Aare Süd

«Unsere Leute sind einsatzbereit» – 2021 ist die Professionalisierung des neuen Verbandes dran

Der Zivilschutz Aare Süd ist auch beim Impfzentrum in Solothurn im Einsatz. An diesem Morgen kamen (von links) Florian Stadler, Michael Grädel, Felix Hermann und Lars Hummel zum Rapport nach Solothurn.

Der Zivilschutz Aare Süd ist auch beim Impfzentrum in Solothurn im Einsatz. An diesem Morgen kamen (von links) Florian Stadler, Michael Grädel, Felix Hermann und Lars Hummel zum Rapport nach Solothurn.

Vier Zivilschutzorganisationen fusionieren. Wie ist der neue Verband Bevölkerungs- und Zivilschutz Aare Süd (VBZAS) aufgestellt und welche Ziele werden verfolgt?

Im letzten Jahr geriet der neue Verband Bevölkerungs- und Zivilschutz Aare Süd (VBZAS) unangenehm in Schieflage. Grund waren Anschuldigungen an den Verbandspräsidenten, die in der Folge zu dessen forcierter Demission führten. Aktuell wird der Verband ad interim von Rita Mosimann (Gemeindepräsidentin Biezwil) geführt.

Neben diesem Getöse ging der Blick auf den noch jungen Verband etwas verloren. Wie ist der Stand in der Zusammenführung der vier Zivilschutzorganisationen im Raum Süd?

Einige hundert Stunden Aufbauarbeit geleistet

Am besten weiss es Kommandant Michael Grädel. Er leistet einen professionellen Einsatz für den Verbund der bisher im Nebenamt geführten vier Organisationen. «Heute steht sämtliches Material sauber und einsatzbereit zur Verfügung. Das Gleiche gilt für die Anlagen. Wir haben einen effizienten Bürobetrieb aufgebaut und unsere Leute sind ebenfalls einsatzbereit», erklärt Grädel. Dafür seien einige hundert Stunden Aufwand geleistet worden.

Am Anfang sah das ganz anders aus. Von den beispielsweise 14 Fahrzeugen der vier Vorgängerorganisationen waren deren acht Fahrzeuge nicht einsatzbereit. Heute sind elf Fahrzeuge repariert und stehen bereit. Die Zivilschutzorganisationen hatten bis auf eine keine Inventarlisten im kantonalen System geführt. Von 14 Anlagen wurden nur in einer Zivilschutzorganisation die Wartungen und Reparaturen ordnungsgemäss nach Bundesvorgaben durchgeführt. Es gab teilweise keine Schlüsselverzeichnisse, keine Stellenbeschriebe, keine IT-Infrastruktur, fehlende Reglemente, keine verbindliche Finanz- und Unterschriftenreglung.

Die Liste liesse sich wohl beliebig verlängern. Michael Grädel leistet hier mit seinen sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich 360 Stellenprozente teilen, die erforderliche Aufbauarbeit.

Beeindruckende Zahlen illustrieren Verbandsgrösse

Der Verband Aare Süd ist im Kanton der grösste mit seinem Sollbestand von 500 Angehörigen des Zivilschutzes. Aktuell hat der Zivilschutz noch 490 Angehörige. Sie sind in einem Gebiet mit 26 Gemeinden und knapp 60'000 Einwohnerinnen und Einwohnern tätig. Das Gebiet hat eine Fläche von rund 127 Quadratkilometern. Die Zivilschützer sind in vier Kompanien eingeteilt.

In der Logistik versehen rund 70 Zivilschützer ihren Dienst, in der Betreuung deren 110 und in der Pionierkompanie deren 211. Die restlichen 97 gehören zur Stabskompanie und dem Batallionskommando (5). Die Angehörigen der Stabskompanie kommen beispielsweise aktuell in der Coronakrise ab Februar im Impfzentrum Solothurn und den mobilen Impf-Teams zum Einsatz.

Wie erwähnt sind in der Region 14 Zivilschutzanlagen in Betrieb, die den Gemeinden gehören. Sieben Anlagen werden vom Verband aktiv als Basislager genutzt. Hier finden die Wiederholungskurse der Zivilschützer statt. Hier wird das Material gelagert und hier können in einer Katastrophenlage auch Zivilpersonen kurzfristig untergebracht und betreut werden. Die restlichen sieben Anlagen werden nach Vorgaben des Bundes mit einem Minimum an Aufwand betrieben, der nötig ist. Sie stehen ergänzend in besonderen oder ausserordentlichen Lagen dem Verband oder der Bevölkerung zur Verfügung, so Grädel.

Schutzräume kontrollieren als Daueraufgabe

Eine weitere Aufgabe des Verbandes ist die Kontrolle der über 4350 Schutzräume in der Region. Diese müssen periodisch alle zehn Jahre kontrolliert werden. Die Kapazität des Kontrollteams liegt bei rund 450 bis 500 Kontrollen jährlich. Grädel will in diesem Jahr aber in erster Linie die Professionalisierung des Verbandes vorantreiben. Dazu gehören die verstärkte Einsatzunterstützung und Zusammenarbeit mit den Partnerorganisationen (Feuerwehr, Polizei, Rettung und Alterszentren), weiter sollen «weniger spannende» Dinge wie das Material-Anlageinventar und Wartungspläne auf den neusten Stand gebracht werden.

Im Budget 2021 sind keine Investitionen aufgelistet. Die werden aber mit Sicherheit in den kommenden Jahren folgen, wenn unter anderem die Fahrzeugflotte erneuert werden muss. Das Gesamtbudget des Verbandes für das Jahr 2021 wurde mit 14.05 Franken pro Einwohner in der Region Aare Süd einstimmig genehmigt. Der Kostenanteil der Zivilschutzorganisation beträgt 11.95 Franken. Der Gesamtaufwand beläuft sich auf 931'790 Franken. Für den Kommandanten ist klar: «Wir sind auf Kurs.»

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