«Wir haben Sofortmassnahmen verlangt und dies wurde vom Gemeinderat auch so beschlossen. Aber bisher ist nichts passiert.» Markus Baumann und Kosovare Fetahu-Rrustemi (beide SP) zeigten sich an der Gemeinderatssitzung nicht befriedigt über die Antworten der Bauverwaltung zur Situation rund um das Schulhaus Steinmatt. Kurzer Rückblick: Am 4. September hatte die SP-Fraktion einen Antrag eingereicht, mit dem sie ein Halteverbot und die Aufhebung der Parkplätze beim Schulhaus Steinmatt forderte. Dies, weil die Situation rund um das Schulhaus höchst gefährlich sei. Am 27. September wurde der Antrag im Gemeinderat behandelt. Seither wurden mehrere Sitzungen abgehalten und eine Offerte eingeholt, um die Situation von einem Experten überprüfen und langfristige Massnahmen erarbeiten zu lassen. Am letzten Dienstag, Donnerstag und gestern Freitag wurden zudem Videoaufnahmen von den zu- und wegfahrenden Autos gemacht, um die Situation analysieren zu können.

Herbstferien folgten

«Eine Situationsanalyse ist ja schön und gut, aber wer übernimmt die Verantwortung, wenn etwas passiert? Ich habe das Gefühl, dass man alles daran setzt, nichts machen zu müssen», so Fetahu. Da widersprach Gemeindepräsident Kuno Tschumi. «Es waren Herbstferien. Trotzdem wurde bereits einiges angepackt. Wir können ja nicht einfach einen Felsblock auf die Strasse rollen und sie sperren.» Roger Spichiger, der in seiner Funktion als Bauverwalter von seinen Fraktionskollegen kritisiert wurde, machte ebenfalls klar, dass es bisher nicht möglich war, Massnahmen zu ergreifen. «Ab nächstem Montag könnte man einen Lotsendienst aufbieten, der versucht die Verkehrssituation zu verbessern. Diese Woche war das nicht möglich, da wir die Videoanalyse in Auftrag gegeben hatten.» Und bauliche Massnahmen müssten vorgängig fundiert geklärt und erarbeitet werden.

Kritisiert wurde vonseiten der SP auch, dass die dem Gemeinderat beigelegten Stellungnahmen der Schulleitung und der Baukommission nicht auf die verlangten Sofortmassnahmen eingehen und im Gegenteil betont werde, dass die Parkplätze nicht aufgehoben werden könnten. Verwaltungsleiterin Béatrice Müller machte aber darauf aufmerksam, dass die beiden Stellungnahmen bereits vor der Sitzung vom 27. September abgegeben wurden, was in den Unterlagen auch so vermerkt war.

Lotsendienst kommt

Der Gemeinderat einigte sich schliesslich darauf, dass ab Montag ein Lotsendienst engagiert wird und sprach einen Nachtragskredit von 6000 Franken für dieses Jahr. Weiter wurde ein Betrag von 30'000 Franken bewilligt, um weitergehende Massnahmen zu prüfen und zu erarbeiten. Ende Jahr soll die Bauverwaltung dem Gemeinderat die ersten Ergebnisse vorlegen.

Das Budget der Gemeinde Derendingen zeigt für 2019 einen Aufwandüberschuss von 681'760 Franken. Dies bei einem Aufwand von 37,095 Mio. und einem Ertrag von 36,414 Mio. Franken. «In einer anderen Gemeinde würde man vermutlich sagen, das sei viel zu hoch», meinte Markus Zürcher (Präsident Finanzkommission) im Gemeinderat. Das Ergebnis liege aber genau «im Bereich der Erwartungen». «Bei den Steuereingängen wurde vorsichtig budgetiert, da haben wir noch Spielraum.» In Anbetracht der grossen Investitionen mit dem Projekt Derendingen Mitte könne man der Gemeindeversammlung das Budget ohne schlechtes Gewissen vorlegen.

Finanzverwalter Peter Weibel führte anschliessend durch die Erfolgs- und Investitionsrechnung. Anhand der Finanzkennzahlen zeigte er auf, dass das Budget nicht in allen Bereichen nur einfach als schlecht angesehen werden könne. Der Gemeinderat genehmigte abschliessend alle Anträge einstimmig.

Im Weiteren hat der Gemeinderat sich einstimmig dazu entschieden, die Delegierten des Zweckverbandes Oberstufe Wasseramt Ost zu instruieren. Damit stellt sich Derendingen hinter den Vorschlag des Verbandsrates und sagt Ja zum Bau einer Dreifachturnhalle in Subingen.