Zweckverbände Wasseramt-Bucheggberg
Verbandsbeiträge der Familien- und Mütterberatung leicht gesenkt

Eine um rund 1'000 Personen gewachsene Bevölkerung und kostenreduzierte Budgets sorgen im Wasseramt und Bucheggberg für einen künftig niedrigeren Verbandsbeitrag in der Familien- und Mütterberatung.

Gundi Klemm
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Die Verbandsbeiträge der Familien- und Mütterberatung wurden leicht gesenkt. (Symbolbild)

Die Verbandsbeiträge der Familien- und Mütterberatung wurden leicht gesenkt. (Symbolbild)

26 Anwesende in der Regiomech Zuchwil hielten als Gemeindedelegierte, Vorstandsmitglieder und Mitarbeitende des Verbands Rückschau auf 2015. Vreni Müller stellte als Präsidentin des Zweckverbandes Wasseramt die für etliche Menschen immer noch schwierige Wirtschaftslage in den Mittelpunkt ihres Jahresberichts.

Sie beleuchtete die Armut, die es tatsächlich auch in der reichen Schweiz gebe. 260'000 Kinder und Jugendliche seien davon mit ihren Familien betroffen. Die Präsidentin führte die vielfältigen Probleme auf, die zu einem sozialen Rückzug, mangelnden Bildungschancen und nachteiliger Wohnsituation führen. So bemühe sich die Familienberatung, derartige Schicksale abzumildern und bestenfalls in den Griff zu bekommen.

Familienberaterin Marlise Flückiger schilderte die oftmals bedrückenden Situationen, die aus Überschuldung, Beziehungsproblemen und dem ständigen Leben am Existenzminimum erwachsen. Dringend hoffe sie, dass in der Schweiz ein Weg zur «Restschuldbefreiung» dieser Menschen gefunden werde, damit deren Randstellung nicht zu einem lebenslänglichen Urteil für alle Mitglieder ihrer Familien werde. Die Familienberatung verzeichnete 2015 261 Neuanmeldungen. Gesamthaft wurden übers Jahr 475 Dossiers geführt und davon 265 abgeschlossen. Finanzielle Schwierigkeiten bildeten dabei häufig das wesentliche Thema.

Persönlicher Einblick

Nicole Stuber, Präsidentin des Bucheggberger Verbandes für Familien- sowie Mütter- und Väterberatung, berichtete in ihrem Jahresrückblick von persönlichen Erfahrungen, die sie mit den Fachfrauen beider Beratungsdienste machte. Neben juristischen Fragen ihrer Partnerschaft war sie froh über die liebenswürdige Unterstützung nach der Geburt ihres Kindes. «Wie beruhigend ist es, dass für derartige Lebenslagen die Mitarbeiterinnen unserer Fachstellen uns kompetent zur Seite stehen», betonte sie.

Maya Bohren, Leiterin der Mütter- und Väterberatung, veranschaulichte ihre Arbeit mit einem Kurzbericht zum Thema Essen. Sie machte dem Plenum wie in ihren Elternberatungen deutlich, wie wichtig das gesunde, vielfältige und gemeinsame Essen in der Familie für Kleinkinder und Heranwachsende ist. Aufmerksam machte sie auf die in vielen Kinderprodukten versteckten Zuckermengen, die dem Organismus gar nicht zuträglich sind.

Im Wasseramt wurden 2015 483 Kinder geboren, die mit Hausbesuchen und weiteren Beratungsangeboten zu Pflege, Entwicklung, Erziehung und zur Elternrolle betreut wurden. Im Bucheggberg kamen im Berichtsjahr 66 Kinder auf die Welt, die ebenso intensiv begleitet wurden. Die Versammlung nahm zwei Reglemente zur Kenntnis, die den Spesenbezug sowie die Fort- und Weiterbildung definieren. Das Personalreglement für 10 Mitarbeitende befindet sich in Überarbeitung.

Sehr erfreuliche Rechnung

Als Finanzverwalter beider Zweckverbände erläuterte Stephan Baschung das Jahresergebnis. Die darin enthaltenen Überschüsse (Wasseramt: 61'000.-; Eigenkapital 160'679.-/ Bucheggberg: 152.- ; Eigenkapital 45'602.- ) entstanden durch nicht beanspruchte Kredite, vermindertes Aufgabenvolumen, weniger Personalversicherungsbeiträge und Abstriche bei Sitzungen und Besoldungen.

Der Gesamtaufwand im Wasseramt für Familienberatung sowie Mütter- und Väterberatung lag bei 776'000 Franken. Im Bucheggberg beliefen sich beide Positionen auf rund 100'000 Franken.

Das von der Versammlung genehmigte Budget 2017 liegt für die Wasserämter Angebote aufwandseitig bei 729'000 Franken, im Bucheggberg bei 98'000 Franken. Wegen einer um rund 1'000 Personen gewachsenen Bevölkerung und wegen der kostenreduzierten Budgets wird der Verbandsbeitrag in den 19 Wasserämter und in den 8 Bucheggberger Gemeinden leicht gesenkt. Für beide Bezirke werden 6,80 Franken pro Kopf in der Familienberatung und 5,70 Franken in der Mütterberatung für eine Gesamtbevölkerung von 57'895 Personen veranschlagt. Dies ergibt ein Total von 723'687,50 Franken für beide Bezirke.

Vorstandsmitglied Marlies Jeker dankte für die umsichtige Durchführung der Delegiertenversammlung. Namens der Einwohnergemeinden machte Stephan Oberli, Mitglied des Subinger Gemeinderats deutlich, dass in den stetig wachsenden Sozialausgaben der Kommunen das Geld für diese wichtigen Beratungsangebote, wofür er ausdrücklich dankte, noch nie zur Diskussion gestanden habe.