Schnottwil
Unterschiedliche Szenarien: Wächst die Bevölkerung oder geht sie zurück?

Die revidierte Ortsplanung von Schnottwil liegt auf und ist mit diversen Ein-, Aus- und Umzonungen versehen.

Urs Byland
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Schnottwil will seinen ländlichen Charme beibehalten.

Schnottwil will seinen ländlichen Charme beibehalten.

hanspeter baertschi

Noch ist es nicht so weit, aber die Schnottwiler Ortsplanungsrevision ist auf Kurs. Bald 13 Jahre nach der Genehmigung der letzten Revision 2005 ist nun die neuste Revision aufgelegt.

Schnottwil soll auch künftig als Dorf wahrgenommen werden, lautet der übergeordnete Leitsatz im Räumlichen Leitbild der Gemeinde.

In der Mitwirkung zur Ortsplanung Schnottwil, die im letzten Jahr durchgeführt wurde, sind insgesamt 21 Begehren aus der Bevölkerung eingegangen. Im technischen Bericht zur Auflage sind die Begehren aufgelistet und ebenso, wie mit diesen Begehren verfahren wurde.

1310 oder 1054 Einwohner?

Das 2014 erstellte Räumliche Leitbild war die Grundlage der Ortsplanungsrevision. Erwartet wird darin ein Anstieg der Bevölkerungszahl bei einem oberen Szenario in den nächsten 15 Jahren von heute 1133 auf 1310 Einwohnerinnen und Einwohner.

Die Prognose des Kantons geht hingegen von einem Negativwachstum aus auf 1054 im Jahr 2034. In den letzten drei Jahren wuchs Schnottwil um 80 Personen. Eine Abnahme sei nicht in Sicht. Die kantonale Prognose sei nicht nachvollziehbar, so der Bericht zur aufgelegten Ortsplanung. Zumal der Kanton die Gemeinde als Stützpunktgemeinde im ländlichen Handlungsraum einordnet.

Die Gemeinde sichere somit die Funktionsfähigkeit des ländlichen Raumes und soll sich angemessen weiterentwickeln können. Man greife deshalb auf das Räumliche Leitbild zurück und geht von einem durchschnittlichen Wachstum von 0,8 Prozent aus. 2034 leben somit 1250 Personen in Schnottwil. Die heutige Bauzone hat eine freie Kapazität für 89 Personen mit den Änderungen der laufenden OP-Revision werde Platz für insgesamt 140 Personen geschaffen.

Fast 6 Hektaren unüberbaut

In den Jahren 2000 bis 2016 wurden 5,41 Hektaren neu überbaut. Schnottwil hatte Ende 2016 eine überbaute Bauzonenfläche von 33,59 Hektaren Grösse. Zu diesem Zeitpunkt gab es in Schnottwil noch 5,76 Hektaren unbebaute Bauzone, davon 2,8 Hektaren in der Wohn- und Kernzone. Gleichzeitig hat die Gemeinde rund 2,05 Hektaren unbebautes Land in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen (öBA), das aber nur zum Teil im Besitz der Gemeinde ist. Und Gewerbeland ist noch 0,91 Hektaren vorhanden. Weiter hat die Gemeinde noch Reservezonen in der Grösse von 2,2 Hektaren. Die Belegungsdichte betrug 2014 rund 2,25 Einwohner pro Wohnung. 2000 waren es noch 2,5.

Wohnzone wird vergrössert

Um die Verfügbarkeit des neu eingezonten oder umgezonten Landes sicherzustellen, hat der Gemeinderat mit den betroffenen Grundeigentümern vor der Auflage vertragliche Bauverpflichtungen abgeschlossen. Wird nicht überbaut, kann die Gemeinde das Land kaufen. Alle Neueinzonungen in W2 werden mit einer minimalen, oberirdischen Überbauungsziffer von 20 Prozent belegt (im Sinne einer verdichteten Überbauung).

Laut Bericht sollen in Schnottwil 8270 Quadratmeter Land mit Kompensationspflicht eingezont werden. Weitere 15'541 Quadratmeter Land sollen ohne Kompensationspflicht eingezont werden. Und ebenfalls ohne Kompensationspflicht eingezonte Spezialfälle bringen 1455 Quadratmeter Bauzone. Dem gegenüber stehen Auszonungen von 8381 Quadratmeter Land. Mit Umzonungen verringert sich die Kernzone um 659, die Zone für öffentliche Bauten und Anlagen um 4401 und die Freihaltezone um 4202 Quadratmeter. Damit gewinnt die Wohnzone 9262 Quadratmeter Land.

Die bestehenden Reservezonen, welche nicht eingezont werden sollen, werden aufgehoben. Das Siedlungsgebiet wird dabei um 16'290 Quadratmeter verringert.

Wird alles genehmigt?

Das Amt für Raumplanung habe laut Bericht erklärt, dass die geplanten Ein-, Um- und Auszonungen zugelassen würden, wobei zwei Gebiete, welche von einer Ein- oder Umzonung betroffen sind, sich an landwirtschaftlich sensibler und exponierter Lage befinden.

Für diese beiden Gebiete wurden gestalterische Vorgaben im Zonenreglement aufgenommen. Der endgültige Entscheid liegt nach der Bereinigung von allfälligen Einsprachen beim Regierungsrat.