Schon beim Diskutieren der Traktandenliste stellte Martin Rohn eine Verständnisfrage. Wieso nicht über den Antrag von Werner Sauser aus der letzten Gemeindeversammlung diskutiert werde. «Wir haben eigentlich erwartet, dass das Strategiepapier zur Schule vorliegt», so Rohn. Das werde erst im Herbst erarbeitet, entgegnete Gemeindepräsident Hardy Jäggi. Zudem sei das eine Sache des Gemeinderates und nicht der Gemeindeversammlung.

Kritisiert wurde dann bei der Beratung auch der «Zusammenarbeitsvertrag zwischen den Einwohnergemeinden Recherswil und Obergerlafingen betreffend Primarschule und Kindergarten». Hardy Jäggi machte aber klar, dass der Vertrag nur als Ganzes angenommen oder abgelehnt werden könne. «Der gleiche Vertrag wird auch in Obergerlafingen diskutiert. Wir können nicht einzelne Artikel abändern.» Jörg Aebischer und Martin Rohn stellten darum den Antrag, den Vertrag abzulehnen und ihn zur Überarbeitung nochmals an die Behörden zurückzuweisen.

Konkret wurde Artikel 6 bemängelt. Dieser sieht vor, dass die Primarschule neu unter der Aufsicht eines Vorstandes steht. Dieser setzt sich aus den ressortverantwortlichen Gemeinderäten der beiden Gemeinden zusammen. «Das ist zu wenig. Ich schlage vor, dass das vier Personen sind», befand Jörg Aebischer. Bei Artikel 9 geht es um die Kosten in die Infrastruktur. Diese sollten laut Aebischer nicht nur von der Standort-Gemeinde beschlossen werden. «Wenn ein Schulhaus auf die doppelte Grösse ausgebaut wird, hat das durchaus auch Konsequenzen für die Partnergemeinde», meinte er als Beispiel.

Am meisten zu reden gab aber Artikel 15. In diesem steht, dass Änderungen am Vertrag durch den Gemeinderat beschlossen werden können. «Das muss meiner Meinung nach an die Gemeindeversammlung», so Aebischer. Dem stimmte Hardy Jäggi vorbehaltlos zu. «Da ist uns ein Fehler unterlaufen.» Jäggi meinte aber, dass der Vertrag trotzdem genehmigt und dieser Artikel abgeändert werden könne.

In der Schlussabstimmung stimmten 30 Personen dem Vertrag zu, 14 lehnten ihn ab und 2 Personen enthielten sich der Stimme.

Der Vertrag hat auch zur Folge, dass Recherswil neu Leitgemeinde der Schule ist. Damit ist theoretisch der Gemeinderat Recherswil zuständig für die Entscheidungen im Schulbereich. «Wir werden aber das Strategiepapier mit Obergerlafingen zusammen erarbeiten. Auch wenn wir die Leitgemeinde sind, bleibt die Schule eine gemeinsame Angelegenheit», so Jäggi.

Rechnung einstimmig genehmigt

Die Rechnung für das Jahr 2014 mit einem Aufwand von 10,550 Mio., einem Ertrag von 11,093 Mio. und einem Ertragsüberschuss von 542  561 Franken wurde von den 49 anwesenden Stimmberechtigten genehmigt. Ebenso die Investitionsrechnung und die Verwendung des Ertragsüberschusses. Zum guten Ergebnis hat laut Peter Wüthrich (Gemeinderat, Ressort Finanzen) auch der Verkauf einer Landparzelle im Zentrum beigetragen. Zudem konnten mehr Steuern eingenommen werden, als budgetiert.