Lommiswil
Verspätungen der Moutierbahn sind der Gemeinde ein Dorn im Auge

Die Lommiswiler ärgern sich erneut über Verspätungen der Moutier-Bahn. Die Gemeinde hat beim Kanton interveniert.

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Die Moutier-Bahn verlässt den Bahnhof Lommiswil.

Die Moutier-Bahn verlässt den Bahnhof Lommiswil.

Hansjörg Sahli

Die Solothurn-Moutier-Bahn hat viele Freunde – 17 000 Personen haben unlängst eine Petition für ihren Erhalt unterschrieben. Sie hat aber auch viele Sorgen. Da wären einmal der baufällige Weissensteintunnel und die allgemeine Unrentabilität der Bahnlinie.

Aber die Bahn hat noch mit weiteren Problemen zu kämpfen. Nachdem die SBB im Dezember 2010 den Personenverkehr auf der BLS-Strecke übernommen hatten, wurden kritische Stimmen laut, besonders in Lommiswil. Die neuen alten Züge, mit denen die SBB die Strecke betreiben, seien erstens nicht durchgehend mit Niederflurwaggons ausgestattet und zweitens verursachten sie mehr Lärm, hiess es.

Zudem entpuppte sich das neue Rollmaterial als weniger beschleunigungsfähig, wodurch der Fahrplan nicht mehr immer eingehalten werden konnte. Das kriegten vor allem die Kanti-Schüler zu spüren, die per Moutier-Bahn nach Solothurn reisten und dort wiederholt ihren Anschlussbus zur Kantonsschule verpassten. Die SBB reagierten: Vor rund drei Jahren ersetzten sie die suboptimalen eigenen Züge wieder durch das ehemalige BLS-Rollmaterial, wodurch die Probleme behoben schienen.

Der Fahrplan beschäftigt die Lommiswiler aber noch immer – oder besser gesagt: wieder. «Offenbar haben die Verspätungen auf unserer Bahnlinie in letzter Zeit wieder deutlich zugenommen», sagt Gemeinderat Ueli Custer. Die Gemeinde habe beim Kanton interveniert; die Linie stehe mittlerweile «unter spezieller Beobachtung durch die SBB.»

Weil der Gemeinderat aber auch selbst ein Auge auf die Angelegenheit werfen will, fordert er in einer Mitteilung die Zugpassagiere auf, «Verspätungen, die zu verpassten Anschlüssen geführt haben», zu melden. «Wir werden die Meldungen dann gesammelt an den Kanton weiterleiten», sagt Custer.

«Allgemeine Aussagen wie ‹der Zug kommt immer zu spät› helfen uns nicht weiter. Wir wollen das konkret erfassen.» Betroffen seien vor allem die Verbindungen am frühen Morgen. «Die Gefahr besteht, dass die Leute dadurch aufs Auto umsteigen», fürchtet Custer. (cnd)