Wasseramt

Verleihung des Prix d'honneur an Tiziana Soudani: «Oggi e tutto diverso»

Am Montagabend wurde der Prix d' honneur der Solothurner Filmtage an die Produzentin Tiziana Soudani vergeben.

«Ich stehe nicht so gerne auf der Bühne. Lieber halte ich mich im Hintergrund.» Tiziana Soudani zeigte sich an der Verleihung des Prix d’honneur sehr emotional. «Zuerst war ich gar nicht sicher, ob der Preis wirklich an mich gehen soll», erklärte sie denn auch. Vor 30 Jahren hat sie gemeinsam mit ihrem Mann die Filmproduktionsfirma Amka Films gegründet und ist dem Kino seither treu geblieben.

Sie bedankte sich denn auch bei ihrem Mann und ihrer Tochter für deren Geduld. Zudem erklärte sie, dass eine Produzentin ohne Regisseure, Schauspieler und die ganze Filmfamilie nicht arbeiten könnte, weshalb der Preis nicht ihr alleine gehöre.

Seit 2003 verliehen

Der «Prix d’honneur» (vormals «Preis der Gemeinden im Wasseramt») ist mit 10 000 Franken dotiert und ehrt eine Schweizer Persönlichkeit, die sich in besonderer Weise um die Schweizer Filmkultur verdient gemacht hat. Übergeben wurde der Preis von Thomas Fischer (Gemeindepräsident Drei Höfe), der sich als leidenschaftlicher Filmtagegänger outete. «Für mich gibt es nicht gute oder schlechte Filme», meinte er.

Er sehe sich alle Filme gerne an. Das Schweizer Filmschaffen sei zudem speziell, weil hier Kommerz nicht gefragt sei. Tiziana Soudani habe sich leidenschaftlich für das Schweizer Filmschaffen eingesetzt und er freue sich, dass der Preis ihr zugesprochen wurde. Gleichzeitig betonte Fischer erneut die Verbundenheit der Wasserämter Gemeinden mit den Solothurner Filmtagen, die eine Bereicherung für die ganze Region, nicht nur die Kulturstadt Solothurn, seien.

«Tiziana Soudani ist eine grossartige Produzentin.» Schauspieler Jean-Luc Bideau hielt sich in seiner Laudatio kurz und beschränkte sich auf das Wesentliche. Etwas ausführlicher hatte Filmtagedirektorin Seraina Rohrer vorher die Stationen der Preisträgerin aufgelistet. 1998 hatte sie den ersten Schweizer Filmpreis erhalten.

Doch die Tessinerin hat nicht nur Spielfilme produziert, sondern auch weit über 100 Dokumentarfilme. Viele davon wurden auf dem internationalen Parkett ausgezeichnet, zum Beispiel «Guerre sans images» ihres Ehemannes Mohammed Soudani. Weitere bekannte Werke bei denen sie mitgewirkt hat, sind beispielsweise Silvio Soldinis «Pane e tulipani».

Doch auch hinter dem in Cannes bejubelten «Le meraviglie» von Alice Rohrwacher oder dem in Locarno präsentierten Debüt «Il nido» von Klaudia Reynicke Candeloro steht Tiziana Soudani. «Oggi e tutto diverso», erklärte darum Rohrer. «Heute steht für einmal die Produzentin im Vordergrund.» Warmer Applaus begleitete diese Aussage.

Im Anschluss an die Preisvergabe wurde der Film «Le ultime cose» als Schweizer Premiere gezeigt. Regisseurin Irene Dionisio und Schauspielerin Christina Rosamilia, die im Film ihre erste Hauptrolle spielt, waren ebenfalls im Landhaus. Der Film spielt in einem Pfandhaus in Turin, wo sich drei verlorene Seelen begegnen. Tiziana Soudani ist Co-Produzentin des Films.

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