Buchegg

Verhärtete Fronten um den Cutohof: Noch zeichnet sich keine Lösung ab

Etwa 100 Personen mit Beeinträchtigungen nutzen das Angebot auf dem Cutohof

Etwa 100 Personen mit Beeinträchtigungen nutzen das Angebot auf dem Cutohof

Weil der Platz knapp wird, muss der Therapie- und Reithof in Buchegg seinen Betrieb zügeln. Nun kündigt sich Widerstand an.

Im Zusammenhang mit dem notwendigen Standortwechsel des Therapie- und Reitbetriebes Cutohof (siehe Kasten) fand am Donnerstagabend eine Informationsveranstaltung statt. Im Rahmen des öffentlichen Mitwirkungsverfahrens konnten Fragen zu den vom Kanton bereits vorgeprüften Plänen gestellt werden. Über 60 Personen fanden sich in Mühledorf ein und machten zum Teil rege Gebrauch davon, ihre Anliegen einzubringen.

Entstehen soll der neue Cutohof im Gebiet Heilibräch östlich des Blumenhauses, an der Südwestecke Küttigkofens. Dort besitzen die Cutohof-Betreiberinnen Jeanne und Noëlle Bessire sowie Yves Niederhäuser gut einen Hektar Land sowie ein mit einem Wohnhaus überbautes Grundstück von rund 1300 Quadratmetern Fläche.

Neben der Parzelle mit dem Wohnhaus soll ein überdachter Reitplatz entstehen, der als Holzbau in das ansteigende Terrain eingeschnitten wird, sodass er von Westen her weniger hoch erscheint. Ausserdem wird die Halle durch ein bergseitig unterirdisch angelegtes Offenstallgebäude abgedeckt, welches mit Humus überdeckt wird. Gegenüber den angrenzenden Wohngebieten sind allfällige Emissionen damit eingedämmt.

Einzonung kompensieren

Um das Projekt verwirklichen zu können, ist aber eine Zonenänderung nötig. Aus dem im rückwärtigen, nordwestlich des Hauses liegenden Landwirtschaftsland bis zum Heilibrächwald muss eine Gewerbezone mit erlaubter Wohnnutzung geschaffen werden. Die nötige kompensatorische Auszonung kann zu einem grossen Teil im Areal des westlich davon gelegenen Blumenhauses getätigt werden.

Es handelt sich um eine Fläche, die topografisch gesehen ohnehin eher für Landwirtschaft als für rollstuhlgängige Überbauungen geeignet ist. Da diese Fläche allein noch nicht ausreichte, konnte zusätzlich ein Stück Gewerbeland in der Brüggmatt Mühledorf erworben werden, welches ebenfalls in die Landwirtschaftszone ausgezont werden soll.

Angst vor Gestank

Dem Projekt sind allerdings nicht alle wohlgesinnt. Direkte Anwohner fürchten Emissionen, insbesondere Gestank oder Lärm. Mit zahlreichen Fragen meldete sich ein Anwohner vom Heilibrächweg zu Wort, welcher erklärte, dass sein Grundstück «eingeklemmt zwischen dem Blumenhaus und dem Projekt Cutohof» liege.

Ihn störe der Gestank der Pferde, zudem befürchte er aber auch Lärmemissionen durch Events oder Freizeitbetrieb. Ein anderer Gegner brachte zudem an, dass ein wesentlicher Unterschied darin bestehe, ob es sich nun um Therapiepferde für Menschen mit Behinderung handle, oder aber um Pferde, die lediglich zu Freizeitzwecken von anderen Leuten geritten werden, da sich dies möglicherweise auf Betriebszeiten auswirken könnte.

Nebst einigen Personen, die sich kritisch geäussert haben, gab es aber vor allem auch befürwortende Voten. Mehrfach wurde die positive Wirkung des Reitens betont, sei es von Müttern, deren Kinder auf dem Cutohof reiten, aber auch von Fachpersonen aus verschiedenen Organisationen, welche Menschen mit Beeinträchtigungen betreuen.

Auch die Belebung des menschenleeren Quartiers wurde als Vorteil angesehen. Das Reitangebot sei eine Bereicherung, ein Standortvorteil für den Bucheggberg und vor allem müsse man den Menschen mit Behinderung diese Chance geben.

Einsprachen sind absehbar

Die Einigung auf einen gemeinsamen Nenner, was eigentlich die Absicht des Mitwirkungsverfahrens wäre, schien nicht absehbar. Deutlich wurde das durch die Frage eines Cutohof-Befürworters, der sich danach erkundigte, ob denn aufseiten der Gegner Lösungsvorschläge vorhanden wären. «Ein anderer Standort», lautete die Antwort.

Auch Gemeindepräsidentin Verena Meyer bekundete, dass sie es schade fände, dass sich keine einvernehmliche Lösung abzeichne. Man habe versucht, auf eine Lösung hinzuarbeiten, die auch für die Anstösser akzeptierbar wäre.

Die öffentliche Mitwirkung läuft noch bis am 29. September, Eingaben und Vorschläge können bis dahin schriftlich an den Gemeinderat gerichtet werden. Die zugehörigen Unterlagen wie Gestaltungsplan und Raumplanungsbericht sind auf der Homepage der Gemeinde ersichtlich. Dass in der anschliessenden öffentlichen Auflage Einsprachen eingehen werden, wurde zumindest von einem Anstösser bereits angetönt.

Abschliessend meldete sich Kurt Altermatt, Präsident der Stiftung Discherheim, zu Wort und unterstrich die Wichtigkeit des Cutohofs: «Es gibt nichts Vergleichbares in unserer Region. Wir wären wirklich froh, wenn wir weiterhin dieses einzigartige Angebot hier in Anspruch nehmen könnten.»

Sollte das Projekt nämlich nicht zustande kommen, wird der Cutohof mit seinen heutigen Angeboten nicht mehr weiter existieren. Dies machte Betreiberin Jeanne Bessire in ihrer Antwort auf eine Frage aus der Versammlung deutlich.

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