Langendorf
«Uns hat es hart getroffen»: Das Coronavirus hat nun auch das Alters- und Pflegeheim Ischimatt erreicht

Im Alters- und Pflegeheim Ischimatt in Langendorf haben sich unzählige Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeitende mit dem Coronavirus angesteckt. Der Stiftungsratspräsident beschreibt die Situation.

Judith Frei
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Bewohner wie auch Mitarbeitende wurden positiv getestet. (Archivbild)

Bewohner wie auch Mitarbeitende wurden positiv getestet. (Archivbild)

Hanspeter Bärtschi

Am 1. Dezember teilte Daniel Aeschlimann, Heimleiter des Alters- und Pflegeheims Ischimatt in Langendorf, mit, dass mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Bewohnerinnen und Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Eine Woche später kann der Heimleiter keine Auskunft über den Stand der Dinge geben, er selbst hat sich mit dem Virus angesteckt. Stellvertretend gibt Stiftungsleiter Thomas Jenni Auskunft. «Uns hat es hart getroffen», sagt er.

Sehr vorsichtig Massnahmen getroffen

Bis zum 30. November sei das Heim coronafrei gewesen, jetzt sieht die Situation völlig anders aus. «Wir waren immer sehr zurückhaltend und wollten das Heim nach dem Lockdown nicht sofort öffnen», so Jenni. Die Besucherräume seien sicher und grosszügig ausgestattet gewesen. Er ist überzeugt, dass nichts unterlassen wurde, um einen Ausbruch zu verhindern. «Dass es uns so heftig getroffen hat, zeigt, dass man dem Virus gegenüber chancenlos ist», sagt er.

Die Situation ändert sich täglich

Wie viel der über 100 Mitarbeitende krank sind, kann er nicht sagen. «Das ändert sich von Tag zu Tag», sagt er. Er schätzt, dass ungefähr ein Drittel krank ist.

Heute sei der Betrieb noch garantiert. Die Pflege der Bewohner und Bewohnerinnen ist sichergestellt. Wie es morgen aussieht, wird sich dann erst zeigen. Der Krisenstab der Geschäftsleitung bespricht täglich die verschiedensten Szenarien. Täglich werden in diesem Stab wichtige Entscheide gefällt und Massnahmen getroffen.

Dass der Betrieb bis jetzt noch läuft, sei der Belegschaft zu verdanken. «Unsere Mitarbeitenden zeigen einen extremen Einsatz. Es ist wirklich ein Top Team.» Die grösste Herausforderung sei, zu planen. Denn nie weiss man, ob wieder jemand positiv getestet wird und ausfällt. Ihn beunruhigt auch sehr, wie heftig gewisse Erkrankte die Symptome erleben. Einige haben tagelang starke Gliederschmerzen, Halsschmerzen und Kopfschmerzen. Das sei bei der Belegschaft sowie den Bewohnern gleichermassen heftig.

Trotzdem: Gewisse Abteilungen können noch normal weitergeführt werden. Beispielsweise die Küche, die auch für den Mahlzeitdienst der Spitex kocht, läuft weiter.

Die Bewohner verlassen ihr Zimmer nicht

Doch auf anderen Abteilungen haben sich die Umstände völlig geändert. Alle Bewohnerinnen und Bewohner sind momentan komplett isoliert und bleiben auf ihren Zimmern. Besuche sind momentan nicht möglich. «Das sind wirklich einschneidende Mittel, die wir anwenden», sagt Jenni.

Doch heute sei es unmöglich, ohne die drastischen Mittel die Verbreitung in den Griff zu bekommen. Wann eine Entspannung der Situation kommt, sei nicht absehbar, doch hofft er, dass der Betrieb bis zum Schluss aufrechterhalten werden kann.

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