Oekingen
Viel Information zur künftigen Heizung

Statt einer Debatte zum neuen Steuerfuss von 119 Prozent wurde an der Gemeindeversammlung von Oekingen die Heizanlage intensiv erörtert.

Gundi Klemm
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Eine Qualischnitzel-Anlage soll Schulhaus und Turnhallen beheizen. (Symbolbild)

Eine Qualischnitzel-Anlage soll Schulhaus und Turnhallen beheizen. (Symbolbild)

az-Archiv

Offenbar hatte der 59-köpfige Souverän schon fest damit gerechnet, dass der von Marcel Linder präsidierte Gemeinderat eine Steuersenkung um 5 Prozentpunkte von bisher 124 auf 119 vorschlagen würde. Denn damit entsprach er seinem Legislaturziel in Stabilisierung der Kosten und Senkung der Steueranlage.

Bei der Behandlung des Budgets 2017 mit einem Aufwand von 3,1 Mio. und einem Aufwandüberschuss von 46'500 Franken hiess es eher beiläufig, dass die erwarteten Gemeindesteuereinnahmen von 2,22 Mio. Franken schon aufgrund des neuen Steuerfusses kalkuliert worden seien. Das Eigenkapital beträgt rund 400'000 Franken.

Linder informierte über alle Positionen der Erfolgsrechnung und verglich sie, soweit das neue Rechnungsmodell HRM2 dies erlaubt, mit Ausgaben der laufenden Periode und der Vorjahre. Der frühere Kantonale Finanzausgleich bedeutet jetzt Ressourcenausgleich und beschert Oekingen 348 800 Franken. In der mit 1,39 Mio. veranschlagten Bildung erläuterte der Versammlungsleiter die neue Übereinkunft im Rahmen der Kreisschule HOEK, wo gegenseitig auf Mieteinnahmen verzichtet werde. «Aus dieser Partnerschaft entsteht für uns in Oekingen ein verschmerzbarer Nachteil von 10'000 Franken», so der Präsident.

Aufgenommen als neues Vorhaben ins Budget wurde ein Planungskredit über 3000 Franken für einen Dorfplatz. Genau durchleuchtet wurden die Ausgaben in der Sozialen Sicherheit – die etwas niedriger als 2016- mit rund 664'000 Franken zu Buche schlagen. In der Aussprache im Plenum wurden später die gestiegenen Ergänzungsleistungen AHV/IV hinterfragt. „Diese Solidarität kostet uns 170'000 Franken.

Zum Glück sind wir aber eine gesunde Gemeinde“, hiess es. Lobende Worte fand der Gemeindepräsident für die Sozialregion Wasseramt Süd und für die Spitex, beide Organisationen mit Kostenreduktion und Transparenz in der Information. Gut unterwegs sind die Spezialfinanzierungen. In der Aussprache interessierten die Kosten um die Repla-Kulturbeiträge. «Wir haben im Rat den Vorschlag abgelehnt und den Vertrag gar nicht unterschrieben», klärte Linder auf.

Allerdings unterstütze die Gemeinde im Rahmen der vergangenen Jahre verschiedene Organisationen, nicht aber das Alte Spital und das Stadttheater. «Wir alimentieren vor allem lokale und benachbarte Einrichtungen.» Investiert wird für einen Nettobetrag von 348'300 Franken, worin die künftige Heizung den «Löwenanteil» ausmacht.

Heizung mit «Qualischnitzel»

Gemeinderat Jakob Baumgartner als Sprecher der zur Heizungserneuerung eingesetzten Arbeitsgruppe informierte gemeinsam mit Stefan Schneeberger als zugezogenem Fachplaner und künftigem Bauherrenvertreter über den dringend notwendigen Ersatz der Ölheizung aus dem Jahr 1975, deren Betriebsgenehmigung zum Jahreswechsel endet. Gemeinsam habe man vier Varianten geprüft und sich schliesslich für die Qualischnitzel-Anlage zur Beheizung von Schulhaus und Turnhallen entschieden. «Wir wollen weg vom Öl und als öffentliche Hand ökologisch beispielgebend wirken», so beide Referenten.

Beschrieben wurde die besondere Qualität der Holzschnitzel, die mehrheitlich aus Laubholz luftgetrocknet und entstaubt einen hohen Brennwert erzeugen. Je nach Anbieter könnten sie sogar aus Oekinger Wäldern stammen. Aber auch die Kombination mit Solarpaneelen auf dem Dach samt nötiger Steuerung, Filter, Pellets und die Vermeidung von „grauer Energie“ wurden zum Thema.

Angeregt wurde eine energetische Gesamtbetrachtung der Gemeinde. Die Versammlung sparte nicht mit Nachfragen und auch guten Ratschlägen. Einstimmig wurde nach rund einstündiger Behandlung dieses Traktandums der Ersatz der bisherigen Ölheizung mit Kosten von 360‘000 Franken genehmigt. Zustimmung fand ebenso der rätliche Vorschlag, den Betrieb der Anlage für jährlich 27‘511 Franken im Contracting-Modell einem professionellen Dienstleister zu übergeben, der sich um Unterhalt, Materialeinkauf und Wartung kümmert.