Feldbrunnen-St. Niklaus

«Unversöhnliche Haltung»: Gemeinderat legt alle Ämter nieder

Hans Rudolf Graf auf dem Sportplatz vor dem Schulhaus Feldbrunnen

Hans Rudolf Graf auf dem Sportplatz vor dem Schulhaus Feldbrunnen

Hans Rudolf Graf tritt per sofort aus dem Feldbrunner Gemeinderat aus. Auch alle weiteren Ämter, die er belegt, legt er nieder. Der FDPler fühlt sich zu diesem Schritt gezwungen.

«Ab heute, 21. April, stehe ich der Partei nicht mehr als Gemeinderat zur Verfügung.» Das schreibt Hans Rudolf Graf in einem Brief, der der Redaktion vorliegt. Gleichzeitig tritt der 66-Jährige als Stiftungsrat des Dorfmuseums und als Mitglied der Spezialkommission «Wohnen am Dorfplatz» zurück. 

Graf wurde 2013 nach 12 Jahren als Gemeindeschreiber von Feldbrunnen in den Gemeinderat gewählt. Jetzt verlässt er ihn bereits wieder. «Die unversöhnliche Haltung vom restlichen Gesamtgemeinderat und der Gemeindepräsidentin» habe ihn zu diesem Schritt gezwungen, so Graf, der der FDP angehört und nun auch die Arbeit im Parteivorstand aufgibt.

Der Rücktritt ist als Reaktion auf die Klausurtagung des Gemeinderates vom Freitag zu verstehen. Aber auch als Aktion vor der Infoveranstaltung zum Räumlichen Leitbild vom Donnerstag Abend. Graf bezieht sich auf die Haltung des Rates bezüglich des Räumlichen Leitbildes, das unter anderem eine Umzonung eines Teils der Schulwiese von der öffentlichen Zone in eine Wohnzone vorsieht. 

Der im Schulhausquartier wohnhafte Mann setzt sich als einziger Gemeinderat dagegen ein und will seine persönliche Meinung offenbar nicht zugunsten der Kollegen unterdrücken. «Es ist schade, dass ein einzelner Gemeinderat seine Meinung nicht frei äussern darf und er unter dem Deckmantel des Kollegialitätsprinzips gezwungen werden soll, gute Miene zum abgekarteten Spiel zu machen!», schreibt Graf. 

«Akt wieder Treu und Glauben»

Der 66-Jährige bezieht sich auf ein Arbeitspapier der Kommission «Ortsplanung», welches zeigen würde, dass maximal 4800 Quadratmeter abgezweigt werden würden. Weiter bezichtigt er Gemeindepräsidentin Anita Panzer der Lüge. Es sei unwahr, wenn die Gemeindepräsidentin sage, dass die beanspruchte Rasenfläche für die Schulkinder etwas weiter nördlich vollständig kompensiert werde. «Wenn man dies machen wollte, würde das Grundstück nur etwa einen Drittel der 4800 Quadratmeter ausmachen», so Hans Rudolf Graf.

In einem Brief wendet er sich an die Anwohner des Schulhausplatzes. «Meiner Meinung nach ist dies ein Akt wider Treu und Glauben», schreibt er. Man solle das ganze Vorhaben «gar nicht erst in Erwägung ziehen». Die Angeschriebenen werden dazu aufgefordert, an der Gemeindeversammlung vom 19. Mai bei der Frage «Wollen Sie das räumliche Leitbild annehmen?» Nein zu stimmen. (ldu)

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