen sich nicht. Die Abwehrhaltung ist sehr schade.»

Am Fasnachtssamstag ging’s auch heuer nach der Streetguggenparty nach Solothurn zum Gässle. Dies werde von Solothurner Seite totgeschwiegen, nichts verweist auf den Anlass. Viel Publikum aus der Region zieht es zum «Was rockt SO». «Vielleicht hat das Verhalten der Stadt auch mit Neid zu tun, denn unsere Guggen lassen richtig die Post abgehen und begeistern», sagt Brummbachsumpfer Ändu Misteli.

Oeschschränzer Subingen
22 Bilder
Oeschschränzer Subingen
Chäslochbrätscher Deitingen
Chäslochbrätscher Deitingen
Chäslochbrätscher Deitingen
Chäslochbrätscher Deitingen
Chindergugge Spriesseli Wasseramt
Chindergugge Spriesseli Wasseramt
Chindergugge Spriesseli Wasseramt
Chindergugge Spriesseli Wasseramt
Chindergugge Spriesseli Wasseramt
Chessuriesser Wiler
Chessuriesser Wiler
Baukebieger Kriegstetten
Baukebieger Kriegstetten
Baukebieger Kriegstetten
Baukebieger Kriegstetten
Baukebieger Kriegstetten
Baukebieger Kriegstetten
Baukebieger Kriegstetten
Aemmekracher Derendingen

Oeschschränzer Subingen

Hanspeter Bärtschi

Reisen im grossen Stil

Die Guggen seien jeweils viel unterwegs. Man trete in der Region auf, besuche andere Gemeinden. Etliche gehen auch in die Innerschweiz oder ins Ausland an die Fasnacht. Gereist wird mit Car samt Anhänger. Das Unterwegssein ist mit viel Organisationsaufwand und sehr hohen Kosten verbunden, die durch Sponsoren- und Jahresbeiträgen gedeckt würden.
Die Guggen hätten einen Monat lang Fasnacht, davon sicher neun Tage durchgehend. «Dadurch wird eine Gugge zusammengeschweisst, und auch mit dem Carchauffeur baut man ein sehr enges Verhältnis auf», so Roy Liechti (Baukis).

Das Kameradschaftliche und das Musikmachen ist das, was die vier Präsidenten an der Fasnacht begeistert. Aeschbacher: «Wenn man erst auf der Bühne steht, wird man eins, es ist wie eine Art Trance.» Und Manuela Wyss (Ventil Blöterler) fügt hinzu: «Jede Gugge hat ihren eigenen Stil, die Musik verbindet. Die Guggen sind untereinander in sehr engem freundschaftlichen Verhältnis, man kennt sich schon viele Jahre. Man sieht sich aber jeweils nur an der Fasnacht.»

Sehr gelungene Party

Es braucht lediglich je eine Seitenwand an zwei Lastwagencontainern entfernt zu werden und schon entstehen zwei Bühnen, auf denen sich grossartig Stimmung machen lässt. Dies bewiesen die zwölf Guggen, die nacheinander an der Streetguggenparty auftraten. Oeschschränzer (Subingen), Chäslochbrätscher (Deitingen), Chindergugge Spriesseli, Aemmekracher (Derendingen) und noch viel mehr Guggen liessen es krachen. Das zahlreiche, bunt gewandete Publikum feierte auf dem Papieri-Areal in Biberist mit.

Aktuelle Nachrichten