Für die 80 Kinder und Jugendlichen, die das Zentrum für Sonderpädagogik Kriegstetten (ZSPK) besuchen, bilden Üben und Aufführen des Weihnachtsspiels immer einen Höhepunkt ihres Schuljahrs. Alljährlich liegt es aber auch an der Kreativität des 30-köpfigen Teams der Lehrkräfte, die altvertraute Weihnachtsgeschichte wieder in einem neuen, für alle Mitwirkenden reizvollen Gewand auf die Bühne der Turnhalle Kriegstetten zu bringen. Denn das gemeinsame Ziel besteht darin, alle Schülerinnen und Schüler in die Aufführung einzubinden.

Wie immer gemeinsam hergestellt worden ist die Ausstattung unter der Anleitung der Werklehrerinnen. Der gut vorbereitete Chor singt auswendig alle Lieder, die Musiklehrer Christoph Guggisberg komponiert oder nach Vorlagen passend zum Stück umgeschrieben hat.

Gefällig klingt der «Stärn», das «Hirtenleben», das schwungvoll rhythmische «Drei Könige sind wir» – sogar in italienischer Version «Noi siamo i tre re» und eine Komposition zu «Maria und Josef». Wie in früheren Jahren zaubert das Instrumental-Trio mit Klavier, Gitarre, mit Hirtenflöte und Schlagwerk in Begleitung der Lieder und zur Pausenüberbrückung ein zarte, festliche Stimmung in die Halle. Drei Kinder mit Glockenspiel setzen stets den Impuls zur neuen Szene.

Zeit für etwas Neues

Die Regie für das «D’Ängel schriebe es nöis Wiehnachtslied» betitelte Stück in Händen von Sascha Schenk und Martina Gutman bewegte in sechs Szenen die Schauspieltruppe, die als Engel, Hirten, drei Könige, Maria und Josef mit den Tieren im Stall von Bethlehem und als Vertretung der Kriegstetter Jugend die hübsch gestaltete Bühne füllten.

«2015 Male ist nun schon Weihnachten gefeiert worden», sinnierten die fünf Engel. Und weiter: «Dass denen das häufige Weihnachtsfeiern nicht verleidet ist!» Deshalb sei es jetzt an der Zeit für etwas Neues. «Wir wollen allen ein neues pfiffiges Weihnachtslied schenken», überlegten die Engel und begannen sofort mit der Ideensuche.

Sie hörten den Hirten zu, die von ihrem einfachen Leben berichteten, und liessen den Auftritt der «überdurchschnittlich gescheiten» drei Könige aus dem Morgenland auf sich wirken. Demütig versprachen diese Weisen, ihr Wissen nicht eigennützig für sich, sondern für ihre Mitwelt einzusetzen.

Aufmerksam begleiteten die Engel den Auftritt der hochschwangeren Maria und ihres Josef, denen das grosse Ereignis der Jesus-Geburt noch bevorstand. Schliesslich fragten die Engel den Kriegstetter Nachwuchs, wie für Kinder und Jugendliche ein wirklich erwünschtes Weihnachtslied klingen solle: «Verständliche Worte in Mundart, einleuchtender Text, schöne Melodie, fätzig im Rhythmus», lauteten die Antworten.

Schnell machten sich die Engel ans Komponieren und trugen ihr Werk gleich eingängig volksliedhaft mit Refrain und Strophen vor: «Die Engel haben ein Lied erfunden für die Alten und die Jungen ... jetz isch es do ... und mir si froh».

«Musikus» Guggisberg ist damit ein echter «Wurf» gelungen, der sicher nicht nur an dieser Weihnachtsfeier erklingen wird. Denn gestern hörten die eingeladenen Schulklassen der umliegenden Gemeinden den rassigen Song und abends freuten sich die Angehörigen der ZSPK-Schuljugend und geladene Gäste daran.