Pastoralraum Mittlerer Leberberg

«Vertrautes, Ideen und Wünsche loslassen, um etwas Grösseres zu gewinnen»

Bischof Felix Gmür liest die Predigt.

Bischof Felix Gmür liest die Predigt.

Bischof Felix Gmür errichtete in Lommiswil den neuen Pastoralraum Mittlerer Leberberg.

«Kraft meines Amtes als Bischof von Basel errichte ich den Pastoralraum Mittlerer Leberberg.» Diese Worte richtete Bischof Felix Gmür im Festgottesdienst in der Heilig-Geist-Kirche Lommiswil an die Gläubigen und die Mitzelebranten (Bischofsvikar Arno Stadelmann, Co-Dekan und Pfarrer Agnell Rickenmann, Pater Antony Kolencherry, Co-Dekan und Diakon Markus Stalder, Jugendseelsorger Gilbert Schuppli sowie Katechetin Renate Wyss).

Projektleiter Markus Stalder freute sich, dass aus den katholischen Pfarreien Lommiswil, Oberdorf, Langendorf, Bellach und Selzach der Pastoralraum Mittlerer Leberberg werde. Nun rücke zusammen, was die vorbereitende Gruppe mit Mitgliedern aus allen Pfarreien konzipiert habe.

Bischof Felix ging in der Predigt auf den heiligen Bruder Klaus ein, dessen Gedenktag mit der Errichtung des Pastoralraums zusammenfiel: «Unser Landespatron war Vater, Bauer und Ratsherr, als er den Ruf Gottes verspürte und die Familie verliess. Doch Gott wollte, dass er den Glauben nicht alleine lebte, sondern in der Gemeinschaft davon kündete.» Der Glaube habe eben auch eine Funktion in der Öffentlichkeit, für das Gemeinwesen und besitze eine politische Komponente. Es gehe jedoch nicht primär um Strukturen, sondern um eine Haltung. So wie es der Leitgedanke des neuen Pastoralraumes vorgebe: den Glauben ins Spiel bringen. «Gemeinsam soll spürbar werden, in diesem Pastoralraum leben Christinnen und Christen», folgerte er.

«Vertrautes loslassen»

Mit dem Verweis auf den Paulus-Brief an die Römer und auf das Markus-Evangelium bezog er sich auf das Jesus-Wort, wer den Blick nur auf die Vorschriften lenke, verliere das übergeordnete Ganze aus den Augen: Gerechtigkeit, Frieden und Freude. Der neu geschaffene Pastoralraum habe zum Ziel, dem Frieden zu dienen und Freude zu bringen. Die Pfarreien müssten künftig Vertrautes, Ideen und Wünsche loslassen, räumte er ein. «Jedoch nicht um zu verlieren, sondern um etwas Grösseres zu gewinnen», schloss er. Natürlich durfte das Bruder-Klaus-Lied nicht fehlen, welches Sängerinnen und Sänger aus allen Kirchenchören anstimmten. Auf musikalischer Ebene scheint der neue Pastoralraum bereits bestens zu harmonieren.

«Positive Umstrukturierung»

Bereits Anfang der 1990er-Jahre gründeten dieselben Pfarreien einen Seelsorgeverband. Damals waren ein Diakon (Selzach) und vier Priester im Amt. Heute sind mit Pfarrer Agnell Rickenmann und Pater Antony Kolencherry noch zwei Priester für die Eucharistiefeiern zuständig. Beide begegnen der Umstrukturierung positiv. Agnell Rickenmann: «Als Pastoralraum-Pfarrer ändert sich für mich insofern einiges, dass ich neben dem Fokus Oberdorf nun auch die anderen vier Gemeinden noch mehr im Blick habe und mit den Kollegen und Kolleginnen versuche, auch deren Wünsche und Belange zu verwirklichen, soweit es uns möglich ist.» Pater Antony doppelt nach: «Die Pfarreien behalten wohl ihre Eigenständigkeit, arbeiten jedoch in Bereichen wie Liturgie, Diakonie, Katechese, Erwachsenenbildung, Kinder- und Jugendarbeit, enger zusammen. Ich sehe darin eine Chance, Potenziale und Ressourcen sowohl der Seelsorger wie auch der Gläubigen zum Nutzen aller zu koordinieren und so den «Glauben ins Spiel» zu bringen.»

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