Biberist
Urteil gegen Reisebüro Biber Travel wird nicht weitergezogen

Biber Travel hatte 2012 Hunderte von Kunden um ihre Ferien geprellt. Wegen Betrug wurden sie aber nicht verurteilt. Der Ärger über diese Entscheidung ist noch nicht verflogen. Doch es deutet alles darauf hin, dass das Urteil endgültig wird.

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«Wir verzichten auf einen Weiterzug des Urteils der Solothurner Staatsanwaltschaft»

«Wir verzichten auf einen Weiterzug des Urteils der Solothurner Staatsanwaltschaft»

Hanspeter Bärtschi

Der Fall um das pleitegegangene Reisebüro Biber Travel in Biberist wird mit hoher Wahrscheinlichkeit bald zu den Akten gelegt. «Wir verzichten auf einen Weiterzug des Urteils der Solothurner Staatsanwaltschaft», erklärt auf Anfrage Sonja Laborde, Geschäftsführerin der Reiseschutzversicherung TPA.

Der Rückversicherer hatte seinerzeit Strafanzeige wegen Betrugs eingereicht. Eine externe Beurteilung des Urteils habe gezeigt, dass ein Weiterzug juristisch kaum erfolgreich wäre. Offensichtlich sei es unmöglich, den zwei Verantwortlichen des Reisebüros betrügerische Absicht zu beweisen. Für Prozesskosten wolle man nicht Gelder von den Mitgliedern der TPA einsetzen. Deshalb habe man «mit grossem Bedauern» diesen Entscheid gefällt.

Ihr Ärger über das Gebaren der Reisebüroverantwortlichen und vor allem über das Urteil ist aber nicht verflogen. «Ich bin nach wie vor bestürzt darüber.» Knapp dreieinhalb Jahre nach Eröffnung der Strafuntersuchung hat die Staatsanwaltschaft diese vor zwei Wochen abgeschlossen.

Die beiden Verantwortlichen wurden wegen Unterlassung der Buchführung zu tiefen bedingten Geldstrafen verurteilt. Hingegen wurde das Verfahren wegen Misswirtschaft und Betrug eingestellt.

Biber Travel hatte 2012 Hunderte von Kunden um ihre Ferien geprellt. Sie wurden mit billigen Pauschalreisen geködert und deren Zahlungen einkassiert. Aber die Reisen wurden vom Reisebüro mehrheitlich weder gebucht noch an die entsprechenden Stellen bezahlt. Knapp 400 Betroffene haben in der Folge damals Strafanzeige eingereicht.

Dass einer dieser betroffenen Privatkläger den Entscheid weiterziehen wird, ist wenig wahrscheinlich. Die Frist dazu läuft kommende Woche ab. (FS)

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