Oekingen

Viel Unterstützung von allen Seiten für die Wasserämter Zirkuswoche

90 Kinder können sich dank der Jugendarbeit Wasseramt eine Woche lang als Zirkusartisten fühlen. Das Coronavirus hat allerdings die Planung auf den Kopf gestellt und von allen Beteiligten Kreativität gefordert.

«Das Wetter ist auf unserer Seite und die Freude der Kinder und die Dankbarkeit der Eltern ist riesig.» Rebekka Matter-Linder ist glücklich, dass der Zirkus Wunderplunder trotz Corona in Oekingen gastieren kann.

Dank eines glücklichen Zufalls ist der Zirkus sogar zwei Wochen im Wasseramt. So konnten auch die Kinder von der Warteliste berücksichtigt werden. «Weil wir nun zwei Gruppen machen konnten, ist es auch etwas einfacher alle Hygienevorschriften und -regeln einzuhalten.»

Der organisatorische Aufwand ist enorm gross

Rebekka Matter ist seit vielen Jahren in der Jugendarbeit tätig. Lange Zeit war sie im Unterleberberg, seit einem Jahr baut sie im Auftrag der reformierten Kirche Wasseramt die Jugendarbeit im Bezirk auf. Normalerweise organisiert sie die Zirkuswoche «fast schon im Schlaf». Doch dieses Jahr ist alles anders. Der Aufwand sei immens. «Wir mussten vier Schutzkonzepte zu einem machen», erzählt sie. Der Zirkus Wunderplunder habe ein Konzept, die Jugendarbeit hat eines, weil die Schulgebäude in Oekingen benützt werden dürfen ist auch das Konzept der Gemeinde zu beachten und dann halte man sich auch an das J+S-Konzept. «Es wäre einfacher gewesen, ein Lager zu organisieren», so Matter.

Die Problematik in der Zirkuswoche liege darin, dass die Kinder jeweils abends in ihre Familien heimkehren. Allenfalls die Badi besuchen, oder eine Geburtstagsfeier. So könnte ein Kind jederzeit ungewollt das Coronavirus mitbringen. «Wir versuchen deshalb, die Durchmischung der Gruppen in den Zirkus-Ateliers klein zu halten.» Die Kinder seien allerdings sehr diszipliniert. Hände waschen und desinfizieren würden sie alle schon aus der Schule kennen. Einzig das Abstandhalten innerhalb der Gruppe gehe manchmal vergessen. «Wir versuchen zudem, uns so normal wie möglich zu benehmen. So verzichten wir auf eine Schutzmaske, dort wo der Abstand eingehalten werden kann.»

Vorstellung mit nur 30 Personen

Komplett umgestellt wurde der Menuplan. «Wir müssen das Mittagessen eingepackt abgeben. Beim Zubereiten gilt das Konzept von Gastro Suisse.» Wegen der Verpackungen gebe es nun mehr Abfall, als das normalerweise der Fall wäre. Aber Mehrweggeschirr gehe nicht. «Auch auf Kuchen, die die Eltern und jeweils mitgebracht haben, müssen wir dieses Jahr leider verzichten.»

Auch für die Zirkusleute des «Wunderplunder» ist die Woche in Oekingen die erste in diesem Jahr. Normalerweise starten sie im April. Am Dienstagmorgen haben sie eine Show für die Kinder aufgeführt. Verzichtet wurde auf die Workshops am Montag. Stattdessen konnten sich die Kinder Videos ansehen und sich so aussuchen, in welcher Gruppe sie mitmachen möchten. Die Vorführung am Ende der Zirkuswoche wird ebenfalls anders. Statt 250 Zuschauerinnen und Zuschauer dürfen nur 30 ins Zelt. «Wir haben zum Glück zwei professionelle Filmemacher gefunden, die die Show aufzeichnen. Wenn es wieder möglich ist, möchten wir dann eine Filmpremiere machen.»

Sponsoren blieben alle bei der Stange

Dass der Zirkus Wunderplunder zwei Wochen in Oekingen seine Zelte aufschlagen konnte, ist nicht selbstverständlich. Die Finanzierung läuft zum grössten Teil über die reformierte Kirchgemeinde. Aber auch die der Kirchgemeinde angeschlossenen Einwohnergemeinden hätten das Projekt unterstützt. «Wir haben zudem einen Beitrag vom Lotteriefonds erhalten und einen Beitrag der Baloise Bank Soba.» Die Gemeinde Oekingen und der Schulkreis Hoek (Halten-Oekingen-Kriegstetten) habe sich ebenfalls sehr grosszügig gezeigt. Rebekka Matter hat zudem auch viel Unterstützung von freiwilligen Helferinnen und Helfern.

Zum Teil gehören sie dem Familienverein Hoek an. Freude hat sie, dass auch Jugendliche, die sie in ihrer neuen Tätigkeit als Jugendarbeiterin im Wasseramt im letzten Jahr kennen gelernt hat, sich nun als Helfer für die Zirkuswoche angeboten haben. «Alle haben sehr spontan und sehr flexibel zugesagt.» Ebenfalls mitgeholfen hat der Unihockeyverein Oekingen. Der Mittwochnachmittag ist jeweils zirkusfrei. «Damit die Kinder trotzdem hier beschäftigt sind, durften sie mit den Schweizer Meisterinnen Unihockey spielen.»

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