öffentliche Verkehr

Verbindungen im Wasseramt sollen attraktiver werden

Die Initianten können sich vorstellen, dass das Busangebot mit kurzfristigen, temporären Massnahmen durchaus verbessert werden könnte.

Die Initianten können sich vorstellen, dass das Busangebot mit kurzfristigen, temporären Massnahmen durchaus verbessert werden könnte.

Der öffentliche Verkehr soll im Wasseramt verbessert werden. Das verlangt ein Volksauftrag. Der Regierungsrat will das Begehren prüfen.

Die SP Wasseramt hat letzten Frühling einen Volksauftrag lanciert und fordert besser öV-Verbindungen im Wasseramt. Konkret sollen die Buslinien Nr. 5, 7 und 16 ausgebaut werden. Zusätzlich wird gefordert, dass die Linie 2 zukünftig den Bahnhof Gerlafingen bedienen und mit einer Verlängerung der Strecke auch die Gemeinden Halten und Drei Höfe einbinden soll. Weiter möchten die Initianten des Volksauftrages erreichen, dass die Umsteigezeiten in Kriegstetten verbessert werden.

Nun hat der Regierungsrat Stellung genommen. «Das Begehren soll im Rahmen der Gesamtoptimierung des Busnetzes in der Region Solothurn geprüft werden», schreibt der Regierungsrat. Wenig sinnvoll sei es, das Begehren isoliert zu vertiefen und bereits vor dem Vorliegen der Ergebnisse der Gesamtüberprüfung des Busangebotes einzuführen.

Gesamtheitliche Überprüfung

Das Busangebot in der Region Solothurn umfasst neun Linien des Busbetriebes Solothurn und Umgebung (BSU), sowie je eine Linie des Regionalverkehrs Solothurn RBS (Linie 8) und von Postauto Nordschweiz (Linie 12). Das Busangebot wurde, so der Regierungsrat, letztmals im Jahr 2009 gesamtheitlich überprüft und ausgebaut. Seither wurde das Konzept lediglich punktuell angepasst. Zurzeit wird das Busangebot gesamtheitlich überprüft. Die Arbeiten sollten bis Ende 2018 abgeschlossen sein.

Ziel der Überprüfung sei es, aufzuzeigen, wie das Busangebot mittel- bis langfristig zu konzipieren ist, damit eine verstärkte Umlagerung der Mobilität vom motorisierten Individualverkehr auf den öffentlichen Verkehr (öV) erreicht werden kann. Gestützt auf diese mittel- bis langfristige Planung könnte ein erstes Paket an Optimierungsmassnahmen bereits mit dem Fahrplan 2020 vorgeschlagen werden.

Der Regierungsrat nimmt auch bereits Stellung zu den geforderten Massnahmen. Wenig Chancen werden der Verlängerung der Linie 2 nach Halten und in die Drei Höfe eingeräumt. Damit würden, so der Regierungsrat, die beiden Dörfer doppelt erschlossen, mit der Linie 16 und neu mit der Linie 2.

Eher negativ beantwortet der Regierungsrat auch die Optimierung der Umsteigezeiten in Kriegstetten. Das habe mit der übergeordneten Funktion der Buslinien zu tun, die Kriegstetten anfahren. Die Linie 1 müsse primär die Anschlüsse an den Hauptbahnhof in Solothurn gewährleisten. Die Linie 2 werde benutzt für die Schülertransporte in Lommiswil, Bellach und Selzach und die Linie 16 besorge die Schülertransporte für die Oberstufe Wasseramt Ost. Trotzdem würden bereits heute teilweise attraktive Anschlüsse geboten, schreibt der Regierungsrat und verspricht das Thema in der Gesamtüberprüfung aufzunehmen.

Ein Thema ist aber sicher die Anbindung des Bahnhofes Gerlafingen. Dort soll eine neue moderne Bushaltestelle gebaut werden, wie der Regierungsrat weiss. Ob der Bahnhof Gerlafingen mit der Linie 2 erschlossen wird, oder mit einer anderen, allenfalls neuen Linie, werde aber noch abgeklärt.

«Das geht zu lange»

Erstunterzeichner Hardy Jäggi (SP Recherswil) ist nur bedingt zufrieden mit der Antwort des Regierungsrates. «Grundsätzlich ist es positiv, dass der Regierungsrat die Anliegen des Volksauftrages in die Überprüfung mit aufnimmt. Allerdings ist der Zeithorizont unbefriedigend», erklärt Jäggi auf Anfrage. Die Gemeinden im äusseren Wasseramt bräuchten jetzt eine bessere Anbindung. Nicht in drei Jahren mit der Umsetzung des Fahrplanes 2020.

Es gehe dabei auch um die Standortattraktivität des äusseren Wasseramtes und um die Entlastung des Kreuzplatzes Derendingen und ganz generell um die Verminderung des motorisierten Individualverkehrs im Wasseramt. Ein Ziel wäre es, dass Pendler nach Bern nicht via Hauptbahnhof Solothurn reisen und auch nicht mit dem Auto nach Gerlafingen oder Biberist fahren müssten. «Wie die Anbindung des Bahnhofes in Gerlafingen genau erfolgen soll, das überlassen wir gerne den Spezialisten», so Jäggi.

Allerdings müsste diese Anbindung dem restlichen Wasseramt, insbesondere dem äusseren und südlichen Wasseramt, etwas bringen. Aus diesem Grund erfolgt auch die Forderung nach kürzeren Umsteigezeiten in Kriegstetten. Sollte es durch neue Linienführungen oder neue Linien auch andere (bessere) Lösungen geben, stünden die Initianten des Volksauftrages diesen offen gegenüber.

Schliesslich erklärt Jäggi, dass es nicht das Ziel sei, das äussere Wasseramt doppelt zu bedienen. Aber die Abdeckung müsse verbessert werden. Dies könnte laut Jäggi auch mit kurzfristigen, temporären Massnahmen erreicht werden.

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