Drei Höfe
Verwaltungsaufwand mit Argusaugen beobachtet

27 Beteiligte der Budgetversammlung der Gemeinde Drei Höfe zeigten grosses Interesse. Der Voranschlag sieht ein Minus von rund 76'000 Franken vor. Das Budget sowie auch alle anderen Ratsanträge wurden genehmigt.

Gundi Klemm
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Das Wappen der Gemeinde Drei Höfe

Das Wappen der Gemeinde Drei Höfe

Zur Verfügung gestellt

Im zweiten Jahr nach der Fusion der drei Ortsteile Heinrichswil, Winistorf und Hersiwil zur Gemeinde Drei Höfe funktioniere die ländliche Kommune „konsolidiert“ in Team und Struktur, so Gemeindepräsident Thomas Fischer bei der Begrüssung von 27 Stimmberechtigten im Gemeindehaus Heinrichswil. Den Schwerpunkt des Abends bildete der Voranschlag, der keine erkennbar grösseren Abweichungen in der Laufenden Rechnung gegenüber der Vorperiode aufwies.

Nach einer erfreulich ausgefallenen ersten gemeinsamen Jahresrechnung nach der Fusion im Jahr 2013 dient die demnächst vorliegende Rechnung 2014 als weitere Basis der Beurteilung, ob kein Kostenverursacher aus dem Ruder läuft. „Aber wir brauchen insgesamt noch mehr Erfahrungswerte“, befand der Gemeindepräsident.

Ein Stimmbürger hatte mit Argusaugen den steigenden Verwaltungsaufwand insbesondere bei Tag- und Sitzungsgeldern betrachtet. „Die Umstellung auf das neue Rechnungsmodell HRM2 benötigt Kursbesuche und neue Software“, begründete dies der Gemeindepräsident, der auch die ebenso angesprochene Verdoppelung der Feuerwehrausgaben erklären konnte. „Hier etwa bei der Weiterbildung zu sparen, wäre falsch, denn wir sind froh, dass wir eine motivierte Mannschaft aus 29 Feuerwehrleuten haben, deren Kadernachfolge geregelt ist“.

Die leichte Anhebung der Löhne sei gerechtfertigt. Nach etwas weniger Aufwand in der Schul-Oberstufe gab es etwas mehr Kosten in der Regionalschule äusseres Wasseramt (rsaw) wie auch in der Sozialen Wohlfahrt die üblichen, vom Kanton vorgegebenen Ausgaben nebst Betriebskosten der Sozialregion mit Sitz in Gerlafingen, die sich nach der Anzahl der behandelten Dossiers richten.

Gut unterwegs sind die beiden Spezialfinanzierungen für Ab-/Wasser. Nur die leicht defizitäre Abfallrechnung muss ausgeglichen werden. „An Steuern erwarten wir mit den budgetierten 1,97 Mio. Franken etwas mehr als 2014“, sagte Finanzressortchef Andreas Winistörfer, der mit „Das werden wir kaum spüren“ die Frage aus dem Plenum beantwortete, wie sich denn die auf 104 Prozent aktuell angehobene Staatssteuer auswirke.

Dass das Budget mit einem Aufwand von 3,4 Mio. Franken nur ein Minus von rund 76 000 Franken aufweist, ist auch dem Beitrag von 218 500 Franken aus dem Finanzausgleich zu verdanken. Die Versammlung genehmigte einstimmig alle Ratsanträge, wozu auch die Beibehaltung des Steuerfusses auf 125 Pozent für natürliche Personen und 100 Prozent für juristische Personen zählt.

Gesundheit und Alter

Problemlos passierte die neue Leistungsvereinbarung mit der Spitex Wasseramt, deren Arbeit im Voranschlag mit rund 40 000 Franken als Gemeindeanteil beziffert ist. Längere Diskussionen gab es zum vorgeschlagenen Austritt aus dem Zweckverband Altersheim Lohn-Ammannsegg. Stimmbürgerin Maria Späti wehrte sich löwenhaft für die Beibehaltung der Mitgliedschaft. Doch aus der Versammlung hiess es, man solle alte Zöpfe abschneiden, wenn daraus weder Nutzen noch Nachteile erwüchsen. Zumal ältere Mitbürger ihren Heimeintritt nach den insgesamt verfügbaren Kapazitäten in den Heimen ringsum ausrichten müssten.

Mit einer Gegenstimme wurde der Austritt genehmigt. In Vorbereitung der Ortsplanungsrevision bewilligte die Versammlung einen Planungskredit von 15 000 Franken. Gemeinderat Rolf Gerber informierte über das schrittweise geplante Vorgehen, das die Mitwirkung der Bevölkerung beinhaltet. Das Leitbild soll als wichtige Grundlage in der Juni-GV genehmigt werden. Fischer würdigte die Ortsplanungsrevision als für kleine Landgemeinden und deren Zukunft wichtige Aufgabe, die sich im Rahmen des kantonalen Richtplans bewegt. „Wir werden aber dafür kämpfen, dass wir in einem vernünftigen Mass wachsen dürfen“.

Schulstandorte

Der Gemeindepräsident rief in dieser Information das Ergebnis einer Umfrage in den zum Schulverband rsaw zählenden fünf Gemeinden in Erinnerung. Darin war eindeutig festgehalten, dass die Bevölkerung an allen 4 Schulhäusern festhalten möchte. „Im Moment bin ich zuversichtlich, dass wir über einen längeren Zeithorizont in der Zusammenarbeit von Schulausschuss und Kantonalbehörden einen Lösungsansatz erarbeiten werden.“