Verkehr und Hochwasserschutz
Vernehmlassung zu zwei kantonalen Planungen – Gemeinderat Kriegstetten ist nicht wunschlos glücklich

Der Gemeinderat Kriegstetten äussert sich zum Regionalen Entwässerungsplan Oesch und zum Mobilitätsquintett. Beide Planungen gehen in die richtige Richtung, haben aber für den Gemeinderat noch Verbesserungspotenzial.

Rahel Meier
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Die Oesch ist in Kriegstetten kanalisiert und die Siedlungsgrenze geht bis ans Wasser.

Die Oesch ist in Kriegstetten kanalisiert und die Siedlungsgrenze geht bis ans Wasser.

Rahel Meier

Der Gemeinderat beschäftigte sich in seiner letzten Sitzung mit Planungen des Kantons. Die eine war der REP (Regionaler Entwässerungsplan) Oesch von dem die Gemeinden Halten, Oekingen, Kriegstetten, aber auch Recherswil, Horriwil, Subingen und Deitingen betroffen sind. Der REP befasst sich mit den ober- und unterirdischen Gewässern und behandelt alle gewässerbeeinflussenden Elemente.

Dabei wurden die landwirtschaftliche Be- und Entwässerung, der Wasserhaushalt, der Hochwasserschutz und die Natürlichkeit der Gewässerlebensräume in den drei Gemeinden untersucht.

Immer wieder Überschwemmungen

Die Gemeinde Kriegstetten hat keine landwirtschaftlichen Nutzflächen entlang der Oesch. Die Oesch ist zudem auf dem Gemeindegebiet für die Wasserkraft kanalisiert und das Siedlungsgebiet grenzt direkt an das Gewässer an. Eine Aufwertung erachtet die Gemeinde deshalb als schwierig.

Der REP Oesch tangiert Kriegstetten insbesondere im Hochwasserschutz, da es immer wieder zu Überschwemmungen gekommen ist. Diese Problematik werde im REP aber nur am Rande betrachtet, stellte der Gemeinderat bedauernd fest.

Kanton sollte den Lead übernehmen

Die Hochwasserschutzmassnahmen sollen gemäss Bericht in die Ortsplanungsrevisionen der einzelnen Gemeinden einfliessen. Damit verlagere das AfU aber die Zuständigkeit zu den Gemeinden. Für den Gemeinderat Kriegstetten ist klar: Eine gesamtbetrachtende Lösung wäre angezeigt. Der Kanton sollte den Lead übernehmen. Sonst gebe es einen Massnahmen-Flickenteppich entlang der Oesch.

Zu viel Verkehr bei Stau auf der Autobahn

Im Gemeinderat lag zudem der erste Zwischenbericht des Mobilitätsquintettes Wasseramt zur Vernehmlassung vor. In diesem sollen Visionen für die Mobilität 2024 in den Gemeinden Zuchwil, Biberist, Gerlafingen, Derendingen und Kriegstetten erarbeitet werden. Das Papier sei sehr theoretisch aufgebaut, für die künftige Verkehrspolitik aber zentral, stellte der Gemeinderat Kriegstetten fest.

Simon Wiedmer, Gemeindepraesident Kriegstetten.

Simon Wiedmer, Gemeindepraesident Kriegstetten.

Tom Ulrich

Die allgemeine Stossrichtung wurde begrüsst. Der Gemeinderat Kriegstetten fand aber, dass das Augenmerk zu wenig stark auf den motorisierten Individualverkehr in den Dorfzentren gerichtet wurde. Gemeindepräsident Simon Wiedmer meint:

«Für uns geht es vor allem darum, dass der Verkehr durch das Dorf hindurch verringert wird.»

Insbesondere bei Stau auf der Autobahn nehme dieser ein unerträgliches Mass an. Kriegstetten wünscht sich darum eine Umfahrung Kriegstetten–Gerlafingen–Biberist und einen Autobahnanschluss in Derendingen.

Nötig wäre für den Gemeinderat zudem eine Ampel bei der Autobahnausfahrt in Kriegstetten mit der der Verkehr besser gesteuert und bei einem Stau gedrosselt werden könnte. «Zurzeit gibt es auf der A2, in Wassen, einen Pilotversuch mit einer solchen Anlage», so Wiedmer.

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