Finanzverwalterin Annette Feller-Flury konnte der Gemeindeversammlung in Balm bei Günsberg für das Jahr 2019 eine ausgewogene Erfolgsrechnung präsentieren. Diese schliesst voraussichtlich mit einem leichten Ertragsüberschuss von 1795 Franken ab.

Anders sieht es hingegen bei der Spezialfinanzierung aus. Sowohl bei der Wasserversorgung (-27'815 Franken) als auch bei der Abwasserbeseitigung (-14'150 Franken) muss mit einem Verlust gerechnet werden. Die Abfallbeseitigung wiederum kann ein Plus von 385 Franken aufweisen. Die Nettoinvestitionen belaufen sich insgesamt auf 286'500 Franken.

Der Finanzierungsfehlbetrag macht dabei 246'265 Franken aus. Das bedeutet, dass der Selbstfinanzierungsgrad noch 14 Prozent entspricht. Da die Gemeinde in den letzten Jahren jedoch nicht im grossen Stil investiert hat, beträgt der Mittelwert des Selbstfinanzierungsgrades über die letzten drei abgeschlossenen Jahre 393 Prozent. «Durch die Investitionen in den Jahren 2018 und 2019 dürfte dieser Wert zwar sinken, aber die 100-Prozent-Marke sicherlich nicht unterschreiten», erklärt Feller-Flury. 

Aufgrund der Investitionen 2018 und 2019 wandelt sich das pro Kopf Vermögen von 1538 Franken per Ende 2017 zwar in eine pro Kopf-Verschuldung von rund 900 Franken bis Ende 2019 um. Allerdings beträgt die Nettoschuld im Verhältnis zum einfachen Steueraufkommen lediglich 30 Prozent. Die gesetzliche Obergrenze liegt bei 150 Prozent. Auch die kantonal vorgeschriebene Eigenkapitaldeckung sei sichergestellt. «Wir sehen, dass wir diese Nettoinvestitionen mit gutem Gewissen tätigen dürfen», so Feller-Flury. Das Budget 2019 wurde von den 27 Stimmberechtigten einstimmig gutgeheissen.

Leitbild und Ortsplanung

Die aktuell gültige Ortsplanung von Balm ist mittlerweile über 16 Jahre alt. Gemäss kantonalem Planungs- und Baugesetz muss alle zehn Jahre eine Überprüfung stattfinden. Daher ist die Ortsplanung in den nächsten Jahren zwingend zu überarbeiten.

Gemeindepräsidentin Pascale von Roll erklärt, dass mit dem neuen Raumplanungsgesetz die Möglichkeiten für Balm relativ beschränkt seien. So werde man das Dorf nicht komplett umgestalten können. «Unser Ziel lautet daher, so viel wie nötig zu machen», sagt von Roll. Das Verfahren soll möglichst schlank durchgezogen werden, damit nicht unnötig Geld ausgegeben wird. Um mit der Ortsplanungsrevision beginnen zu können, müsse zuerst aber ein räumliches Leitbild erarbeitet werden. Darin legt die Gemeinde die strategische Stossrichtung der räumlichen Entwicklung für die nächsten 20 Jahre fest.

Die beantragten Kosten von 80'000 Franken für die Erneuerung des räumlichen Leitbildes und die Ortsplanungsrevision warfen in der Versammlung Fragen auf. Besonders in Anbetracht dessen, dass es kaum zu Änderungen kommen wird. Die Gemeindepräsidentin erläutert, dass der Rat ebenfalls überrascht war über die Höhe des Betrags.

Zwei Offerten seien eingeholt worden, wobei die zweite deutlich höher ausfiel. «Wir versuchen alles sein zu lassen, was unnötig ist, aber wir werden um diesen Betrag nicht herumkommen», so von Roll. Denn die Arbeiten müssen zwingend von einem Planungsbüro ausgeführt werden. Die Versammlung sprach sich einstimmig für den Kredit aus.