Altreu
Vernetzungsprojekte werden mit Tafeln sichtbar gemacht

Die Arbeitsgruppe Landschaftsqualität und Vernetzung Repla Espace Solothurn informiert neu auf Tafeln direkt vor Ort zum Thema.

Rahel Meier
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Sie haben die Infotafeln konzipiert: Gerhard Spycher (links, Konstruktion), Urs Spycher (Konstruktion), Chantal Büttler (Auswahl Text und Foto), Martin Huber (Technischer Leiter Vernetzungsprojekte) und Bruno Meyer (Präsident Arbeitsgruppe Repla).

Sie haben die Infotafeln konzipiert: Gerhard Spycher (links, Konstruktion), Urs Spycher (Konstruktion), Chantal Büttler (Auswahl Text und Foto), Martin Huber (Technischer Leiter Vernetzungsprojekte) und Bruno Meyer (Präsident Arbeitsgruppe Repla).

Rahel Meier

Seit bald zehn Jahren gibt es im Leberberg sogenannte Vernetzungsprojekte. Diese werden von der Regionalplanungsgruppe Repla Espace Solothurn betreut. Ausgeführt werden die Vernetzungs-Massnahmen zugunsten von Flora und Fauna in aller Regel durch Landwirte. Sie werden dafür auch entschädigt. «Die Vernetzungsprojekte dienen aber nicht der Landwirtschaft. Mit der Vernetzung versuchen wir, die Landschaft zu entwickeln und die Biodiversität positiv zu beeinflussen», erklärt Martin Huber.

Wie funktioniert ein Vernetzungs-Projekt?

Hecken, Blumenwiesen, Hochstamm-Hosteten oder Brachen bereichern eine Landschaft und schaffen für Tiere wichtige Verbindungswege. Diese wiederum ermöglichen die Ausbreitung und Wiederbesiedlung von isolierten Lebensräumen. Dank den Vernetzungsprojekten wird die Landschaft vielfältiger und strukturreicher gestaltet. Mit den Vernetzungsprojekten sollen nicht nur einheimische Tier- und Pflanzenarten gefördert, sondern auch die Biodiversität erhalten werden. Damit diese Wirkung erzielt werden kann, setzen Landwirte besondere Nutzungsauflagen und Fördermassnahmen um. Dazu gehört beispielsweise das Stehenlassen eines Krautsaumes, das Ansäen einer Brache oder der Erhalt von standortgerechten Einzelbäumen. Leistungen, die die Landwirte erbringen, werden durch Beiträge abgegolten.

Voraussetzung für Vernetzungsbeiträge ist eine abgeschlossene Vereinbarung mit einem vom Kanton genehmigten regionalen Vernetzungsprojekt. Der Bund trägt 90 Prozent der Beiträge, für 10 Prozent kommt der Kanton auf. (rm)

Der Biologe ist technischer Berater der Repla und betreut die Vernetzungsprojekte in den Bezirken Lebern, Bucheggberg und Wasseramt. Diese Projekte seien allesamt auf gutem Weg. «Der Erfolg ist schwierig zu umschreiben, denn er lässt sich nicht messen. Was wir aber sehen und dokumentieren können ist, dass sich Pflanzen und Tiere wieder ansiedeln, die vorher verschwunden waren.» Deshalb diene diese Arbeit der gesamten Bevölkerung. Vor allem denjenigen, die die Naherholungsgebiete in der Freizeit nützen.

Öffentlichkeit informieren

«Wir haben schon Themenabende und Flurbegehungen angeboten», erklärt Bruno Meyer (Präsident Arbeitsgruppe Landschaftsqualität und Vernetzung Repla Espace Solothurn). Immer wieder werde aber festgestellt, dass die Bevölkerung nur wenig über die Vernetzungsprojekte wisse. Weil die Repla dies ändern möchte, wurden in den vergangenen Tagen Informationstafeln aufgestellt.

Ein solcher Vernetzungspfad befindet sich in Altreu. Wer spazieren geht, kommt an diversen Tafeln vorbei. Wo eine Buntbrache steht, wird die entsprechende Informationstafel aufgestellt. Ist es eine extensiv genutzte Wiese, kommt diese Tafel zum Einsatz. Bei einer Hecke ist es demzufolge wiederum eine andere Tafel.

Die Texte auf den Informationstafeln wurden möglichst kurz und prägnant formuliert. Dazu kommen Bilder. «Wer zu viel lesen muss, hört sofort wieder auf», weiss Martin Huber. Die Tafeln sind zudem einfach aufzubauen und wieder zu demontieren. «Die Natur lebt. Wo heuer eine Buntbrache ist, ist nächstes Jahr vielleicht schon etwas anderes.»

Solche Tafeln stehen vielerorts am Wegrand.    

Solche Tafeln stehen vielerorts am Wegrand.    

Rahel Meier

Ausserdem sollen die Landwirte nicht bei der Bewirtschaftung ihrer Flächen gestört werden. Wer mehr Informationen zum Thema möchte, der kann sich via QR-Code, der auf den Tafeln aufgedruckt ist, im Internet schlau machen. «Primär wollen wir die Bevölkerung sensibilisieren und sie darauf aufmerksam machen, mit welchen Methoden etwas für die Natur getan wird.»

Die Repla Espace Solothurn hat den Vernetzungspfad in Altreu nicht alleine konzipiert. «Solche Vernetzungspfade sollen im ganzen Kanton entstehen. Wir haben 120 Tafeln machen lassen.» Der Kanton hat sich übrigens via Lotteriefonds mit 25'000 Franken an den Vernetzungspfaden beteiligt.

Die Pfade oder auch nur einzelne Tafeln hat es an folgenden Orten:

Bucheggberg: Mülital, Bockstein Mühledorf, Limpach Aetingen
Wasseramt: Inkwilersee, Burgäschisee, Spitalhof Biberist
Leberberg: Altreu-Eichacker, Parisli-Erlimoos, Muttenhof Bellach.