Messen
Vergnügen in zwei Gängen aufgetischt

Der Schwerpunkt lag bei der Musikgesellschaft Messen auf dem Eidgenössischen Musikfest in Montreux.

Hans Blaser
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Unentbehrlich in der Musikgesellschaft: Das kleine Blech.

Unentbehrlich in der Musikgesellschaft: Das kleine Blech.

Hans Blaser

Mit einem beherzten Auftritt eröffnete ein Ensemble der Musikschule Bucheggberg den Abend. Unter ihrem Leiter Bernhard Wüthrich durften seine zum Teil neuen Schüler gemeinsam drei Stücke vortragen. Sie sollen sich so an das gemeinsame Spielen vor Publikum gewöhnen.

Nach den Erfolgen an den letzten beiden Eidgenössischen Musikfesten ist der Jahres-Schwerpunkt bei der Musikgesellschaft Messen ganz auf Montreux ausgerichtet. Entsprechend präsentierte sich das Konzertprogramm. Zur Eröffnung dirigierte Walter Krebs einen der dort gemeldeten Strassenmärsche. Die Wahl fiel auf «Justitia» von Stephan Jaeggi. Gespannt war das kundige Publikum natürlich auf das Aufgabestück der Messener. Druckfrisch haben sie es vor fünf Wochen bekommen. Kaum je schon am Stück gespielt, präsentierten sie das mutig im Konzert. Der Mut lohnte sich aber.

Der Dirigent sieht logischerweise noch Baustellen. Doch der erste Eindruck überzeugte und erste Schlüsse können gezogen werden. Die Messener sind zufrieden damit und finden, es passe gut zu ihnen und ihrem Stil. Überraschend fiel auch die Reaktion im Publikum aus. Es waren durchweg positive Reaktionen zu hören. Dieses «The Glenmasan Manuscript» von Marc Jeanbourquin dürfte also auch nach dem Fest noch verschiedentlich den Weg in Konzertprogramme finden.

Zum zweiten Mal

Ihr Selbstwahlstück hatten die Messener bereits am Neujahrskonzert schon mal präsentiert. «Imagasy» heisst es und ist eine Komposition des 1984 geborenen Deutschen Thomas Kraas. Unmittelbar vor dem Jeanbourquin-Titel gespielt wurde damit der Ablauf in Montreux zu simulieren versucht. Dabei wurde gleichzeitig ersichtlich, wie überraschend gut die beiden Musikwerke zusammenpassen.

Harmonieren galt auch als Stichwort für den weiteren Verlauf des Konzertes. Sowohl «Dancing on the Seashore» von Jan Hadermann, wie auch «This Majestic Land» von Michael Hoppé, arrangiert Louis Martinus erwiesen sich als ausgezeichnete Fortsetzung.

Zwei Berner verantworteten ein weiteres Glanzlicht. Mani Matter als Komponist und Mario Bürki als Arrangeur ist es zu verdanken. Für den offiziellen Schlusspunkt bemühten die Messener den 1932 geborenen Japaner Osamu Shoji. Ohne dessen ganze Vielzahl an Soli vollends auszukosten, war es der passende Abschluss. Selbstverständlich erwartete das Publikum auch eine Zugabe. Mit einem guten Arrangement von «In the Mood» versuchte Walter Krebs einfach davonzukommen. Zumindest am Freitag reichte das dem Publikum nicht. Mit der Partitur zu «Crazy Music in the Air» unter dem Arm huschte der Dirigent also nochmals auf sein Podest.

Wieder mit Theaterstück

Erstmals seit 1993 führte die Musikgesellschaft Messen im zweiten Teil wieder ein Theaterstück auf. Das auf einem Niveau, das absolut jenem ihrer Musik entspricht. Das will schon etwas heissen.

Die Mitwirkenden finden sich mit einer einzigen Ausnahme auch alle auf der Besetzungsliste. Man mag sich vielleicht wundern – oder eben gerade nicht –, dort sind sie meist entweder Leistungsträger, aktuelle oder langjährige Vorstandsmitglieder oder sogar beides. Mit dem Zweiakter «Buur suecht (kei) Frau» von Carmelo Pesenti fesselte und begeisterte die Theatercrew das Publikum enorm. Umgekehrt freuten sich die Theaterleute auch über das extrem mitgehende Publikum.

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