Drei Höfe

Verwandlung bedeutet ein Neuanfang

Werke von Rosmarie Gehriger und Christa Lienhard im Näijere-Huus.

Werke von Rosmarie Gehriger und Christa Lienhard im Näijere-Huus.

Rosmarie Gehriger aus Basel und Christa Lienhard aus Ipsach stellen im NäijereHuus Hersiwil aus. Beide Künstlerinnen können auf eine langjährige künstlerische Tätigkeit zurückblicken.

Die Malerin Rosmarie Gehriger versteht sich auch auf das Fotografieren und auf die Druckgrafik. In ihren letzten Ausstellungen erlebte man eine Gegenüberstellung, ein Dialog von Fotografie und Malerei zum gleichen Thema. Der Gedanke der «Verwandlung» beschäftigt die Künstlerin, weil sie erkennt, dass in allem Bewegung ist, dass man nichts festhalten kann, dass das Gegebene sich ständig verändert und einer neuen Bestimmung entgegengeht.

Ihre Malerei nimmt auf Anhieb gefangen, sie ist besetzt von angedeuteten Motiven, von geometrischen Aufteilungen, von organisch gewachsen Motiven, von Blättern und Früchten, manchmal auch nur von Farben voller erdiger, brennender Kraft, die einer Foto gegenübergestellt werden, die sich mit den gleichen Themen befasst. Auch wenn sie sich in Farbräumen bewegt, in abstrakten Kompositionen, fühlt man ihre tiefe Verbundenheit mit natürlichen Prozessen.

Von grosser Faszination sind die Plastiken aus Draht von Christa Lienhard. Sie kreiert ihre Modelle aus Ton, und geht dann ganz systematisch an ihr Drahtgeflecht, arbeitet dreidimensional in einer unglaublichen Präzision. Ihre Figuren werden zu Menschen, zu stehenden, tanzenden, sitzenden, zu solchen, die miteinander in einen Dialog treten, zu Menschen, so wie wir ihnen begegnen. Ihre Drahtfiguren, meist in menschlicher Grösse, stehen oder sitzen in Gärten, vor Bäumen, bei Eingängen, manchmal in einem Haus. Sie korrespondieren immer mit ihrer Umgebung, erzählen menschliche Geschichten und strahlen nicht nur poetische Schönheit aus, sondern auch ein Stück Dynamik, eine grosse Portion Lebendigkeit, die einem unter die Haut geht.

Ein Drahtgestell wird zu einem Körper, man erkennt das Persönliche, das Individuelle der einzelnen Figuren, erkennt kein Gesicht, braucht es gar nicht zu erkennen, denn in der eigenen Fantasie bekommen all diese Figuren Gesichter, Augen und begleiten den Besucher durch den Garten, durch das Treppenhaus. (mso)

Noch bis Sonntag 27. September. www.n-h.ch

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