«Take A Ride» – eine Fahrt machen. So nennt sich das Debütalbum der Zuchwilerin Claudia Stephani, welches sie 2015 veröffentlichte. Drei Jahre später steht sie mit ihrer zweiten Platte – einer EP – in den Startlöchern. Als bewegte Fahrt kann man auch Stephanis Weg zur Musikerin bezeichnen.

Die Reise begann bereits im Kindesalter, als sie sich als Elfjährige zu den Bandproben ihres älteren Bruders schlich. Später in der Bezirksschule Derendingen wurde es konkreter: «Da gründeten wir eine Schülerband und spielten vorwiegend Rock. Unser erster Auftritt war am Abschlussfest», erzählt Stephani.

Claudia Stephani mit TAKE A RIDE (Ein Song vom Debut-Album)

Tauchen statt Singen

Im 10. Schuljahr sang sie in einer Schülerband, die darüber hinaus mit dem Solothurner Pianisten und Komponisten Samuel Blatter weitergeführt wurde. «Wir nannten uns ‹Freakadells› und traten sogar im Kofmehl auf», erzählt die Primarlehrerin.

Im Alter von 20 Jahren legte sie eine längere musikalische Pause ein. «Andere Dinge waren wichtiger», erklärt Stephani. Als sie ein paar Jahre später in eine WG zog, änderte sich das wieder. Dank ihrer Mitbewohnerin begann sie wieder aufzutreten, etwa an Hochzeiten. «Da schrieb ich auch meine ersten Songs», fügt die Zuchwilerin an, weil sie weder Fernsehen noch Internet-Zugang hatte.

Zu diesem Zeitpunkt entschloss Stephani sich, wieder in ihren Beruf als Primarlehrerin zurückzukehren. «Ich arbeitete vorher unter anderem an einer Tauchschule und in einem Ski-Gebiet, doch das Arbeiten und Musizieren mit Kindern vermisste ich», erklärt die Musikerin. Damals wollte sie einfach Verschiedenes ausprobieren. Heute unterrichtet sie auf der 3. und 4. Primarstufe.

Eindrücke von der Produktion der EP Happ End von Claudia Stephani in den Somastudios in Zofingen

Eine Fahrt ins Unbekannte

Als die Liebe zur Musik wieder entfacht war, wollte sie diese etwas später mit einem Musikstudium vertiefen. Nachdem sie die beiden Vorkurse für die Jazzschule in Basel sowie Musik- und Medienkunst in Bern absolvierte, entschied sich die Zuchwilerin für Letzteres. Das Bachelorstudium schloss sie 2015 erfolgreich ab.

Die Entstehung ihres ersten Albums im gleichen Jahr war, wie die Musikerin selbst beschreibt, «sehr spontan und intuitiv» – so wie sie selber. Der Wunsch dazu entstand als sie beim Album des Solothurner Singer und Songwriters Daniel Meister mitsang. «Ich kriegte Lust, selber ein Album aufzunehmen», erklärt die 37-Jährige.

Vieles in der Studioarbeit sei neu und lehrreich für sie gewesen. Zustande kam eine CD mit zwölf Liedern. Passend zum Titel «Take a Ride» fand die Plattentaufe auf einer fahrenden Bühne statt. «Das war ein riesiges Abenteuer», erinnert sie sich lachend. Die Truppe fuhr vom Coq d’Or in Olten nach Solothurn zum Gasthof Kreuz und zuletzt nach Bern in die Turnhalle.

Frisch und abwechslungsreich

Jetzt erscheint mit «Happy End» das zweite Album. Der Titel deutet nicht auf das Ende ihrer musikalischen Karriere, sondern darauf, dass sie ihren Weg weitergeht. Der gleichnamige Song gilt nämlich sämtlichen verflossenen Liedern, die sie ins Weltall schiesst.

«Happy End» hat sechs Lieder, die alle unterschiedlichen Genres sind. «Vielfalt macht mir Spass, ich kann nicht nur einem Stil folgen», erklärt Stephani. Zu hören sind etwa ein Chanson, vom Zirkus inspirierte Klänge, Pop und ein Stück «brachialer Country». Inspiration dafür hole sie sich von überall. Das Stück «Moonlight» beispielsweise thematisiert ein Gespräch zwischen einem Realisten und einem Träumer.

Was sich durch alle Lieder zieht, ist Stephanis helle, klare und frische Stimme. «Dieses Mal liefen die Aufnahmen etwas strukturierter ab», erzählt die Musikerin augenzwinkernd. Ein Plan wurde geschmiedet und ein Konzept erstellt.

Nun folgt die Plattentaufe am 14. September in der Kulturfabrik Kofmehl Solothurn. Claudia Stephani wird mit dem 8-Uhr-Orchester auftreten, bestehend aus Akkordeon, Geige, Cello, Trompete, Posaune, Kontrabass, E-Gitarre, Schlagzeug und Mundharmonika.

Plattentaufe «Happy End», Freitag, 14. September 2018, 20.30 Uhr, Kulturfabrik Kofmehl Solothurn. Infos: www.claudiastephani.ch