Recherswil

Viele pflegen ihre Angehörigen – jetzt soll ein Pflegeheim im Dorf gebaut werden

Wenn es nicht mehr geht, wie es soll, ist man dankbar für die helfenden Hände von Angehörigen. (Bild: Chris Iseli)

Wenn es nicht mehr geht, wie es soll, ist man dankbar für die helfenden Hände von Angehörigen. (Bild: Chris Iseli)

Recherswiler Gemeinderat erklärt eine diesbezügliche Motion der SP für erheblich.

«Wenn wir mit offenen Augen durchs Dorf gehen, erkennen wir, wie viele Leute Angehörige pflegen und auf die Dauer dabei selber leiden und krank werden», führte SP-Präsident Peter Christen in die Problematik ein. Weil dies ja niemanden gleichgültig sein kann, hat die SP Recherswil eine Motion gestartet. «Damit soll sanfter Druck ausgeübt werden, dass etwas passiert bezüglich Entlastung der pflegenden Familienmitglieder», so Gemeindepräsident Hardy Jäggi.

Konkreter Anlass für die Motion ist der Bau des neuen Altersheims im Dorf. «Damit könnte der Ball aufgenommen werden, um beispielsweise dort Tagesplätze zu schaffen», skizzierte Christen Möglichkeiten, wie tage- oder stundenweise Angehörigen in ihrer Betreuungsaufgabe durch eine «Auszeit» geholfen werden könnte. Jedermann wisse, dass mit deren aufopfernder Pflege den Gemeinden viele Kosten erspart bleiben. Und häufig würden diese Personen durch die unentwegte Beanspruchung dann selber krank. Zu untersuchen wäre ebenfalls, wie es um Angebote im Kanton und in den grossen Gemeinden steht.

Die seit einem Jahr bestehende Sozialkommission will, laut Gemeinderätin Irene Rüfenacht, ein Altersleitbild erarbeiten, wenn die aktuellen Arbeiten an den Tagesstrukturen für Kinder und Jugendliche beendet sind. Eine durch die Motion ausgelöste Doppelspurigkeit konnte Jäggi nicht erkennen. «Die Motion schadet nicht. Im Gegenteil: sie legt den Fokus auf die anspruchsvolle Pflegetätigkeit zu Hause und schafft Aufmerksamkeit für ältere Menschen.»
Vorstellen kann sich Jäggi auch eine Zusammenarbeit der drei Trägergemeinden des Alters-und Pflegeheims «Am Bach». Der Gemeinderat erklärte die Motion einstimmig für erheblich. An der kommenden Gemeindeversammlung wird sich der Souverän damit befassen.

Mehrere Kredite im Strassenbau genehmigt

Auf Antrag der Arbeitsgruppe Tagesstrukturen verabschiedete der Gemeinderat das Reglement zur Ausrichtung von Unterstützungsbeiträgen an die familien- und schulergänzende Kinderbetreuung, wozu auch ein Mittagstisch zählt. Er genehmigte einen Rahmenkredit von 15 000 Franken.

An der vorgeschlagenen Fusion der Zweckverbände Familien, Mütter- und Väterberatung der Bezirke Wasseramt und Bucheggberg störte nur der komplizierte Name. Nach Lesung der Statuten und des Fusionsvertrags stimmte der Gemeinderat der Umsetzung zu. Die konstituierende Versammlung findet am 15. Januar 2020 statt.

Zudem genehmigte der Gemeinderat mehrere Verpflichtungskredite: Für 550 000 Franken soll die Wasserleitung auf der Gerlafingenstrasse ausgewechselt werden, bevor der Kanton den Strassenbelag erneuert, für die Sanierung von Strassenrändern und Schachteinläufen über vier Jahre sind Gelder im Umfang von 220 000 Franken vorgesehen und für die Bauten an der Willadingenstrasse wurde ein Nachtragskredit über 149 000 Franken gesprochen.

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