Kriegstetten
Verlegung der Kanzlei ist wieder Thema

Die Gemeindekanzlei von Kriegstetten könnte in die geplante Alterssiedlung integriert werden.

Marlene Sedlacek
Drucken
Teilen
Die Gemeindeversammlung stimmte dem Verkauf des Grundstücks an der Hauptstrasse vis à vis der katholischen Kirche zu. Dort steht heute ein altes Bauernhaus.

Die Gemeindeversammlung stimmte dem Verkauf des Grundstücks an der Hauptstrasse vis à vis der katholischen Kirche zu. Dort steht heute ein altes Bauernhaus.

Rahel Meier

Das Projekt «Wohnen im Alter» ist einen Schritt weiter gekommen. Die Gemeindeversammlung hat dem Kaufvertrag zwischen der Gemeinde und dem Architekturbüro Müller + Partner mit 51 zu zwei Stimmen zugestimmt. Für 305 Franken pro Quadratmeter werden die 49 Aren Land vis-à-vis der Kirche an das Architekturbüro abgetreten. «Es sind zwei-, drei- und viereinhalb Zimmer-Wohnungen geplant», erklärte Architekt Beat Müller. Die Umgebung werde so gestaltet, dass sie den Bedürfnissen älterer Leute gerecht werde.

Was die 59 anwesenden Bürger und Bürgerinnen weit mehr zu interessieren schien als der Verkauf des Landes, war das Begehren, die Gemeindekanzlei zu verlegen. Ein Nichteintretensantrag an der letzten Gemeindeversammlung hatte den Umzug der Kanzlei ins Restaurant Kreuz verhindert. Die Arbeitsgruppe «Wohnen im Alter» machte nun beliebt, die Kanzlei in das geplante Alterszentrum zu integrieren.

«Die heutigen Platzverhältnisse sind absolut ungenügend, der bauliche Zustand ist schlecht», bemängelte Max Schreier. Gemeindepräsident Manfred Küng legte offen, dass die Baukommission bereits verschiedene Varianten ausgearbeitet habe, unter anderem auch eine Lösung in der Alterssiedlung. An der nächsten Gemeindeversammlung werden die Vorschläge dem Volk zur Abstimmung vorgelegt.

Steuerfuss bleibt auf 124 Prozent

«Eine schwarze Null konnten wir leider nicht erreichen», bedauerte der Finanzverantwortliche Johann Lüthi bei der Vorstellung des Budgets. Immerhin habe sich aber der Aufwandüberschuss von 154'914 Franken gegenüber dem Budget 2016 um mehr als die Hälfte reduziert. Der Gemeinderat will den Steuerfuss auf 124 Prozent belassen. Für nächstes Jahr ist als Investition lediglich die Sekundärnetzerneuerung Hauptstrasse Süd geplant, wofür die Versammlung einen Kredit von 72'000 Franken gesprochen hat. Der Finanzplan für die nächsten Jahre sieht jedoch einige grössere Ausgaben vor: 100'000 Franken für die Erneuerung der Sanitäreinrichtungen im Schulhaus und Sanierungen der Kantonsstrassen.

«Hier gilt es, den Beitrag der Gemeinde mit dem Kanton gut zu verhandeln», betonte Lüthi. Das Budget wurde einstimmig genehmigt, aber mit dem Steuerfuss konnten sich nicht alle Anwesenden einverstanden erklären. «Wir werden damit ins Verderben laufen», befürchtete ein Bürger und beantragte eine Erhöhung um fünf Punkte.

Die Gemeinde sähe sich sonst in ein paar Jahren mit einem vom Kanton aufgezwungenen Steuersatz von 150 Prozent konfrontiert, meinte er. Der Antrag des Gemeinderates, den Steuerfuss auf 124 Prozent zu belassen wurde schliesslich mit 6 zu 48 Stimmen angenommen.

Neue Chance für Schulverband

Nachdem der Souverän an der letzten Gemeindeversammlung den Vertrag mit dem Schulverband Halten–Oekingen–Kriegstetten (Hoek) gekündigt hatte, nahm sich eine Arbeitsgruppe der Statuten des Verbandes an. Vizegemeindepräsident Simon Wiedmer informierte, dass das Gremium aus den Präsidenten der drei Gemeinden und Vertretern des Schulverbandes die überarbeiteten Statuten im Januar den Gemeinderäten vorlegen würden. Das Volk wird an den nächsten Gemeindeversammlungen Gelegenheit haben, darüber abzustimmen.

Eine Woche lang Kilbi?

Für die Krebskilbi wird ein neues Reglement erarbeitet. «Wir wollten Kostendeckung erreichen», betonte Gemeinderat Rémy Wyssmann. Manfred Küng ging der Ursache auf den Grund, weshalb die Kilbi immer stark defizitär ist. «Nachforschungen bei den Marktfahrern haben ergeben, dass die Kilbi zu wenig lange dauert», sagte Küng. Man müsse sich überlegen, das Konzept zu ändern, um für die Marktfahrer attraktiver zu werden, denn die Konkurrenz an diesem Wochenende sei gross.