Kriegstetten
Verwaltungsumzug wird vorläufig sistiert

Nach dem Abgang von Manfred Küng wird in Kriegstetten wieder über eine Fusion mit Halten gesprochen.

Christof Ramser
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Wird die Gemeindeverwaltung weiterhin an der Haltenstrasse ihren Standort haben?

Wird die Gemeindeverwaltung weiterhin an der Haltenstrasse ihren Standort haben?

Rahel Meier

Natürlich ist eine Gemeindefusion von Kriegstetten und Halten weit weg. Offiziell wird weder in der einen, noch der anderen Gemeinde darüber gesprochen. Doch der Umgang mit dem delikaten Thema ist nach der Abwahl von Manfred Küng als Gemeindepräsident von Kriegstetten entspannter geworden.

Dass eine Fusion kein Schreckgespenst der Gemeindeautonomie im mittleren Wasseramt mehr ist, offenbarte am Montagabend die Diskussion um den künftigen Standort der Gemeindeverwaltung Kriegstettens. Weil die bestehende Verwaltung an der Haltenstrasse zu klein ist und die Sicherheitssituation gemäss Polizei sogar «fahrlässig» sei, muss ein neuer Standort her.

«Wäre vergebene Chance»

Doch die Suche harzt. Bereits sieben Standorte hat die Baukommission unter die Lupe genommen, darunter auch das «Kreuz» (wir berichteten). Nun war die Reihe an der ehemaligen Raiffeisenbank in Halten, die zum Verkauf ausgeschrieben ist. Kauf und Umbau sind mit 550'000 Franken veranschlagt, wobei Kriegstetten 300'000 Franken zahlen müsste, Halten 250'000. Die Büroräume wären geeignet. Sie sind mit Panzerglas geschützt, es gibt einen grossen Keller für das Archiv.

Das Problem: 72 Quadratmeter sind zu wenig für zwei Gemeindeverwaltungen. Denn trotz sanfter Annäherung sind sich Halten und Kriegstetten einig, dass vorläufig eigenständige Verwaltungen geführt werden sollen. Derzeit beträgt der Grundriss in Kriegstetten 46 Quadratmeter. «Es ist klar, dass die Situation gegenüber der aktuellen verbessert werden muss. Insbesondere muss sich das Verwaltungspersonal wohl fühlen», so Gemeindepräsident Simon Wiedmer.

Im Dezember sollen der Gemeindeversammlung maximal drei neue Standortvarianten präsentiert werden. Dass davon keiner genug gross ist für zwei Verwaltungen, sei schade, war sich der Rat einig. Denn würde Kriegstetten im Alleingang viel Geld in eine neue Verwaltung investieren, sei dies im Hinblick auf eine Fusion in absehbarer Zeit eine «vergebene Chance». Ein gemeinsamer Verwaltungsstandort mit Halten, so der Tenor, wäre ideal, um ein Zusammengehen vorzuspuren. Deshalb soll der Beschluss für eine neue Verwaltung aufgeschoben und die bestehenden Räume an der Haltenstrasse punkto Sicherheit aufgerüstet werden.

Der Gemeinde Sorge tragen

Wie sehr sich die Behördenkultur in Kriegstetten nach Manfred Küngs Abgang verändert hat, zeigte die Diskussion um die Kulturkommission. Vergangenes Jahr hatte deren Präsident nach einem Disput mit Küng sein Amt niedergelegt. Seitdem herrschte Funkstille; offensichtlich wussten sogar die verbleibenden drei Mitglieder nicht, ob ihre Kommission überhaupt noch existiert. Der Gemeinderat wünscht sich, dass diese weiter besteht. Dazu soll ein Pflichtenheft erstellt werden.

Roger Schneider schlug vor, die Mitglieder des Kulturkreises für ein Mitmachen anzufragen, denen es mangels Aufgaben «langweilig» sei. Die Bemühungen des Rates, wieder näher zur Bevölkerung zu gelangen und die Vereinsarbeit zu würdigen, unterstrich der Entscheid, die Jubla Fantasia gleich mit 500 statt 100 Franken für den durchgeführten Jubla-Tag zu unterstützen. Unter Küng war die Unterstützungsanfrage schlicht «untergegangen».

Für günstigeren Strom

Eine Schelte setzte es für die Energieversorgerin AEK ab, die Kriegstetten mit Strom versorgt. Weil diese entgegen ihrer Versprechungen die Strompreise auf das nächste Jahr hin um 7,6 Prozent «massiv» erhöhen werde, will Kriegstetten Offerten von anderen Anbietern einholen. Roger Schneider berichtete vom Treffen der AEK mit verärgerten Partnergemeinden «Am meisten aufgeregt hat mich, dass man uns ein Zückerchen geben will», berichtet Schneider.

220'000 Franken soll Kriegstetten als Entschädigung für den Preisaufschlag erhalten. Damit könne die Gemeinde tun, was sie wolle. Das sei gegenüber den Strombezügern nicht in Ordnung. Kriegstetten will nun Offerten von anderen Anbietern einholen. Am 31. Oktober ist ein weiteres Treffen der AEK mit den Partnergemeinden geplant.

Nachgeholt hat der Gemeinderat schliesslich die Genehmigung des Gestaltungsplans sowie weiterer Pläne für die Alterswohnungen des Bauprojekts «Linde». Die Einsprache eines Anwohners hatte der Gemeinderat bereits abgewiesen. Da der Gemeinderat nicht davon ausgeht, dass der Anwohner weiterzieht und eine Beschwerde einreicht, sei die Überbauung auf guten Wegen.