Gerlafingen
Verbotenes Kühlmittel Freon ist im Solothurner Grundwasser immer noch nachweisbar

Das mit Freon verschmutzte Grundwasser steht immer noch an der Kantonsgrenze. Es stammt von einem Industriebetrieb aus Burgdorf. Die Berner Behörden haben eine Strafanzeige eingereicht.

Rahel Meier
Drucken
Teilen
Trotz Freon-Belastung war das Wasser immer trinkbar

Trotz Freon-Belastung war das Wasser immer trinkbar

Bruno Kissling

Im September hat eine Freon-Wolke den Kanton Solothurn erreicht. In der Region Gerlafingen passierte der Schadstoff mit dem Grundwasserstrom von Burgdorf her die Kantonsgrenze. Freon wurde als Kühl- und Reinigungsmittel eingesetzt und ist seit 20 Jahren verboten.

Sicher ist, dass das der Stoff im Frühjahr 2016 in einem Industriegebiet in Burgdorf ins Grundwasser gelangte. Weder im Kanton Bern, noch im Kanton Solothurn musste sich die Bevölkerung deswegen aber speziell vorsehen. Freon ist aus toxikologischer Sicht für den Menschen unbedenklich.

Trotzdem gehört der Stoff nicht ins Trinkwasser und weil der definierte Höchstwert von 10 Millionstel Gramm pro Liter in der Region Fraubrunnen im Grundwasser teilweise überschritten wurde, wird das Grundwasser nach wie vor überwacht und es wird eine sogenannte Messkampagne durchgeführt.

Konzentration nimmt ab

Die Werte zeigen, dass eintrifft, was die Behörden vermutet haben. Die Verunreinigung des Grundwassers wird schwächer. Das hat einerseits damit zu tun, dass gerade im Raum Gerlafingen viel Grundwasser in die Oberflächengewässer gelangt und die Konzentration des Freons so durch den Austausch verdünnt wird. Zusätzlich gast das Freon auch aus und so wird es ebenfalls weniger.

Die Behörden des Kantons Bern haben eine Strafanzeige eingereicht. Sie gehen davon aus, dass mehrere Hundert Kilogramm Freon ins Grundwasser gelangten. Vermutlich dürfte es sich aber um einen einmaligen Eintrag handeln.

Aktuelle Nachrichten